Aloe Vera Besprechen die Heil-Kunst der weisen Frauen
Apr 21

Keine Angst vor Muskelmännern
Ich bin mit meinen 65 Jahren gewiß in einem Alter, in dem man sorgsam mit der eigenen Gesundheit umgehen sollte.
Wer denkt schon in der Jugend daran, daß die strahlende Energie, die vitale Lebensfreude, die Unbesiegbarkeit nach und nach, ganz unbemerkt und leise, immer ein bißchen weniger wird.
Die physischen Kräfte lassen nach, der Atem wird kürzer, die Ruhepausen ein wenig länger und die ein oder andere Verschleißerscheinung macht sich bemerkbar.


Ja, ja, man kommt ins knackige Alter. Das ist dann, wenn es an allen Ecken zu knacken beginnt!

Aber muß es wirklich zwangsläufig mit den Kräften abwärts gehen, wenn man älter wird?
Nein, absolut nicht. Das behaupte ich aus eigener Erfahrung. Niemand muß sich damit abfinden, daß körperliche oder geistige Fähigkeiten nachlassen.

Wichtig ist, rechtzeitig mit einem effizienten „Instandhaltungsprogramm“ zu beginnen

So habe ich, die ich mich zeitlebens für ausgesprochen steif und unsportlich gehalten habe, erst mit 45 Jahren zu regelmäßigem Bewegungstraining gefunden.
Damals, vor 20 Jahren also, lernte ich wegen unerträglicher Rückenschmerzen eine höchst wirkungsvolle Wirbelsäulen-Gymnastik kennen.
Diese fiel mir anfänglich gar nicht so ganz leicht. Erst einmal wußte ich nach den Übungen kaum, wohin mit meinen steifen Gliedern. Aber schon nach einer einzigen Woche des täglichen Trainings spürte ich, wie die Gelenke beweglicher wurden und die Muskelschmerzen nachließen.

Ich erlebte erstmals in meinem Leben einen unmittelbaren Gesundheitserfolg durch sportliche Betätigung

Dann, nach nur 2 Monaten waren die Rückenprobleme, die mich vorher so sehr gequält hatten, daß ich mich ausgesprochen invalide fühlen mußte, weg – einfach weg.
Schnell stellte ich fest, daß die Schmerzen wieder kamen, sobald meine Bemühungen nachließen.
Also behielt ich sie lieber bei.
Später dann erlernte ich Yoga-Übungen und registrierte, daß mein Körper so geschmeidig wurde, wie bei einem jungen Menschen. Ich staunte nicht schlecht über diesen unerwarteten Erfolg.

Ich begriff, daß ich einem Irrglauben aufgesessen war, als ich mein Leben lang dachte, ich sei nicht sportlich und daß das angeboren sei.

Seit dieser Erfahrung gehört etwas Körperertüchtigung zu meinem Leben.
Ich fühle mich einfach besser, wenn ich regelmäßig Bewegung habe.

Nun siedelte ich vor einigen Jahren nach Spanien über. Dazu hatte ich einen Teil meiner beruflichen Pflichten nach Mallorca verlegt.
Brav lief ich jeden Morgen in aller Herrgottsfrühe, gleich nach dem Aufstehen, einmal „um den Pudding“. Etwas Sport muß schließlich sein.
Meine Disziplin reichte jedoch oftmals nicht aus, um auch noch Gymnastik zu machen oder die mitgebrachten Hanteln zu schwingen.
Also pilgerte ich eines Tages kurzerhand zu dem Fitneßcenter in meinem Dorf.
Ein bißchen Mut gehörte schon dazu, wie ich fand. Sah ich doch dort eine Reihe von Jünglingen und nur ein einziges Mädchen in dem großen Sportraum an schweren Geräten beim Training. Paßte ich hier hin?
Suchend sah ich mich um. Wollte ich wirklich…?
Die Anwesenden könnten allesamt vom Alter her meine Enkel sein.

Unentschlossen stand ich am Eingang und überlegte gerade, ob ich nicht besser den Rückzug antreten sollte.

