Heilpraktiker Schmerzen endlich weg durch M.E.T.
Aug 21

pfefferminzeDie Pfefferminze Mentha piperita L.
Die Minze ist neben der Kamille die bekannteste und gebräuchlichste Heilpflanze
.
Die verschiedenen Minzearten sind dem Menschen bereits seit Urzeiten bekannt. Man fand sie z.B. in ägyptischen Gräbern, die aus der Zeit um 1000 v. Chr. stammten.
Aus Überlieferungen ist zu entnehmen, dass Minze auch als kultischer Duftstoff verwendet wurde.


Die Heilwirkung der Minze war schon Hippokrates, dem berühmtesten griechischen Arzt der Antike, und Theophrast, dem griechischen Philosophen und Naturforscher bekannt.
In den Klöstern wurde dieses Kraut schon sehr früh kultiviert und von den Mönchen im 9. Jahrhundert mit blumigen Worten beschrieben.
Die hlg. Hildegard von Bingen führte die Minze ebenfalls in ihren Aufzeichnungen auf, so auch mittelalterliche Kräuterbuchautoren wie Bock und Matthiolus, die Heilwirkungen bei Verstopfungen der Leber, Milz und Harnwege rühmten. Aber auch bei Kopfschmerzen, Wurmbefall, Ohrenschmerzen und zur Erleichterung bei Geburten fanden die würzigen Blätter erfolgreichen Einsatz.

In der Volksmedizin wird die Minze insbesondere bei Beschwerden der Verdauungsorgane, wie z.B. Magenschmerzen, Übelkeit, Blähungen, Darmträgheit, Leberleiden und Gallenproblemen angewandt.

Heilwirkung wissenschaftlich belegt
Ein Großteil der volksmedizinisch bekannten Heilwirkung der Minze konnte durch pharmakologische Studien zwischenzeitlich bestätigt werden. Das bezieht sich vor allem auf den Krampf lösenden Effekt, der durch das darin enthaltene Menthol zu Stande kommt, wie auch auf die leicht betäubende Wirkung auf die Magenschleimhaut und die deutlich stimulierende Wirkung auf die Gallensekretion.

Vorkommen
Die Pfefferminze ist eine Mischung verschiedener Minzearten. Sie wächst wild an feuchten Wiesenrändern, entlang von Gräben, an Bachufern oder wird in unseren einheimischen Gärten gezüchtet. Dabei bevorzugt sie warme, halbschattige, windgeschützte Lagen.
Ansonsten beziehen wir sie für Tees und Herstellung von ätherischen Ölen derzeit besonders aus Spanien, Griechenland und Italien.

Ernte
Gesammelt werden die Minzeblätter mehrmals im Jahr, erstmals so früh wie möglich, um dem Befall von Pfefferminzrost (giftiger Pilzbefall) vorzubeugen. Danach immer dann, wenn die Blätter ausreichend nachgewachsen sind.
Die Minze bindet man zu Sträußen und hängt sie Kopf über zum Trocknen auf.

Achtung
Bei Gallensteinerkrankungen sollte von Einnahme irgendwelcher Minzeprodukte Abstand genommen werden. Aufgrund der Förderung der Gallensekretion könnten Koliken ausgelöst werden.

Inhaltsstoffe
Das Kraut der Pfefferminze enthält ätherisches Öl mit dem Hauptbestandteil Menthol sowie Gerbstoffe und Flavonoide. Es hat eine krampflösende und blähungstreibende Wirkung und führt zu einer beträchtlichen Steigerung der Gallensekretion.

Anwendung
Tee: Ein Zweig frische Minze oder 1 geh. TL getrocknete Blätter mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen, durchsieben. Täglich drei Tassen, oder bei aktuellem Unwohlsein 1 Tasse.
Hilft gegen Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Völlegefühl, Darmträgheit, Leberleiden, Gallenbeschwerden, Schlafstörungen, Nervosität. Bei Quetschungen und Hautjucken Umschläge mit Tee.
Ätherisches Öl: Wenige Tropfen auf Zucker oder ins Wasser.
Hilft gegen Schnupfen, Husten, Verdauungsstörungen. Einreiben bei neuralgischen Schmerzen.
Frische Blätter: Als Gewürz für Fleisch und zur Dekoration für Süßspeisen, Obstsalate, Erfrischungsgetränke.


Erfahrungsberichte

Fettes Essen
Vor einigen Jahren besuchte ich ein Wochenendseminar. Dort ging es um ein Thema, das mich sehr interessierte. Die Veranstaltung allerdings fand in einem Hotel statt, das sich für eine größere Gruppe nicht gut eignete. Der Seminarraum war eng und ließ sich nicht gut lüften. Zudem wurden den Gästen in den Pausen schwere und für meine Einschätzung zu fette Speisen verabreicht. Und so geschah es dann zwangsläufig, dass einige der Seminarteilnehmer mit Übelkeit und leichten Schwächeanfällen reagierten. Da ich zu meinen Lehrgängen immer Pfefferminztee dabei habe, konnte ich gut helfen. Ich ließ also in der Küche den Tee aufbrühen und riet den Betroffenen, davon langsam und in kleinen Schlucken zu trinken und auch den Duft bewusst aufzunehmen. Diese Prozedur wiederholten wir in jeder Pause. Die Teilnehmer versicherten mir, dass es ihnen deutlich besser gehe.
Ich führe im Übrigen diesen Tee immer mit mir, weil er nach meiner Erfahrung die Konzentrationsfähigkeit steigert, die ich für ein Seminar ja brauche.

Leichte Kopfschmerzen
Einem leitenden Angestellten riet ich, immer ein Fläschchen ätherisches Pfefferminzöl bei sich zu tragen. Er litt oft an Kopfweh und Kopfdruck. Das sei besonders lästig, wenn er einer Besprechung vorstand oder Kundengespräche führte. Nun gibt er immer, wenn er Beschwerden hat, einen Tropfen von dem Öl auf die Schläfe. Das wirkt kühlend und der Minzeduft klärt den Geist und vertreibt den Anflug von Kopfweh.

Ohrenschmerzen
Wenig bekannt ist, dass ätherisches Minzeöl helfen kann, wenn man es hinter die Ohren tupft. Mit diesem Rat habe ich einem jungen Mädchen helfen können, die dieses Hausmittel bis heute erfolgreich anwendet, wenn sie Probleme mit den Ohren hat.

Erkältung
Wenn die Grippewelle rollt, koche ich für meine Kolleginnen immer eine große Kanne Pfefferminztee. Mit Honig gesüßt, schmeckt er wunderbar und alle Beteiligten versichern, dass ein solcher Tee nicht nur wärmt, sondern auch schneller von Erkältungen gesunden lässt.

Achtung – Gefahr
Ätherische Öle müssen gut verwahrt werden. Für Kleinkinder stellen sie eine Gefahr dar, wenn davon etwas in die Augen gerät oder geschluckt wird.

Autorin: Hidelgard Kita (Kräuterfrau)

Buchtipps zu diesem Artikel:
Dr. Küche und Dr. Gaten


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