Baumessig Kochen für Faule
Sep 18

„Liegt es an mir oder gibt es keine vernünftigen Männer mehr?“ Dieser Stoßseufzer kam von meiner Freundin Elke, die während einer Beratung wieder einmal ihr Single-Dasein beklagte.

Seit ihrer Scheidung vor vier Jahren war das ein Dauerthema bei ihr. Als typische Karrierefrau mit zwei gut gehenden Floristik-Fachgeschäften und einer Dozentenstelle in der Ausbildung war sie eigentlich ausgelastet und hatte kaum freie Zeit. Von ihrem Ex-Mann, einem deutlich älteren Apotheker, war sie zutiefst enttäuscht worden, dennoch war die Sehnsucht nach einem Partner ungebrochen stark. Bei beiden Männern, mit denen sie inzwischen eine Beziehung gehabt hatte, kam es nach relativ kurzer Zeit zu ähnlichen Problemen wie in ihrer Ehe. Sie fühlte sich anfangs behütet, mit der Zeit aber eingeengt und bevormundet.
Trotzdem gab sie die Hoffnung nicht auf.


„Jedes Mal glaube ich, beim nächsten Mann wird alles anders. Und dann ist es wieder die gleiche Beziehungskiste. Anfangs fühle ich mich wohl bei ihnen, aber dann nehmen sie mir die Luft zum Atmen“

Jetzt machte sie sich ernsthaft Sorgen, wie es weiter gehen sollte. „Wo kann ich denn noch einen interessanten Mann finden. Ich bin jetzt 42. Natürlich werde ich noch jünger eingeschätzt, aber soll ich etwa in eine Disko rennen? Und welche Typen trifft man dort?
Klar bin ich beruflich auch schon in Hotelbars gewesen und habe tolle Männer kennen gelernt. Aber so aufregend eine Barbekanntschaft ist, daraus wird doch selten etwas Festes. Und mir läuft die Zeit davon. Du weißt, wie stark ich geschäftlich eingespannt bin, wahrscheinlich müsste ich Urlaub machen, um das zu finden, was ich mir wünsche.“

Elkes Probleme waren mir nicht neu. Wie ihr geht es vielen Frauen, die durch Scheidung oder Trennung wieder unfreiwillig zu Singles werden und sich dann bei der Suche nach einem Partner mit neuen Schwierigkeiten konfrontiert sehen.
Eine asiatische Weisheit kennzeichnet es so:

Eine Frau über 40 trifft eher einen Tiger, als einen heiratswilligen Mann

Für die lösungsorientierte Beratung von Elkes Problem konzentrierten wir uns auf drei dieser Schwierigkeiten

  1. Die Möglichkeiten, interessierte Vertreter des anderen Geschlechts kennen zu lernen, wie sie mit 20 noch üblich waren, stehen fortgeschrittenen Singles kaum noch zur Verfügung. Deshalb müssen neue und manchmal unübliche Wege erprobt werden
  2. Frauen in der Lebensmitte haben sich im Job etabliert. Sie übernehmen Verantwortung und planen berufliche oder geschäftliche Entscheidungen, klug und wohlüberlegt. Die Wahl eines Partners erfolgt jedoch eher nach romantischen Vorstellungen, unbewussten Mustern aus der Kindheit oder früheren Beziehungen. Das kann dazu führen, dass immer wieder der Falsche gewählt wird. Wenn sich das wie ein roter Faden durch mehrere Beziehungen zieht, muss diese innere Programmierung geändert werden. Erst dann haben Frauen eine reale Chance herauszufinden, wie der Partner sein müsste, der wirklich zu ihnen passt
  3. Ein solcher kompatibler Partner, mit dem viele Gemeinsamkeiten möglich wären und der auch den Wunschvorstellungen ziemlich nahe kommt, ist in dieser Altersgruppe meist nur noch selten im Angebot. Wer so ein wertvolles Einzelstück haben möchte, muss sich auch die Zeit nehmen, danach regelrecht zu fahnden

Zunächst behandelte ich bei meiner Freundin einige traumatische Erinnerungen an die Scheidung, alten Kummer, Enttäuschung und Schuldgefühle mit Meridian-Techniken und homöopathischen Mitteln. Erst wenn die Wunden geheilt und der Schmerz vergessen ist, dann kann wirklich eine neue Liebe wachsen.
Danach entwarfen wir gemeinsam eine Strategie, mit der es ihr schließlich tatsächlich gelang, den richtigen Mann fürs Leben zu finden.

