Balsamico aus Modena Seife aus dem Mittelalter
Apr 09

Aber wieviel davon benötigt er tatsächlich für ein glückliches Leben?

Höre nie auf anzufangen, fange nie an aufzuhören (Rolf Hochhuth)

Zumindest scheint das Streben nach Sicherheit einen ersten Platz im Wunschdenken der Bürger zu haben.
Der Beispiele gibt es viele:
„Wir wollen Sicherheit, wir brauchen Sicherheit, um uns geborgen zu fühlen.“
Dazu gehören in allererster Linie ein Dach über dem Kopf, genügend Essen auf dem Tisch und schützende Kleidung. Aber auch die Seele fordert ihre Versicherung. Familie, Freunde bieten den sozialen Halt.
Es dürfte interessant sein, diese letzten Zeilen noch einmal zu lesen. Steht da irgend etwas von Vermögen, Karriere, Karibikurlaub, Uhren, Schmuck, antike Möbel, Versicherungspolicen und Geldanlagen?
Darum aber geht es, wenn wir über die heutige Auffassung von Sicherheiten in unserem Leben nachdenken.

Aber alle diese Sicherheitspunkte haben wir uns nur ausgedacht. Sie gehören in Wahrheit nicht zu unseren Grundbedürfnissen, die ein reiches und erfülltes Leben ausmachen


Zum Sicherheitsdenken allerdings gehört heutzutage das Wohlstandsdenken und das Streben nach ewiger Jugend.
Und so versuchen die Menschen, alle Risiken, die solchen Status gefährden könnten, oder die an Krankheit erinnern, beinahe verzweifelt auszuschalten.

  • Krankenversicherungen werden in verschiedener Form abgeschlossen: „Wenn ich krank bin, will ich schließlich die beste ärztliche Versorgung.“
  • Pflegeversicherung: Wenn man sich nicht mehr selbst versorgen kann, muß Pflege finanziert werden.
  • Lebensversicherungen: Sie sollen abschirmen gegen alle Eventualitäten wie unverhoffte Armut, Invalidität, finanzielle Einbrüche, Unglück.
  • Rentenversicherungen: Im Alter soll das Leben genossen werden. Alle Mühsal wird wieder ausgeglichen. Reisen und Wohlstand sollen Versäumtes wieder gut machen.
  • Wohn-Versicherung: ist z.B. ein Haus. Es soll groß und schön sein. Kinder können darin spielen und toben..
  • Feuerversicherung: Alles kann abbrennen.
  • Glasbruchversicherung: Falls die Fenster von Menschen, Wetter oder anderer Gewalt eingeschlagen werden.
  • Sturmversicherung: Das Dach kann abgedeckt werden.
  • Einbruchversicherung: Die Wohnung kann ausgeräumt werden.
  • Arbeitslosenversicherung: Wie wird alles schließlich weiter finanziert, wenn der Arbeitsplatz gefährdet ist.
  • Rechtsschutzversicherung: Man weiß nie, mit wem man einmal vor dem Richter steht. Besser, die Kosten dafür sind gesichert.
  • Diebstahlversicherung bei Reisen: Was ist, wenn der Koffer nicht mehr auffindbar ist?
  • Reiserücktrittsversicherung: Falls man die Reise nicht antreten kann.
  • Haftpflicht: Und wenn man einen Schaden verursacht? Die Versicherung zahlt in diesem Fall.
  • Ausbildungsversicherung: Kinder wollen studieren, brauchen eine eigene Wohnung. Besser rechtzeitig vorsorgen.
  • Sparvertrag: Jeder Pfennig wird zurückgelegt. Wer weiß, wofür man noch einen Notgroschen braucht.

Der Versicherungen gibt es unzählige. Die Reihe kann beliebig fortgesetzt werden.

Wir wollen uns vor jedem Risiko schützen

Es sieht ganz so aus, als würden wir uns rundherum polstern wollen. Absichern sogar gegen Krankheit und Tod.

Das Problem scheint mir jedoch zu sein, daß die meisten Menschen sich vielmehr gegen das Leben absichern.
Vor lauter Bedenken, Ängsten und dem Bemühen, sich gegen alle Risiken zu schützen, vergessen sie zu leben. Zu er-leben nämlich.