Aber schon kam ein junger Mann auf mich zu. Nicht sehr groß, verfügte er doch über ungemein breite Schultern und einen kahlrasierten Schädel. Und Muskeln – Du meine Güte…! Gleich wurde ich noch ein bißchen verzagter. Nein, also wirklich…!
Ich wollte mich schon entschuldigen und einfach wieder gehen. Aber der sportliche Mensch strahlte mich sympathisch an und bat mich in sein Büro. Mehr schlecht als recht versuchte ich mich ihm verständlich zu machen. Mein Spanisch war lausig und unser beider Englisch reichte für eine flüssige Konservention auch nicht unbedingt aus.
Aber immerhin genügte es, uns darauf zu verständigen, daß ich erst einmal probeweise 10 Trainingsstunden erwarb.
Auf meine bange Frage, ob ich denn für dieses Center nicht viel zu alt sei, lachte der junge Mann mit dem klangvollen Namen Tolo mir unbekümmert zu und meinte, das sei kein Problem.

„Na gut, dachte ich, was habe ich schon zu verlieren?“

Und dann ging es los. Auf mich persönlich wurde von Tolo ein kleines Programm zugeschnitten. Dafür wurden mir die passenden Trainingsmaschinen erläutert. Da ich schon Fitneßcentererfahrungen hatte, konnte gleich losgelegt werden. Eine Stunde dauerte die erste Exkursion.
Ganz ehrlich, eigentlich hatte ich fest damit gerechnet, danach heimwanken zu müssen und vor lauter Muskelkater kein Glied bewegen zu können.
Aber nichts da. Kaum ein leichtes Ziehen in den Armen erinnerte daran, daß ich gerade ein ungewohntes Training absolviert hatte.

Muskelkater bekommt nur der „übersäuerte“ Mensch
Durch meine jahrelange, trennköstliche Ernährung mit vielen basenüberschüssigen Lebensmitteln war ich also vor den berüchtigten Muskelschmerzen gefeit, die Sportungeübte bei außergewöhnlicher Muskelbelastung normalerweise begleitet.

Ein Jahr bin ich schon dabei
Längst bin ich meinem Club Arte Sport beigetreten. Zwei bis dreimal in der Woche absolviere ich dort meine Trainingsstunden, wenn ich auf der Insel bin.
Ja klar, ich bin mit Abstand die allerälteste Besucherin. Aber gelegentlich entdecke ich schon mal ein Gesicht, daß sich schon eher zum „Erwachsenenalter“ zählen läßt.
Freilich, die meisten Sportler sind sehr jung.
Und wie ich feststellen konnte, sehr nett.
Noch nie hatte ich das Gefühl, in „meinem Center“ nicht willkommen zu sein.
Zwischenzeitlich habe ich auch die bildhübsche Frau von Tolo kennengelernt, die oftmals mit den 2 kleinen Töchtern in Arte Sport anzutreffen ist.
Viele Aktivitäten werden dort zusätzlich noch angeboten. So gibt es Gymnastik-, Ballett- und Tanzräume. Und temperamentvolle Kindergruppen trainieren lautstark Karate im benachbarten Saal.


Ich aber bin ein Fan von der Arbeit an Maschinen. Ganz gezielt kann ich genau die Muskelgruppen trainieren, die auf meinem Fitneßprogramm stehen.

Dies, ohne befürchten zu müssen, mich zu übernehmen, etwas zu überdehnen oder den Gelenken zu schaden. Freilich achte ich darauf, genau die Anweisungen von Tolo zu befolgen.
Und ich weiß heute, daß es keineswegs darauf ankommt, schwere Lasten zu bewältigen. Vielmehr liegt das Geheimnis des gesundheitlichen Erfolges in vielen Wiederholungen einer Übung mit leichtem Gewicht.
Gelegentlich werde ich gefragt, ob das nicht langweilig ist, von einer Maschine zur anderen zu wandern. Das finde ich nicht, ganz im Gegenteil. Ich befolge genau meinen Trainingsplan.

Es ist ein Super-Gefühl, die Übungen sorgfältig abzuspulen und zu erleben, wie der Körper willig mitmacht

Es ist gut zu spüren, wie es mir leichter und immer leichter fällt, die Wiederholungen der einzelnen Exkursionen zu steigern.
Schnell, viel zu schnell vergeht jedesmal meine Trainingsstunde. Aber diese eine Stunde reicht. So habe ich es mir vorgenommen. Schließlich will ich kein Sportler werden und muß nirgends zu Wettbewerben antreten.

Jeder hat seinen inneren Schweinehund
Auch ich hadere manchmal mit mir: „Soll ich heute wirklich gehen? Es ist so warm draußen und eigentlich bin ich doch schon ziemlich groggy.
Ausruhen wäre jetzt auch ganz nett.“
Meistens kann ich mich in einem solchen Fall dennoch motivieren.
Und wenn ich dann in meinem Center aufs Fahrrad klettere, bin ich so, so froh, daß ich mich überwunden habe.