Als erstes knackten wir den Programmierungscode der Partnerwahl

Dazu notierte Elke auf einem Blatt die Namen der Männer, die in ihrem Leben wichtig waren. Unter die jeweiligen Namen ließ ich sie die Eigenschaften oder Verhaltensweisen notieren, die sie an den Ex-Partnern am meisten gestört hatten.
Zu ihrem Erstaunen tauchten bei den meisten ähnliche Wesenszüge auf. Gefühlskälte und dominantes, belehrendes oder bevormundendes Verhalten.
Elke war wirklich überrascht: “Eigentlich hatte ich mir immer jemanden gewünscht, der mir Freiräume lässt, der mich akzeptiert und mich liebt, wie ich bin. Das was ich jetzt sehe, das wollte ich bestimmt nicht. Es erinnert mich an meinen Vater. Er hat meine Mutter auch dominiert und mir gegenüber immer den Oberlehrer herausgekehrt. Nur Leistung zählte. Darunter habe ich sehr gelitten.


„Aber wieso gerate ich denn permanent an den gleichen Typ Mann?“
Genau das war auf eine mögliche Programmierung aus der Kindheit zurückzuführen

Elke hat das, was sie als Kind über die Beziehung ihrer Eltern wusste oder ahnte, mit Beziehung schlechthin oder mit Liebe gleichgesetzt. Sie wählte deshalb ihre Partner unbewusst immer wieder nach dem Bild des dominanten Vaters und wiederholte die vertraute Partnerkonstellation ihrer Eltern.
Jetzt, da dieses Muster sichtbar geworden war, konnten wir daran gehen, einen Steckbrief für den Richtigen zu entwerfen. Dazu bekam sie die Aufgabe, eine Liste der Eigenschaften anzufertigen, die ihr Traumpartner mitbringen sollte und die für sie unverzichtbar wären.
Diesen Steckbrief verwahrte sie wie die bekannte Bestellung aus dem Universum, an einem besonderen Platz und widmete ihr jeden Tag Aufmerksamkeit und positive Energie.
Der zweite Punkt auf unserem Schlachtplan befasste sich damit herauszufinden, wo Elke interessante Männer treffen könnte. Denn schließlich kann man zwar einen Wunschpartner im Universum bestellen, aber leider wird der nicht direkt ins Haus geliefert. Deshalb nutzten wir eine Idee, die ich „Henrys Liste“ nenne. Henry, ein früherer Klient, hatte einfach notiert, wo er in seiner Umgebung, in seinem ganz normalen Alltag Frauen treffen, sie ansprechen und mit ihnen flirten konnte. Und tatsächlich hatte er im Waschsalon sein Glück gefunden.

In einem Brain storming trugen wir verrückte bis machbare Ideen zusammen wie z.B.:

  • Wieder ins Fitness-Studio gehen, da gab es früher nette und sportliche Typen
  • Und ein paar Kilo weniger wären vielleicht hilfreich
  • Am Unternehmer-Stammtisch meinen Flirtmuskel trainieren
  • Alle Männer, die mir wirklich sympathisch sind, zum Essen einladen. Vielleicht erwische ich den letzten Junggesellen Europas

Wir hatten eine Menge weiterer interessanter Einfälle

Natürlich war nicht alles so ernst gemeint, aber die Diskussion bot gute Möglichkeiten, die Sicht zu erweitern.

