Trennkost ist für mich Lebensqualität Krankheit und Verantwortung
Apr 28

habe ich es vielleicht selbst verursacht?
In diesem Artikel werde ich es wagen, an einem Tabu zu rütteln. In unserer Gesellschaft sind wir darauf gedrillt, Mitleid zu empfinden und wenn nötig, auch mit Gewalt aus uns selbst herauszubeuteln, wenn wir es mit Menschen zu tun haben, denen Unglück widerfahren ist. Selbstverständlich kann das absolut jedem von uns passieren. Jeder kann mal Pech haben, mal von seinem Partner verlassen werden oder seine Arbeit verlieren. Jeder erlebt Phasen, in denen das Geld knapp wird oder die Menschen, die ihm die Liebsten waren, sich plötzlich von ihm abwenden. Solche Dinge gehören zum Leben eines normalen Menschen dazu. Aber es scheint einige zu geben, denen ständig etwas passiert.


Dazu ein Beispiel:

Sie war immer das Opfer

An einem Arbeitsplatz, den ich früher einmal hatte, gab es eine Putzfrau, die konnte fast jedesmal, wenn wir uns begegneten, von einer persönlichen Katastrophe berichten, die ihr passiert war. Als Kind hatte ihr Vater sie mißbraucht und mißhandelt, später hatten ihre Ehemänner sie mißhandelt, danach ihr inzwischen erwachsener Sohn. Dann bekam sie eine schlimme Krankheit, wurde ausgeraubt, wurde im Alter von 45 Jahren noch einmal schwanger und hatte dergleichen immer noch mehr zu erzählen.
Ich will keineswegs behaupten, daß diese Frau lügt. Ich glaube, sie hat mir die Wahrheit erzählt.

Ich behaupte jedoch, daß die Ursachen für alle Dramen, die sich in ihrem Leben ereigneten, nachdem sie erwachsen geworden war, von ihr verursacht wurden

Ich bin mir darüber klar, wie ketzerisch diese Behauptung in den Ohren der meisten Menschen klingt. Aber ich kann nicht anders. Ich muß es einfach einmal öffentlich sagen. Wir sind keine hilflosen Opfer. Wir haben unser Schicksal zumindest zu einem hohen Grad in der Hand, und wir sind daher verantwortlich für das, was uns widerfährt. Diese Behauptung erfordert so viele Erklärungen, daß ich kaum weiß, wo ich anfangen soll, am besten mit einem Beispiel:

Anhäufungen von Katastrophen lassen sich auflösen

In meinem Seminar „Entbinde Dich von Deinem Leid“ arbeiten wir intensiv daran, solche Dinge im Leben der Teilnehmer zu wenden, so daß die Katastrophen aufhören und diese Menschen Glück und Freude erfahren können. Aber immer wieder erleben wir es auch, daß einige Teilnehmer sich vehement dagegen sperren. Ganz besonders erinnere ich mich an eine Teilnehmerin, nennen wir sie einmal Inge, die als das „professionelle Opfer“ in die Annalen unseres Hauses eingegangen ist. Während des kompletten Seminars saß sie weinend auf dem Fußboden und verweigerte jegliche Übung, die darauf abzielte, das Leid aufzulösen, oder in die eigene Kraft zu gehen. Darauf zielen aber fast alle Übungen des Seminars ab, so daß sie kaum etwas mitmachen konnte.

Sie behauptete, es sei gerade alles in ihr hochgekommen, aber in Wirklichkeit weint sie schon ihr ganzes Leben lang und fährt gut damit

Die ganze Zeit über mußte ich die anderen Seminarteilnehmerinnen davon abhalten, sie zu trösten. Wissen Sie, liebe Leser, was passiert, wenn wir diese Teilnehmerin in so einem Moment trösten? Wir bestärken sie in ihrem Leid. Wir geben Liebe, Aufmerksamkeit und Kraft auf das Leid. Dadurch kann das Leid sich voll entfalten und die Frau noch viel mehr quälen. Eine gute Freundin von mir hat den wundervollen Ausdruck geprägt:

„Keine Komplizenschaft mit dem Opferlamm“.