Das „Gefühl danach“ ist unbeschreiblich
Habe ich meine Trainingsstrecke hinter mir, gehe ich öfter noch auf einen frischen Orangensaft in die Cafeteria. Es geht mir einfach gut. Ich könnte vor lauter Glück heimwärts tanzen. Die Glieder sind ganz leicht und die Seele auch. Hatte ich vorher den Tag über vielleicht mit einer Mißstimmung zu kämpfen – jetzt ist sie verflogen.
Die Kraft-Arbeit hat das bewirkt.

Zu meiner Zukunft gehört Sport
Ich sehe mich mit 80 Jahren noch immer zwei- bis dreimal in der Woche zu meinem Fitneßcenter traben. Denn ich will fit bleiben bis ins hohe Alter. Schon meine Großmutter hat schließlich immer gesagt:

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“

Und ich weiß schon jetzt, man kann sein Alter aktiv und hellwach erleben. Denn auf der Schwelle dazu dürfte ich ja schon sein.

Das Instandhaltungsprogramm allerdings wird mit den Jahren etwas aufwendiger.
In ein paar Jahren dann werden die jungen Leute im Center vom Alter her meine Ur-Enkel sein können.
Zwischenzeitlich komme ich gelegentlich mit den Trainierenden ins Gespräch. Sie haben sich an mich gewöhnt und finden es gut, daß ich da bin und in meinem Alter so viel für mich tue. Das finden sie ungewöhnlich und bewundernswert.
Ich hingegen finde es schade, daß so wenig „erwachsene Menschen“ den Mut haben, im Fitneßcenter zu trainieren. Aber wie gesagt: in letzter Zeit erspähe ich so manchen Menschen, der doch nicht mehr ganz so blutjung ist wie das Gros der Trainierenden. Und mehr Frauen kommen jetzt. Das freut mich besonders.

Nur Mut – Sie sind willkommen
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß Menschen, die Krafttraining betreiben, besonders ausgeglichen und liebenswürdig sind. Sie wissen um ihre Stärke und müssen sie nicht aggressiv demonstrieren. Die Scheu vor Muskelmännern ist also absolut überflüssig.

Krafttraining ist keineswegs den Jüngeren vorbehalten. Es ist als Sportart besonders gut für ältere Menschen geeignet. Die Leistung kann der körperlichen Möglichkeit angepaßt werden und die Verletzungsgefahr ist äußerst gering.
Und – Sie brauchen keine sportlichen Voraussetzungen. Auch gänzlich Unsportliche können gleich einsteigen.
Vielleicht entschließen Sie sich ja auch bald, die eigene Schwellenangst zu überwinden und es mir gleich zu tun.
Nach nur wenigen Übungsstunden schon erleben Sie Ihren Körper wieder intensiv und erobern sich ein völlig neues Lebensgefühl.

Versprochen!

Starke Knochen
Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, daß die Knochendichte bis zu zwei Prozent im Monat zunehmen kann, wenn alte Menschen ein Bewegungsprogramm absolvieren. Besonders effizient wirkt jedoch ein leichtes Krafttraining, also Belastung. Hiermit kann auch drohender Osteoperose nachhaltig vorgebeugt werden.

Glücks-Hormone
Bei körperlicher Anstrengung werden Glückshormone freigesetzt. Das bestätigen z.B. auch Bergsteiger, Skifahrer, Wanderer.
Krafttraining wirkt deshalb deutlich stimmungsaufhellend.

Ein Muskelkorsett
Trainierte Muskeln bieten für Knochen und Gelenke ein sinnvolles Stützkorsett. Dadurch werden besonders im Alter die Gelenke entlastet und somit geschont. Dieses Prinzip wirkt auch besonders gegen Rückenschmerzen:
Ein starker Rücken tut nicht weh!

Angeregter Kreislauf
Durch Belastung und Bewegung wird der Blutfluß aktiviert. Man spürt den Körper von der Haarwurzel bis zum kleinen Zeh. Das vermittelt das Gefühl, sehr lebendig zu sein.

Sportler-Ernährung

Sie sollte basenüberschüssig sein. Das heißt: viel Obst, Gemüse, Salat, etwas Fisch, wenig Fleisch. Soja liefert wertvolle Proteine. Für die Zubereitung ist es wichtig, gute Öle zu wählen.

Autorin: Ingrid Schlieske


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