Gewürze sind wichtige Gesundheitshelfer Es lebe der Verein
Apr 05

Obwohl die Kartoffel eine „Einwanderin“ ist, gehört sie doch untrennbar zur deutschen Küche. Es gibt herrliche Kartoffelgerichte. Aber Vorsicht! Die Zubereitungen mit Fett, Sahne, Käse und Soßen machen sie häufig zu ausgesprochenen Kalorienbomben.

Die ursprüngliche Heimat der Kartoffel lag in den südamerikanischen Andengebieten, dort gehörte sie schon vor langer Zeit zur Grundnahrung von Indianern und Inkas.
Wie die Kartoffel von dort nach Europa kam, darum ranken sich viele Geschichten. Christoph Columbus habe sie entdeckt und Sir Francis Drake soll sie im Jahre 1581 der englischen Königin Elisabeth I. auf seinem Schiff als erster serviert haben. Ein Funken Wahrheit ist sicherlich an beiden Geschichten, aber der Verdienst gebührt wohl eher den vielen unbekannten spanischen Seefahrern, die sie als Proviant aus Chile oder Peru auf die langen Heimfahrten mitnahmen. Aufzeichnungen belegen, daß sie bereits im Jahre 1555 auf den Märkten von Sevilla gehandelt wurde. In Deutschland pflanzte der Arzt und Botaniker Clusius im Jahre 1589 die Kartoffel als Zierpflanze in seinem Garten an und erst später diente sie besonders den ärmeren Bevölkerungsschichten als billige und sättigende Nahrungsgrundlage.


Die Kartoffel gehört zur Familie der Nachschattengewächse Solanacea,
zu denen auch Tomate, Aubergine und Paprika zählen.
Im Gegensatz dazu aber wächst die Kartoffel versteckt und unscheinbar unter der Erde. Dies tut ihrem Geschmack und den vielseitigen Wirkungen auf die Gesundheit allerdings keinen Abbruch.

Sie ist ein Kraftpaket an basischen Mineralstoffen, leicht und vielfältig zuzubereiten und dabei leicht verdaulich

Kinder lieben sie heiß und innig als Kartoffelbrei oder Pommes, während Jugendliche eher Kartoffelchips bevorzugen. Aber auch die feinen Gourmetköche schwören auf sie, z.B. in feine Scheiben geschnitten, gratiniert und mit frisch gebeiztem Lachs gereicht. Hmm, da läuft einem schon bei der Vorstellung davon das Wasser im Munde zusammen.

Die Inhaltsstoffe der Kartoffel
Wasser, 12 – 23 % Stärke, ca. 2 % Eiweiß, Vitamine der B-Gruppe (viel Folsäure) sowie Vitamin C und K, Q10, die Mineralstoffe Kalium, Natrium, Kalzium, Eisen und Magnesium, Schwefel, Zink, Phosphor und Chlor, Kohlenhydrate und Ballaststoffe und nur 0,1 % Fett.

Wirkungen auf die Gesundheit
Kartoffeln sind gesund, kalorienarm und leicht verdaulich, wenn man sie fett- und salzarm zubereitet. Die Mineralstoffe regen die Abgabe von Speichel und Gallensaft an und können überflüssige Säureansammlungen puffern und so einer Schwächung des Abwehrsystems und vorzeitiger Alterung vorbeugen.

  • Das pflanzliche Eiweiß leistet gute Dienste bei Kindern, Jugendlichen und Vegetariern zum Aufbau von Muskeln und Organen
  • Aufgrund der Ballaststoffe fördern Kartoffeln die Bewegungen des Darmes, was den gesamten Ausscheidungsprozeß erleichtert
  • Kartoffeln sind auch für Diabetiker geeignet, da ihr Zucker leicht verdaut werden kann
  • Neueste Untersuchungen weisen darauf hin, daß die Kartoffel aufgrund ihres Gehaltes an Q10 und Folsäure evtl. auch bei der Vorbeugung der Alzheimerkrankheit in Zukunft einen Beitrag leisten kann
  • Auch äußerlich lassen sich Kartoffeln anwenden, wie ein altes Hausmittel aus vergangenen Zeiten zeigt: Ein Kartoffelumschlag aus heißen gekochten Kartoffeln (in ein Leinentuch gegeben und zerdrückt) kann wärmend bei Bauchschmerzen und kalten Füßen, aber auch bei Muskelschmerzen und Verspannungen angewandt werden. Unsere Großmutter legte einen solchen Umschlag auch auf die dicke Wange bei eitrigen Zahn- und Halsschmerzen
  • Erste Hilfe bei Sonnenbrand und Verbrennungen mit heißem Wasser leisten rohe Kartoffelscheiben, die auf die betroffenen Stellen aufgelegt werden


