Diese Fette sind gesund Kichercrêpes
Mrz 28

Der Vogelknöterich (Polygonum aviculare)
Ein wenig ist diese Heilpflanze in Vergessenheit geraten. Ich meine zu Unrecht. Denn öfter schon konnte ich mich von ihrer ausgezeichneten Heilwirkung überzeugen.
Der Vogelknöterich ist eine der ältesten bekannten Heilpflanzen. Sie war schon dem berühmten Arzt Dioskurides (griechischer Arzt um 40 bis 90) bekannt. Er nutzte sie gegen Blutspeien, Bauchfluß und Cholera.
Aber auch die hl. Hildegard von Bingen legte den Knöterich über Nacht in guten Wein und verwendete ihn dann als Fiebermittel. Aus mittelalterlichen Überlieferungen ist bekannt, daß der Vogelknöterich eine stopfende und zusammenziehende Wirkung hat.


Gerühmt wurde auch seine stein- und griestreibende Kraft sowie die Unterstützung der Wundheilung. Aus letzterer Wirkung her rührt auch seine Bezeichnung als Blutkraut. Auch bei Frauenkrankheiten fand diese Pflanze ihren Einsatz.
Sogar in der Chinesischen Heilkunde wurde Vogelknöterich schon 536 n.Chr. in alten Schriften erwähnt. Damals ist es gegen Geschwüre, Blutungen und Malaria angewandt worden.
Aber auch der Kräuterpfarrer Kneipp empfahl Abkochungen für Umschläge bei schlecht heilenden Wunden und offenen Beinen.

Der Vogelknöterich heißt auch:

  • Blutkraut
  • Erdpfeffer
  • Wegritt
  • Weggras
  • Laufrasen
  • Saugras
  • Saukraut
  • Wegefred
  • Zerrgras

Heilwirkungen
In der heute angewandten Kräutermedizin gilt Vogelknöterich als blutreinigend und schleimlösend. Deshalb wird er bevorzugt als Tee bei Rheuma, Gicht, Blasen- oder Nierenleiden getrunken.
Bei Husten und Heiserkeit leistet er ebenfalls gute Dienste.
Durch Saponine werden der Cholesterinspiegel gesenkt und Entzündungen gehemmt.
Die enthaltene Kieselsäure wirkt kräftigend auf haut, Haare und Nägel, deswegen findet Vogelknöterich Verwendung in Teemischungen „für die Schönheit“.

Vorkommen
Vogelknöterich wächst überall in Europa und ist auf Äckern, an Wegesrändern und Straßenböschungen zu finden. Er ist eine einjährige Pflanze, die ca. 60 bis 70 cm groß wird. Das junge Kraut steht aufrecht, liegt später jedoch nieder.

Ernte
Die Blütezeit ist Juli bis September. Nur in dieser Zeit werden auch Blätter und Stengel geerntet, ggf. zerkleinert und getrocknet.

Zubereitung
Tee: 1 geh. TL getrocknete Blätter und Blüten werden mit 1/4 l heißem Wasser überbrüht und nach 10 Minuten durchgesiebt. 3 x täglich 1 Tasse trinken.
Abkochung: 1 geh. TL getrocknetes zerkleinertes Kraut von der ganzen oberirdisch wachsenden Pflanze wird mit 150 ml kaltem Wasser bedeckt zum Kochen gebracht und danach gleich zur Seite gestellt. Nach 5 Minuten durchsieben. 3 x täglich 1 Tasse trinken oder äußerlich als Umschläge oder Waschungen anwenden.


Inhaltsstoffe

  • Kieselsäure
  • Gerbstoffe
  • Schleim
  • Saponine (diese gelten als Krebsabwehr, besonders im Magen-Darm-Trakt, senken Cholesterine und wirken entzündungshemmend)


Beispiele aus meiner Kräuterpraxis


Nasenbluten bei meinen Kindern

Besonders mein Ältester neigte, gerade in den Sommermonaten, öfter zu Nasenbluten. Immer, wenn die Kinder umhertobten oder es zu kleinen Rangeleien kam – schon war es passiert und mein armer Junge blutete heftig aus seinem Riechorgan. Er selbst, aber besonders seine Spielkameraden, waren dann ganz erschrocken. Aber das sah natürlich weitaus gefährlicher aus als es war.
Ich ließ ihn dann eine Knöterichabkochung in kleinen Schlucken trinken. Aber auch ein Ziehen dieses Tees in die Nase sorgte dafür, daß es immer rasch wieder vorbei war mit dem blutigen Spuk.

Rheuma bei Verwandten

Meine Mutter, aber auch die Onkel und Tanten meiner weitverzweigten Verwandtschaft versorge ich seit Jahren mit Kräutertees, die ich ihnen in meiner Vogelsberg-Umgebung sammele. Dazu gehört auch meine „berühmte“ Rheumamischung. Dazu lese ich Vogelknöterich, Brennessel und Ringelblume, die ich sorgfältig trockne. Diese Mischung fülle ich dann in schöne Leinensäckchen und habe damit sehr persönliche und hübsche Weihnachtsgeschenke.
Und meine älteren Herrschaften schwören auf „Hildegards Rheumamischung“.

Husten, Husten, Husten
Sehr bewährt hat sich bei Husten die Teemischung aus Spitzwegerich und Thymian. Aber erst die Beimischung von Vogelknöterich ergibt die optimale Heilwirkung. Das liegt an den Saponinen und den Gerbstoffen. Meine Cousine, die an einer chronischen Bronchitis leidet, hat sich längst von verschriebenen Hustensäften wegen der erlittenen Nebenwirkungen verabschiedet. Sie findet, daß der Tee, den sie sich selbst nach meinem Rat zusammenmischt, so wirkungsvoll ist wie keines der vorher ausprobierten Medikamente.

Autorin: Hidelgard Kita (Kräuterfrau)

Buchtipps zu diesem Artikel:
Dr. Küche und Dr. Garten.


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