Wie sicher sind Versicherungen?
Läßt es sich durch „Versicherungen“ erreichen? Und wie oft hat man selbst erlebt oder von anderen gehört, daß im Bedarfsfall keineswegs Verlaß ist auf die vertrauensvoll abgeschlossenen Versicherungen. Vielmehr tun die Gesellschaften oft alles dafür, Prämien nicht auszahlen zu müssen. Dafür wird häufig mit juristischen Finessen gearbeitet und der Versicherte steht mit leeren Händen da. Also wäre wohl noch eine Versicherung gegen Versicherungen angebracht.

Was macht ein gutes Leben eigentlich aus?

Nach meiner Ansicht gehört zu einem guten Leben auch die Bereitschaft, es sich auf der erreichten, der sogenannten „Komfort-Ebene“ oder „Sicherheitsebene“,  nicht allzu gemütlich zu machen, sondern diese Ebene bewußt zu verlassen.

Auf dieser Komfort-Ebene nämlich wohnen die Gesellen, die uns behindern am wahren Leben.

Struktur der Gewohnheitsmuster bestehen aus:

  • Gewohnheit
  • Sicherheitsdenken
  • Risikovermeidung
  • Eintönigkeit
  • Abwickeln
  • Erledigen:
  • Langeweile
  • Müdigkeit
  • Dulden
  • Resignieren
  • Energielosigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Eingleisig
  • Wiederholung
  • Warten
  • Herausforderung meiden
  • Mutlosigkeit
  • Probleme umgehen
  • Innerer Schweinehund
  • Ängste
  • Kleinliches Denken
  • Enger Horizont
  • Keine Weiterentwicklung
  • Kein Wachstum
  • Ausruhen
  • Prägungen aus der Kindheit
  • Überholte Traditionen

Loslassen der Gewohnheitsmuster führt zu:

  • sich befreien
  • loslassen
  • leer machen
  • Mauern einreißen
  • sich öffnen
  • hereinlassen

Göttliches, Schöpferisches leben bedeutet:

  • aktiv      Energie
  • kreativ   Anpacken
  • Ideen     Überwinden
  • Mut        Lernen
  • Risiko     Trainieren

Wenn wir aber bereit sind, nicht krampfhaft an diesen zum Teil schon fest manifestierten Mustern festzuhalten, sondern dem Leben entgegenzutreten, winken ungeahnte Er-leb-nisse und eben das „pralle Leben“.
Es gilt also, einen Teil der Komfort-Gewohnheiten aufzugeben und sich wieder frei zu machen für einen völlig neuen Beginn.


Erst der Mensch, der sich befreit hat von eingefahrenen Strukturen, und der sich für das Leben wieder öffnet, kann aufsteigen zu dem Göttlichen in uns.
Das Göttliche in uns ist das schöpferische Prinzip
Das genau ist die Gnade, die uns Erdenbürgern bei unserer Geburt so überreichlich geschenkt wurde. Und zwar jedem von uns.
Wer aber würdigt diese Gabe, indem er sie in vorgesehener Weise nutzt?
Die meisten Künstler leben zum Beispiel nach diesem Prinzip. Sie haben sich befreit von dem einengenden Ballast des übertriebenen Sicherheitspanzers.
Und neidet man ihnen eigentlich nicht heimlich das intensivere Leben, den Genuß, die Freiheit, das zu tun, wonach ihnen der Sinn steht? Auch um den Preis, sich nicht immer komfortabel im Polsterstuhl ausruhen zu können?

Es kommt auf die Balance an
Ich verrate Ihnen sicher kein Geheimnis, wenn ich Ihnen sage, daß die Komfort-Ebene nach der asiatischen Lebens- und Ausgleichsphilosophie Yin ist und das Schöpferische Yang.