Dieser Ausdruck bringt es auf den Punkt.
Inge hat ihr Leben lang immer nur Leid erfahren und hat gelernt, dadurch das Mitleid und die Aufmerksamkeit ihrer Mitmenschen auf sich zu ziehen. Wenn nicht mehr genug Aufmerksamkeit kommt, ist es an der Zeit für ein neues Leid. Dann folgt die nächste Vergewaltigung oder Krankheit, oder sie wird wieder verprügelt, je nachdem wie sie ihr Leid gestaltet. Dann können die Mitmenschen sie wieder bedauern und erstaunt die Köpfe über so viel Pech schütteln. Bis das Ereignis wieder uninteressant geworden ist.

Dann wird entweder ein altes Leid erneut hervorgezerrt, oder es passiert wieder etwas Neues

Wir brauchen nicht lange nachzudenken, wenn wir die Frage beantworten wollen, wer wohl am meisten darunter leidet. Das größte Leid erfährt immer der Mensch, der in so einem furchtbaren Muster gefangen ist.
Ich habe in meinen Seminaren Menschen kennengelernt, die so viel Leid erlebt haben, daß es kaum faßbar ist. Und sie werden weitermachen, wenn nicht jemand diesen Teufelskreis unterbricht. Aber wie? Wie können wir solchen Menschen helfen, aus diesem grausamen Muster der Selbstzerstörung auszubrechen?
Das wichtigste ist: Keine Aufmerksamkeit mehr auf das Leid.

Alles in dieser Welt ernährt sich von Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit ist eine nährende Energie. Sie läßt alles wachsen und gedeihen, auf das sie sich richtet

Wir manifestieren die Fehler
Ich hatte einmal eine Freundin, die war sehr ungeschickt. Ständig ließ sie Dinge fallen, stieß gegen Hindernisse und erzeugte kleine Unfälle. Jedesmal, wenn sie in meiner Wohnung wieder einmal etwas aus Versehen kaputt gemacht hatte, fühlte ich eine große Versuchung, so etwas zu sagen wie: „Typisch. Das mußte Dir ja passieren, so ungeschickt wie Du immer bist.“ Ich sagte es aber nie. Ich biß mir auf die Zunge und ließ diesen Satz nie heraus, weil ich damit nichts Gutes angerichtet hätte. Wenn ihr alle immer wieder sagen, wie ungeschickt sie ist, geben damit alle ihre Aufmerksamkeit auf die Ungeschicklichkeit. Diese ernährt sich davon und wird größer. Mit der Zeit wäre meine Freundin zum allergrößten Tollpatsch geworden.

Wenn wir einem Menschen immer wieder seine Fehler vorhalten, manifestieren wir diese Fehler dadurch

Wir geben ihnen Aufmerksamkeit. Wenn wir einem ewig leidenden Menschen ewig Mitleid geben, manifestieren wir damit sein Leid. Reißen wir uns lieber zusammen und tun es nicht. Statt dessen können wir unsere Aufmerksamkeit auf das andere richten, auf jeden Ausdruck von Mut, Kraft und Entschlossenheit. Wir machen uns zum Komplizen des Leids, wenn wir es liebend anerkennen. Ich achte statt dessen bei meinen Klienten und in meinen Seminaren immer auf jeden noch so kleinen Ausdruck von Kraft. Und wenn ich Kraft sehe, dann spreche ich das sofort aus.

Die Kraft soll gestärkt werden
Kürzlich saß mir eine Klientin gegenüber, der es sehr schlecht ging. Ich fragte sie nach ihren Qualitäten und Fähigkeiten. Zuerst zögerte sie verschämt, doch dann begann sie aufzuzählen, was so alles an Fähigkeiten in ihr steckte. Während sie das tat, sah ich ihre Augen leuchten, ihr Körper richtete sich auf und ihre Bewegungen wurden schöner und lebhafter.

Es war ihre Kraft, die ich da sah. Ich sagte ihr das sofort. Zuerst verwirrte es sie, doch dann leuchtete sie nur noch um so mehr. Dahin können wir unsere Liebe schicken, darauf können wir achten und danach können wir auch fragen

Mit unseren Fragen lenken wir die Aufmerksamkeit der Menschen auf das, wonach wir gefragt haben. Also fragen wir sie nach ihrer Kraft. Hier ein paar Beispiele für gute, kraftfördernde Fragen:

  • Was ist Dein schönstes Erlebnis gewesen?
  • Wie war Dein schönster Urlaub?
  • Was kannst Du am allerbesten?
  • Was war Dein größtes Erfolgserlebnis?
  • Was magst Du an Dir selbst?
  • Wann hast Du Deine eigene Kraft am deutlichsten gefühlt?
  • Welche Ziele möchtest Du im Leben noch erreichen?
  • Wann hast Du Dich einmal so richtig stark gefühlt?

