Chicorée – das feine Gemüse Chicorée-Radicchio-Salat mit Schafskäse
Mrz 13

Divertikulose ist eine Spätfolge von falscher und ballaststoffarmer Ernährung
Die Werbung verspricht so vollmundig sofortige Entlastung, wenn man zu oft „muß“, oder aber wenn man nicht kann … Eigentlich sollte es die selbstverständlichste Sache der Welt sein, daß Nahrung ordnungsgemäß vom Körper verstoffwechselt und die Stoffwechselendprodukte in Form eines gut geformten Stuhles wieder zügig entleert werden.
Ein gut geformter Stuhl
Damit fängt es schon an. Wer kann sich in der Toilettenschüssel  heute schon noch einen schönen „Schokoladenhaufen“ betrachten. Er soll aus einer dicken Wurst bestehen, die, wie von einer glänzenden Haut überzogen, sich zu einem gleichmäßigen Berg kringelt. Statt dessen fällt oftmals ein abgerissener Brei ins Klo. Oder, wie mir ein Herr mal erzählte, kleckert es wie beim Schaf in kleinen Knötchen. Bei vielen Menschen hat der Stuhl längst keine Form mehr und läuft sogar wie eine dünne Suppe.


Heutzutage ist es häufig so: Durchfall quält den Menschen. Oft aber kann er gar nicht …
In beiden Fällen muß er nachhelfen. Kein Problem, schließlich ist die Apotheke doch voll von den empfehlenswertesten Mittelchen. Da werden Ballaststoffe zugeführt, Passagen angeboten, Pillen, Tabletten, Tropfen und Tees verheißen die Regulierung aller Beschwernisse, die dem gequälten Menschen so zu schaffen machen.
Da greift man dann nur zu gerne nach dem gebotenen Strohhalm. Und siehe, man kann wieder. Oder man muß nicht mehr so drängend oft. Wie man es gerade braucht. Schließlich muß man nur wissen, was jeweils das Richtige ist, das man einnimmt.

Was aber ist das Richtige für unsere Gesundheit?

Wie harmlos sind solche Medikamente? Denn es handelt sich hier tatsächlich um richtige Medikamente. Arzneimittel, deren bedenkenlose Einnahme einen hohen Preis haben. Besonders dann, wenn der tägliche Griff zu dieser „Erleichterung“ ein Selbstverständnis geworden ist.

Die meisten Damen und Herren, die meine Ernährungsseminare besuchen, haben nicht die geringsten Bedenken, wenn sie bei den kleinsten Befindlichkeitsstörungen gleich zu Maßnahmen greifen, deren Spätfolgen gar nicht abzusehen sind.
Diese Spätfolgen können durchaus einige Jährchen auf sich warten lassen. 20, ja 30 Jahre weiter denkt kaum noch jemand an die wirklichen Ursachen, wenn es zu schlimmen gesundheitlichen Krisen kommt.

Wie es ausgehen kann? Lesen Sie selbst!
Ein Beispiel dafür erlebte ich mit einer der Damen, die zu mir in die Ernährungsberatung kam. Sie wollte ihr erhebliches Gewicht reduzieren. Gleichzeitig berichtete sie mir, eigentlich eher nebenbei, daß sie Abführmittel schon seit über 20 Jahren nähme. Ohne könne sie gar nicht mehr…. Ich versprach Frau A, die 62 Jahre alt war, daß wir dieses letzte Problem sicherlich im Rahmen einer Ernährungsumstellung nach den Regeln der Trennkost auch „in den Griff“ bekommen würden, so wie es viele andere Absolventen meiner Kurse auch schon geschafft hatten. Frau A. lächelte etwas ungläubig und berichtete mir noch, daß sie nur harmlose Mittel nehmen würde, die ohnehin keinen größeren Schaden anrichten könnten.
Meine Frau A. konnte dann im Laufe der darauffolgenden Monate recht gute Erfolge für sich verbuchen. Sie hatte tatsächlich ihre Ernährungsgewohnheiten radikal umgestellt und schon deutlich abgenommen. Wo sie früher bevorzugt weiße Brötchen, Mischbrot, Nudeln, Pommes, viel Fleisch, Wurst  und tierisches Fett gegessen hatte, bevorzugte sie nun Vollkornbrot, viel Obst, Gemüse, Salat und wertvolles Öl. Sie befolgte auch meinen Rat und trank viel Mineralwasser, oftmals mit einem Schuß Brottrunk (milchgesäuertes Vollkorngetränk).