Erfolgversprechend schätzten wir alles ein, was uns selber Spaß machte und wofür wir uns begeisterten. Jemand, den Elke dort treffen konnte, musste doch gleiche Interessen oder die gleiche Wellenlänge haben wie sie

Als wir schließlich acht konkrete Vorhaben auf Elkes Liste erfasst hatten, protestierte sie. „Wie soll ich denn das alles schaffen. Das kostet mich doch viel zu viel Zeit. Ich habe jetzt schon einen vollen Terminkalender.“
Solche Einwände höre ich öfter und sicher haben sie auch ihre Berechtigung.
Damit waren wir beim dritten Problem. Da bekanntlich Liebe nun mal nicht vom Himmel fällt, braucht es eben Zeit, das zu tun, was einem am Herzen liegt. Meine Frage an Elke konnte deshalb nur lauten: „Wie viel Zeit würdest du denn täglich mit deinem Traummann zusammen sein wollen. Welchen Platz sollte er denn in deinem Terminkalender einnehmen?“ Sie lächelte, seufzte und räumte schließlich ein: „Natürlich würde ich mit dem Richtigen gerne zusammen sein wollen. Am liebsten mein ganzes Leben lang. Und täglich würde ich mich mindestens für zwei bis drei Stunden freimachen, von der Nacht ganz abgesehen.“

Also legten wir fest, diese zwei bis drei Stunden täglich bereits jetzt im Terminkalender zu blocken und genau diese Zeit für das Suchen und Finden ihres Traummannes zu nutzen

Denn, dass sie regelrecht nach ihm fahnden musste, wurde ihr mehr und mehr klar.
Elkes Liste erwies sich nicht sofort als Glücksgriff. Sie traf einige Typen, die sie noch sehr an ihre Ex erinnerten, aber die sie jetzt, ohne die alte Programmierung, schneller durchschauen konnte. Sie fand aber auch Männer, die einen zweiten Blick wert waren. Eberhardt lernte sie während eines Feng Shui-Seminars kennen, er wurde zwar nicht ihr Traummann, aber inzwischen ein sehr guter Freund. Michael, der ein interessanter Flirt-Trainingspartner war, erwies sich auch als guter Geschäftspartner, aber leider nicht mehr.
Endlich, nach 7 Monaten, als sie fast aufgeben wollte, traf sie den Richtigen. Nachdem ihre Computer-Anlage zweimal abgestürzt war, hatte sie sich an einen netten Mitstreiter aus ihrem Computerkurs erinnert, den sie jetzt alarmierte. Er war Chef einer kleinen Firma, kam gleich und behob das Problem fast sofort. Seine ruhige und geduldige Art gefiel ihr und auch, wie er alle ihre Sonderwünsche berücksichtigte. Außerdem machte er deutlich, dass ihn nicht nur ihre Computer-Anlage faszinierte und zu Hause bloß eine Katze auf ihn wartete. Sie lud ihn zum Essen ein und seit diesem Tag sind sie unzertrennlich.
Als wir den Erfolg unserer Strategie feierten, erzählte sie glücklich: “Thomas ist wirklich anders als die anderen. Er weiß, was er will und das gefällt mir. Aber er lässt mir auch Raum zum Atmen, vertraut mir und klammert nicht.“

Elkes Geschichte ist nur ein Beispiel dafür, dass es auch für fortgeschrittene Singles viele Möglichkeiten gibt, den Mann fürs Leben zu finden. Wichtig ist, sich nicht entmutigen zu lassen, denn Überraschungen sind für alle, die ihr Herz wieder für die Liebe öffnen, nicht ausgeschlossen. Manchmal ist es wie mit dem Bus. Lange Zeit kommt überhaupt keiner und dann plötzlich gleich mehrere.

Wenn auch Sie auf der Suche sind, entwickeln Sie Ihre eigene Glücksstrategie:

  • Bestellen Sie Ihren Wunschpartner beim Universum. Finden Sie heraus, welche Wesenszüge er haben sollte, um für Sie der Richtige zu sein
  • Schreiben Sie Ihre Version von „Henrys Liste“ mit vielen üblichen oder auch ungewöhnlichen Kontaktmöglichkeiten und machen Sie sich auf den Weg
  • Reservieren Sie jetzt schon die Zeit zum Suchen und Finden, die Sie später mit Ihrem Wunschpartner genießen wollen.

Für Ihre Suche wünsche ich Ihnen Erfolg und auch viel Spaß „für den Weg“!

Artikel: Bioline-Magazin (Elfi Sinn)


Verwandte Beiträge:
  • Das gesunde Maß der Nähe

  • \\ tags: , ,

    Kommentar abgeben

    Bitte Einloggen um einen Kommentar abzugeben.