Ich passe wieder in einen BISTRO-Stuhl Das Ackerstiefmütterchen (viola arvensis)
Apr 06

Er ist gar kein Kohl, sondern eine Blume
Die Geschichte des Rosenkohls geht zurück bis ins 13. Jahrhundert, wo er in der Gegend um Brüssel herum aus wildem Kohl gezüchtet wurde, um erst einmal die Vorgärten der reichen Bevölkerung zu verschönern.
Im 19. Jahrhundert erst begann man ihn dann als Gemüsepflanze zu kultivieren, daher stammen dann wohl auch die Namen Brüsseler Kohl oder Brüsseler Sprossen.
Die etwa walnußgroßen Rosenkohlröschen wachsen als kleine Triebknospen direkt am Stengel, der bis zu 90 cm hoch werden kann und oben in großen Kohlblättern endet.



Rosenkohl ist ein echtes Wintergemüse und die Saison geht von Ende Oktober bis in den März hinein.

Seinen milden, leicht süßlichen Geschmack entfaltet er aufgrund chemischer Umwandlungsprozesse erst nach den ersten Nachtfrösten.
Wie alle anderen Kohlsorten ist auch Rosenkohl ein gesundheitsförderndes Gemüse und sollte bevorzugt jetzt in der kalten Jahreszeit öfters mal auf dem Speiseteller erscheinen.

Frische und Lagerung

Frischen Rosenkohl erkennt man an den festen, geschlossenen, grünen Röschen. Manchmal sind diese noch von einer zarten, bläulich schimmernden, natürlichen Wachsschicht umgeben, die jedoch beim Abwaschen verschwindet.
Je frischer er gegessen wird, desto besser, aber luftdicht in einer Plastiktüte kann Rosenkohl im Gemüsefach bis zu 4 Tagen aufbewahrt werden.
Zur Tiefkühlhaltung sollte er vor dem Einfrieren ca. 3 Minuten in kochendem Wasser blanchiert werden.

Die Inhaltsstoffe des Rosenkohls
Viel Vitamin C, Vitamin B1, B2 und Folsäure, Kalium, Eisen, Natrium, Kalzium, Phosphor, Bitterstoffe, Pflanzenfarbstoffe.

Wirkungen auf die Gesundheit
Aufgrund des hohen Ballaststoffanteils und der Bitterstoffe regt Rosenkohl die Verdauung an. Die Bitterstoffe stimulieren Leber und Galle und sorgen für eine vermehrte Ausschüttung von verdauungsfördernden Säften.
Der große Anteil an Ballaststoffen gibt dem Stuhl ein größeres Volumen, was eine verstärkte Darmeigenbewegung bewirkt und eine leichtere Ausscheidung ermöglicht.
Die Bitterstoffe und auch die Pflanzenfarbstoffe werden gerade in den letzten Jahren immer mehr als krebsvorbeugende Substanzen von Wissenschaftlern untersucht und anerkannt.
Leider werden aber gerade diese Bitterstoffe immer mehr weggezüchtet, um einen milderen Geschmack zu bekommen. Ausgelaugte Monokulturböden und Treibhausanbau sind ein weiterer Minuspunkt, da sie den Anteil des Pflanzenfarbstoffes Karotin im Rosenkohl verringern (in den letzten 30 Jahren um mehr als 45 % laut der „The Composition of food“-Studie).
Einen besonderen Stellenwert nimmt Rosenkohl bei der Behandlung von Scheidenpilzen ein.
Zusätzlich zu der naturheilkundlich eingeleiteten Behandlung sollte dann möglichst viel Rosenkohl gegessen werden, da er die Heilung positiv unterstützt.
Um in den vollen Genuß der gesund erhaltenden positiven Wirkungen des Rosenkohls zu kommen, ist es sinnvoll, eine intensiver schmeckende Sorte beim Biobauern einzukaufen.
Je nach Zubereitungsart wird aus dem etwas bitteren Winterkohl ein wohlschmeckendes Bleib-gesund-Gemüse.


Zubereitung
Je nach Größe und damit er noch knackig und bißfest bleibt, wird Rosenkohl in nur wenig Wasser oder Gemüsebrühe nur 5 bis 10 Minuten gegart.
Zum Verfeinern von Rosenkohl dient etwas Butter oder Sahne, gewürzt wird z.B. mit einem Hauch von Muskatnuß oder Basilikum. Er paßt traditionell als Beilage zu Fleisch, Wild oder Geflügel und in der Trennkostküche in Salate, Suppen oder auf den Gemüseteller z.B. zu Soja.
Leicht in Butter angedünstet ist er eine leckere exotische Variante zu Honigmelone oder Schafskäse, vielleicht mit einigen Mandelblättchen verziert.
Aber auch Olivenöl und Knoblauch paßt gut zu diesem herrlichen Gemüse.
Es lohnt sich, die eigene Fantasie spielen zu lassen und mal etwas extravagante Rosenkohl-Variationen auszuprobieren.

Autorin: Ingrid Schlieske

Buchtipps zu diesem Artikel:
Dr. Küche und Dr. Garten.


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