Verschämt flüsterte sie mir nach wenigen Wochen zu: „Frau Meininger, ich kann wieder…!
Na, Sie wissen schon, ich brauche jetzt abends nichts mehr einnehmen, um auf die Toilette gehen zu können.“
Ich freute mich für meine Teilnehmerin und gratulierte ihr auch zu diesem positiven Ergebnis. In den Folgewochen fiel mir auf, das Frau A., die normalerweise bei jedem Seminarabend anwesend war, nun fehlte. Nach dem zweiten Fehltag machte ich mir Sorgen und rief bei ihr daheim an. Ihr Mann war am Apparat: „Ja, meine Frau ist im Krankenhaus, sie hat eine schwere Darmentzündung und mußte als Notfall eingeliefert werden.“  Ich ließ Frau A. herzlich grüßen und schickte ihr eine aufmunternde Postkarte. Vier Wochen später war Frau A. wieder im Kursus. Am Schluß lud ich sie ein, etwas länger zu bleiben, um mir zu erzählen, was passiert war. Frau A. berichtete mir, daß sie vor ihrer Krankenhauseinweisung schon mehrere Tage heftige Blähungen gehabt habe. Durchfall und Verstopfungen wechselten sich ab. Sie hatte den Beschwerden keine größere Bedeutung beigemessen, weil sie es gewohnt war, Blähungen zu haben. Nun aber waren die Bauchschmerzen in schier unerträgliche Krämpfe übergegangen. Sie konnte kaum noch vom Stuhl aufstehen und rief erschrocken ihren Hausarzt an. Dieser ließ sich die Beschwerden beschreiben und bestellte sie sofort in seine Praxis. Nach dem Betasten des Unterbauches, der besonders empfindlich auf der linken Seite war, überwies er sie rasch ins Krankenhaus, das er noch vor ihrem Eintreffen verständigte. Der diensthabende Arzt erwies sich als Darmspezialist, der die Einlieferung von Frau A. als willkommenen Anlaß nahm, seinen Studenten, die er gerade unterrichtete, mit Ultraschalldiagnostik den klassischen Fall einer akuten Divertikulitis vorzuführen. Für Frau A. wurde gleich ein Krankenhausbett bereitgestellt. Gegen die starke Entzündung und die Schmerzen erhielt sie Cortison und Antibiotika. Sie mußte strenge Bettruhe einhalten, erhielt als Nahrung nur eine dünne, nicht blähende Gemüsesuppe und eine Eisblase auf den Bauch.  Die Divertikulitis-Beschwerden klangen dann auch schnell ab, so daß Frau A. nach 10 Tagen das Krankenhaus verlassen konnte. Lange jedoch hatte sie noch an den heftigen Nebenwirkungen der verabreichten Medikamente zu leiden, die ich hier nicht aufzählen möchte. Frau A. fühlte sich noch immer sehr angegriffen und enorm schlapp.


In einem ernsthaften Gespräch jedoch hatte der behandelnde Arzt Frau A. über die Ursachen des entstandenen Krankheitsbildes aufgeklärt. Eindeutig war die falsche Ernährung und die regelmäßige „gewaltsame“ Entleerung des Darmes als Ursache für die heutigen Beschwerden auszumachen.
Das Schlimme daran aber ist, daß sich Frau A. mit dieser Divertikulose und der immer drohenden Divertikulitis eine chronische Krankheit eingehandelt hat, die immer wieder auftreten wird. So muß sich Frau A. künftig zwar vollwertig ernähren, aber Getreide mit geschroteten oder ganzen Körnern meiden. Genauso wie sie auf blähendes Gemüse und Obst verzichten muß. Zunächst einmal jedoch konnte sie nur Weißbrot vertragen.
Meiner Frau A. geht es übrigens wieder gut. Allerdings weiß sie um die drohende Gefahr und entsprechend verhält sie sich.
Nachdem ich ihre Krankheit mit ihrer Erlaubnis in meinem Seminar angesprochen habe, meldeten sich viele Teilnehmer, die ähnlich Erfahrungen gemacht hatten. Niemand von ihnen hatte sich je bewußt gemacht, was es bedeutet, die kleine Abführpille auf dem Nachtisch zu haben und in schönster Regelmäßigkeit vor dem Schlafengehen zu schlucken.
Viele Jahre lang.
Ich bin sicher, alle Anwesenden waren ganz erschrocken, als ihnen klar wurde, was sie sich unbedacht antun, und daß hier über eine Krankheit diskutiert wird, die nahezu jeden von ihnen treffen kann.
Das Schlimme dabei ist, daß sie absolut hausgemacht ist und gewiß vermeidbar gewesen wäre.

