Zucchini-Tofu-Puffer Honig heilt und entgiftet
Jun 14

Die Eberraute (Artemisia abrotanum L.)
Die Eberraute ist als Küchenkraut und als Heilpflanze etwas in Vergessenheit geraten. Zu Unrecht, wie ich meine, denn dieses Gewächs, mit dem viel populäreren Beifuß verwandt, besitzt eine nicht zu unterschätzende Heilwirkung.
In früheren Zeiten war die Eberraute unerlässliches Gewürz für viele Fleischgerichte. Besonders fettes Fleisch kam ohne die verdauungsfördernden Stoffe in diesem Kraut nicht aus. Gleichzeitig aber wirken die Bitterstoffe auch appetitanregend, was auf den stimulierten Gallenfluss zurückzuführen ist. Als Würzkraut gibt es besonders bei der Verwendung für Kalbfleisch und Pute eine durchaus interessante Geschmacksnote.
Besonders geschätzt aber werden seine magenstärkenden Eigenschaften.

Geschichtliches
Die Eberraute ist ein Korbblütengewächs und kommt wahrscheinlich aus Kleinasien. Im westlichen Mittelmeergebiet kommt sie wild vor, ist aber auch als Wildkraut im einheimischen Bauerngarten zu finden.

Zwei Typen der Eberraute
Es gibt zwei Sorten der Eberraute:

  1. Die Kampfereberraute hat einen scharfen, durchdringenden Geruch, der aktivierend und belebend wirken soll
  2. Die Zitroneneberraute findet Verwendung als Küchenkraut

Beiden Sorten wird die gleiche gute Heilwirkung nachgesagt.
Der Tee, aus den Blättern aufgegossen, schmeckt ausgesprochen gut.


Inhaltsstoffe
Ätherisches Öl – wirkt belebend
Bitter- und Gerbstoffe – stärken den Magen, fördern die Gallenproduktion und wirken antiseptisch

Überliefertes
Der Eberraute werden seit je her enorme Heilkräfte zugestanden. Sie soll so viele Vorzüge haben, wie sie Blätter besitzt. In Milch und Honig eingenommen, soll sie gegen Würmer geholfen haben, Herzbeschwerden gelindert und den Mahlzeiten die richtige Würze gegeben haben.
Aber auch ein Mittel gegen Glatzen soll die vielseitige Pflanze geliefert haben.
In alten Zeiten schätzte man sie auch als Aphrodisiakum. In diesem Sinne sollte man einem Mädchen, deren Liebe man gewinnen wollte, einen Eberrautenzweig in das Schürzenband stecken.

Anwendung
In der Küche wird die Eberraute in Gemeinschaft mit Pfeffer, Zwiebeln und Knoblauch verwendet, damit ihr starker Geschmack das Rezept nicht dominiert.
In der Naturheilkunde empfehlen sich die Blätter der Eberraute, die frisch oder getrocknet zu Tee aufgegossen werden. 1 frischen Zweig mit 1/2 l Wasser überbrühen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen und 3 Tassen täglich trinken. Oder 1 EL getrocknetes, gerebeltes Kraut mit 1/2 l Wasser überbrühen, 5 Minuten ziehen lassen und 3 Tassen täglich zu sich nehmen. Kann kurmäßig ein viertel Jahr angewandt werden.

Heilwirkung
Besonders wegen ihrer verdauungsfördernden Wirkung ist die Eberraute bekannt. Unschätzbar aber sind ihre Dienste als Erkältungsmittel, um die Immunabwehr mehr zu stärken, sowie Alte und Kranke wieder auf die Beine zu bringen.
Gelobt werden ihre regenerierenden Wirkungen, so dass die Eberraute sich als Anti-Aging-Mittel bestens eignet.


Beispiele aus meiner Kräuterpraxis

Tee rettete Auftritt
Unbeabsichtigt verhalf unser beliebtester Showmaster Thomas Gottschalk der Eberraute zu erneuter Berühmtheit. Kürzlich war er derart erkältet, mitsamt einer fiebrigen Grippe, dass es fraglich schien, ob er seinem Fernsehauftritt gewachsen wäre. Kluger Weise ließ er sich nicht von Ärzten mit Medikamenten voll pumpen, sondern besann sich auf ein altes Hausmittel, das ihm als Kind schon oft geholfen hatte. Er trank den Tag über mehrere Tassen Eberraute-Tee. Als er bei seiner Sendung den Gästen erzählte, weshalb es ihm gelungen war, nun wieder „auf den Beinen“ zu sein, wurden in den Folgetagen die Apotheken gestürmt. Schnell war der Eberraute-Tee vergriffen. Seit dieser offiziellen Erwähnung ist dieses Heilkraut wieder verstärkt ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt.

Regenerative Wirkung nach Brustoperation
Meine Freundin war an Krebs erkrankt und ihre Brust musste operiert werden. Nur schwer erholte sie sich von dem Schock und der großen Operation. Während dieser Zeit der Rekonvaleszenz trank sie auf mein Anraten und das ihres Apothekers regelmäßig Eberrauten-Tee. Das half ihr, wieder zu Kräften zu kommen und die Nachwirkungen der Erkrankung zu überwinden. Noch heute schwört sie auf ihren Regenerationstee, den sie sich regelmäßig aufgießt. Meine Freundin hat ihre alte Vitalität und Lebensfreude längst wieder.

Ideale Verdauungshilfe
Der Wert der Eberraute für die Verdauungsvorgänge ist weitgehend in Vergessenheit geraten. Dabei unterstützt er in idealer Weise die Arbeit von Magen und Darm und stimuliert die Gallenproduktion durch seine milden Bitterstoffe. Meiner Mutter habe ich diesen Tee schon vor Jahren verschrieben. Mit seiner Hilfe hat sie ihre zu hohen Cholesterinwerte verbessern können und verfügt heute über eine gute Immunabwehr, die dafür sorgt, dass sie kaum noch erkältet ist.

Autorin: Hidelgard Kita
Kräuterfrau

Weiterführende Links hierzu:
Selbstanwenderseminar Kräuterkunde

Buchtipps zu diesem Artikel:
Dr. Küche und Dr. Gaten


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    Ein Kommentar zu “Die Eberraute”

    1. Frau Josée Hoffmann schreibt:

      Guten Tag,
      Seit Jahren leide ich an immer wiederkehrender Magenschleimhautentzündung. Seit ich die Eberraute selbst bei mir im Garten stehen habe und mir bei Magenschmerzen einen Tee ansetze, bekomme ich es selbst in den Griff. Muss nicht mehr so oft ins Krankenhaus.
      Sogar selstgemachter Schnaps hilft sehr gut bei schweren Mahlzeiten, so dass das Schweregefühl im Magen sehr schnell verschwindet.
      Die Eberraute bei mir im Garten ist nicht mehr weg zudenken.
      Liebe Grüsse aus Luxemburg

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