Besonders gute Wirkungen hat auch der rohe Kartoffelsaft

Man kann ihn aus qualitativ erstklassigen Bio-Kartoffeln selber pressen oder fertig im Reformhaus kaufen (z. B. Schoenberger). Die Wirkungen sind folgende:

  • zu viel Magensäure wird neutralisiert
  • chronische Hautprobleme und Ekzeme werden gemindert
  • der Verdauungsprozeß wird angeregt und optimiert
  • Reinigung des Organismus nach intensiver Medikamenteneinnahme oder Drogenmißbrauch


Frische und Lagerung
Heutzutage gibt es eine Vielzahl an Kartoffelsorten: rund oder oval, hell oder dunkel, mit rötlicher oder hell- bis dunkelbrauner Schale, mit hell- bis sattgelbem Fruchtfleisch. Unterschieden werden außerdem Kochkartoffeln und Salatkartoffeln. Fragen Sie nach, welche Sorten sich z. B. als Salatkartoffeln eignen und dann heißt es einfach nur ausprobieren und herausfinden, welche die Lieblings-Salatkartoffel wird. Frühjahrs- und Sommerkartoffeln haben eine dünne Schale, die gut mitgegessen werden kann, während Herbst- und Winterkartoffeln eine harte Schale haben, die nach dem Kochen abgepellt werden muß. Frische reife Kartoffeln haben weder Keimlinge, noch grüne Stellen. Sie besitzen eine glatte, pralle Schale ohne Risse, Flecken oder Dellen. Optimal gelagert werden sie bei 4 - 6 Grad, trocken und dunkel.

Die Kartoffel-Küche
Kartoffeln können gebacken, gekocht, gedünstet, fritiert oder gebraten verwendet werden. Um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten, sollten sie möglichst immer mit der Schale als Pellkartoffeln gekocht werden. Je kleiner sie zerschnitten werden, desto höher ist der Mineralstoff- und Vitamin C-Verlust bei der anschließenden Zubereitung. Eine gute Kombination ergeben Kartoffeln zusammen mit frischen Milchprodukten (Pellkartoffeln mit Quark, Buttermilchkartoffeln, Kartoffelsalat mit Joghurtdressing), da sich die beiden Eiweiße zusammen um ein Mehrfaches aufwerten, was besonders Vegetariern zu Gute kommt.
Kartoffeln passen gut zu Gemüse, Fisch, Eiergerichten, Salaten, Aufläufen, Suppen oder auch zum Backen von Kartoffelbrot oder zur Herstellung der italienischen Gnocci. Fein gewürzt mit frischen Kräutern wie Petersilie, Dill oder Majoran, mit etwas Salz, Pfeffer, Kümmel, Paprika oder Muskat oder auch gratiniert mit Sesam oder Mandeln, lassen sich geschmacklich immer wieder neue Variationen hervorzaubern. Ein Klecks Butter oder Crème fraîche verfeinern den Geschmack.

Berühmt und vielseitig
Wußten Sie, daß

  • es in München ein Kartoffelmuseum gibt?
  • 1995 im Space Shuttle Columbia die Kartoffel als erste Pflanze in den Weltraum reiste?
  • es in Deutschland viele KartoffelHotels, –Pensionen und –Gaststätten gibt?
  • die Kartoffel zur Papier-, Puder- und Seifenherstellung verwendet werden kann?
  • sich die Kartoffel zu Bio-Treibstoff verarbeiten läßt?
  • 1997 eine Sonderbriefmarke “350 Jahre Kartoffelanbau in Deutschland” herausgegeben wurde?
  • Kartoffelstärke auch in Gummibärchen und Pudding vorkommt?
  • nach dem Krieg aus Kartoffeln ein Ersatz-Kaffee gekocht wurde?
  • Kartoffeln auch zur Schnapsherstellung genutzt wurden?


Vorsicht!

Grüne unreife oder auch gekeimte Kartoffeln sollen aussortiert und nicht gegessen werden. Der enthaltene Stoff Solanin kann zu Vergiftungen führen oder auch Migräne auslösen.

Nebenwirkungen
Der Stoff Solanin, der in grünen Kartoffeln giftig ist, bleibt in Spuren auch in der reifen Kartoffel wirksam. Dieser ist dann nicht mehr gesundheitsschädlich. Jedoch haben diese „Spuren“ eine ähnliche Wirkung wie Valium, nämlich dämpfend. Wer viele Kartoffeln ißt, spürt diese Begleiterscheinung. Beispiel: Die Pommern galten früher als die Kartoffelesser. Sie waren von eher ruhigem Gemüt, etwas schwerfällig, getragen. Ganz im Gegensatz zu den quirligen Südländern, auf deren Tellern nur gelegentlich Kartoffeln zu finden waren

Autorin: Ingrid Schlieske

Buchtipps zu diesem Artikel:
Dr. Küche und Dr. Garten.


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