Yin und Yang ergänzen einander und sollen eine untrennbare Einheit bilden

Hat die eine Seite den absoluten Überhang, ist die Situation ungesund. Sie ist aus dem Gleichgewicht geraten.
Und genau dieses Gleichgewicht zwischen Yin und Yang gilt es immer wieder anzustreben.
Gewiß, gelegentlich neigt sich der Zeiger immer mal zu der einen oder der anderen Seite. Wir spüren das als Unzufriedenheit, Depression oder körperliche Krankheit.

Es lohnt sich also, immer nachzusehen, wo etwas vernachlässigt wurde

Wie aber findet sich die gesunde Mitte?
Ihr Maßstab ist die eigene Zufriedenheit oder Unzufriedenheit. Haben Sie das Gefühl, daß das Leben an Ihnen vorbeifließt? Er-leben Sie genug? Genießen Sie? Haben Sie Zeit für sich? Wünschen Sie sich mehr Erfolg im Beruf? Fehlt Ihnen genügend Selbstwertgefühl? Hat die Freude ausreichend Raum in Ihrem Alltag? Haben Sie gute Freunde? Welcher Gestalt sind Ihre Ängste und Befürchtungen?

Ist umdenken erforderlich?

Sie sehen, es ist an der Zeit, eine Konferenz einzuberufen.
Wer daran teilnehmen soll?
Ausschließlich Sie.
Sie sitzen in Ruhe, nur bezogen auf sich selbst, mit ausreichend Zeit vor einem leeren Blatt und beschreiben zwei Spalten. Links steht alles, was sich in Ihr Leben eingeschlichen und manifestiert hat, und was Sie gerne loslassen möchten. Rechts listen Sie alle Wünsche, Träume, Ideen auf, die bisher noch ungelebt sind.
Mit dieser symbolischen Handlung signalisieren Sie Ihrem Unterbewußtsein bereits die Richtung, die verwirklicht werden soll.
Nun schauen Sie jeden Posten auf der linken Seite an und befragen sich genau, wovon Sie sich trennen wollen. Eine Reihe von Versicherungen gehört sicher auch dazu.
Die rechte Seite nun will ebenfalls gut durchgearbeitet werden. Weshalb ist dieser oder jener Traum noch nicht erfüllt worden? Was war das Hindernis? Wo fehlte es an Mut?

Träume und Ideen sind realistische Energien, die nach Verwirklichung drängen

Träume sind Schäume? Keineswegs. Dennoch muß vor jedem Plan selbstverständlich die gesunde Einschätzung stehen.
Und was haben die Versicherungen damit zu tun? Viel, denn mit jeder abgeschlossenen Versicherung wird ein Stück Verantwortung abgegeben. Scheinbar. Denn in Wahrheit bewahren Versicherungen nur vor wenigen Risiken.
Vielmehr verhindern sie oft den lustvollen Einsatz, sie verhindern das „Schärfen der Messer“ und die erhöhte Aufmerksamkeit, die wir brauchen, um den Lebenskampf kraftvoll zu bestreiten.
Der aber erst macht wirklich stark. Erst das Überwinden von Hürden, das Bewältigen von Risiken, läßt uns Leben er-leben.

Sie sehen schon: Nicht Risiken vermeiden soll das Motto sein, sondern die ständige Frage: „Wie gehe ich damit um, was trägt die Situation, das Problem, das sich stellt,  zu meiner Entwicklung bei?“

Verzicht also auf alle Sicherungen? Auf Versicherungen und Garantien?
Versicherungen braucht der heutige Mensch. Sie bieten durchaus auch Schutz. Aber müssen es tatsächlich alle Eventualitäten sein, für die es eine Police gibt?
Es reicht, wenn Grundrisiken abgedeckt werden. Ansonsten bekommt es uns allen besser, wenn wir in vielen Lebenslagen wieder Verantwortung übernehmen. Verantwortung auch dafür, daß einmal etwas schiefgehen kann. Der seelisch gesunde Mensch besitzt genug Selbstvertrauen, um zu wissen, daß es auch in solchem Fall eine gute Lösung gibt.

Life is risky!
So ist es nun mal. Aber genau das macht es auch so spannend und so einzigartig.
Und darauf sollten wir nie, nie freiwillig verzichten!

Autorin: Ingrid Schlieske


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