Ich bin der Auffassung, daß es nicht ausreicht, wenn auf den frei verkäuflichen Medikamenten steht: Nach den Nebenwirkungen und Risiken fragen Sie bitte Ihren Arzt und Ihren Apotheker. Noch auf keiner Packungsbeilage “ habe ich jemals gefunden, daß man regelrecht damit rechnen kann, im Alter Darmbeschwerden zu bekommen, nimmt man regelmäßig Abführmittel oder Mittel, gegen Durchfall. Wo aber steht geschrieben, daß uns diese Arzneimittel mit großer Wahrscheinlichkeit längerfristig krank machen?

Abführmittel entziehen dem umliegenden Gewebe oft Wasser. Damit wird ebenfalls Kalium und Kalzium entzogen.
Durch diesen Reiz wird die Peristaltik (Darmbewegung) angeregt. Aber auch der Darm hat eine Art von Gedächtnis. Durch Gewöhnung an die „Reize“ ist die selbstverständliche Darmfunktion gestört. Der Darm wird träge und ist angewiesen auf Hilfe von außen.

An Divertikulose leiden zwischenzeitlich sage und schreibe 20% der 60-jährigen und sogar 60% der 80-jährigen. Zumeist verläuft diese Gesundheitsstörung symptomlos. Lediglich bei bis zu 25% davon entwickelt sich Divertikulitis, die in akutem Zustand wegen einer Durchbruchgefahr sogar lebensbedrohlich wirken kann.

Einen Vorsatz aber faßten deshalb alle meine Teilnehmer: Denaturierte Nahrungsmittel und Lebensmittel ohne natürlichen Ballaststoffanteil kommen nur noch selten auf den Tisch.  Und wenn, dann nur noch zum gelegentlichen Genuß. Dafür gibt es jeden Tag leckeres Gemüse, öfter mit Soja kombiniert, so oft wie möglich Salat und natürlich Obst und Obst und Obst.
Aber auch das Trinken soll nicht vernachlässigt werden. Am besten ist es, man stellt sich immer eine Flasche mit Wasser oder eine Kanne Tee auf den Tisch. Nach meiner Erfahrung wird dann auch getrunken.
So ist es für viele Betroffene (später 80% der Bevölkerung!) dann zumeist möglich, von Auswirkungen dieser Erkrankung nichts zu verspüren.

So schützt man sich vor Divertikulose:
Ausgewogene, vollwertige Ernährung bevorzugen. Obst, Gemüse und Salat. Möglichst wenig Nahrungsmittelzusatzstoffe. Viel trinken, viel trinken, viel Bewegung und regelmäßige Mahlzeiten.

Achten Sie also auf Ihren Darm. Er ist tatsächlich die Wurzel Ihrer Gesundheit.

Divertikeln sind gelegentlich ererbte, meist erworbene pilz-birnen-oder sackförmige Ausstülpungen, die sich überwiegend im Verdauungstrakt, bevorzugt im Dickdarm, befinden. Sie entstehen z.T. durch Verstopfungen und z.T. durch Durchfall. In beiden Fällen erschlaffen die Muskeln, die die Darmwand umgeben und für die Peristaltik (Fortbewegungsdrang) zuständig sind. Dadurch kommt es längerfristig zu den Ausstülpungen, die nicht, oder nur teilweise, von der schützenden Darmschleimhaut ausgekleidet sind.

Divertikulitis ist eine Entzündung der Wand eines oder mehrerer Divertikeln des Dickdarms. Diese Entzündung entsteht zumeist durch Kotablagerungen in den Divertikeln. Da die Wände dieser Ausstülpungen nur unzureichend mit der schützenden Darmschleimhaut ausgestattet sind, kommt es zu mechanischen Reizen oder zu Entzündungen, die durch die Inhaltsstoffe des Kots ausgelöst werden, der durch mangelnde Nährstoffe und Ballaststoffe zu konzentriert ist und oft den falschen PH-Wert aufweist.
Eine Divertikulitis, oder der Verdacht darauf, bedarf grundsätzlich der ärztlichen Behandlung.

Artikel: Bioline-Magazin (Eva Meininger)


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