Sie sehen schon, es sind alles Fragen, die auf das Positive, das Starke hinweisen. Doch während wir unsere Aufmerksamkeit auf dieses Positive und Starke richten, müssen wir sie gleichzeitig gnadenlos vom Negativen, vom Leid und von der Schwäche abziehen. Den Betroffenen gefällt das gar nicht. Sie werden versuchen, noch heftiger mit ihrem Leid aufzutrumpfen, um die Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer wieder darauf zu lenken. Darauf können wir uns schon gleich gefaßt machen. Sie glauben gar nicht, wie weit manche Menschen gehen, um die Aufmerksamkeit der anderen auf ihr Leid zu richten. Alles das ist ihnen natürlich nicht bewußt.

Aufmerksamkeit durch Leid auf sich ziehen

Der härteste Fall, den ich persönlich kennenlernte, fand während meiner Ausbildung statt. Wir waren mit dem ganzen Seminar in eine Jugendherberge verreist. Eine der Frauen in unserer Reisegruppe hatte das Muster, Aufmerksamkeit durch Krankheit auf sich zu ziehen. Sie hatte nur ein Bein. Das andere war aus Holz. Am Abend hüpfte sie einbeinig über den Flur zum Waschraum. Leider beachtete das niemand gebührend, daher fiel sie beim Zurückhüpfen hin. Eine andere Reiseteilnehmerin bemerkte es und tröstete sie. Doch als sie gerade noch auf dem Flur darüber debattierten, warum die Frau gestürzt war, öffnete sich eine Tür, ein anderer Mitreisender meckerte sie an, sie sollten sich im Zimmer unterhalten und nicht vor seiner Tür. Am nächsten Tag hüpfte sie wieder einbeinig in den Waschraum, stürzte erneut und brach sich den Daumen an. Im Laufe des Tages hatte sie noch mehrere weitere kleine Unfälle. Aber als mir eine der anderen aus unserer Gruppe ein paar Tage später mit mitleidigem Gesichtsausdruck erzählte: „Kannst Du Dir das vorstellen, jetzt ist Frau XXX noch einmal gestürzt und hat sich den Daumen ganz gebrochen“, da brach ich sehr zu ihrer Verwirrung in Gelächter aus. Ich konnte einfach nicht anders. Es war zu unglaublich.
Diese Frau hatte von der Gruppe kaum Aufmerksamkeit auf ihre Krankheit bekommen, weil die meisten von uns irgendwie spürten, daß wir benutzt werden sollten. Wir sollten eine vorgefertigte Rolle im Theaterstück ihres Lebens spielen.


Sie wollte die Opferrolle haben, und wir sollten die mitleidigen Tröster sein

Die meisten von uns hatten aber keine Lust dazu, waren der Meinung, sie sollte halt ihr Holzbein anschnallen, wenn sie zur Dusche geht, dann würde sie nicht dauernd hinfallen und ließen es dabei bewenden. Um doch noch Aufmerksamkeit auf ihre Krankheit zu bekommen, inszenierte die Betroffene einen Unfall nach dem anderen, und als es nichts half, sich den Daumen halb zu brechen, da stürzte sie kurzerhand noch einmal und brach sich den Daumen ganz.
So viel Schmerz und so viel Leid, nur um Aufmerksamkeit zu bekommen?

Härte kann ein Gnadenakt der Liebe sein
Ich hatte einmal eine Klientin, die bei mir im Hause ein Wochenende verbrachte. Sie bekam im Laufe des Wochenendes vier Sitzungen von mir. Das war ihr aber nicht genug. Sie wollte auch in der Zeit zwischen den Sitzungen meine Aufmerksamkeit für ihr Leid haben. Daher zettelte sie alles Mögliche an und setzte sich in die Küche und weinte wie ein Schloßhund. Ich ignorierte das glattweg und ging zusammen mit ihrem Ehemann Feuerholz für den Grill holen. Draußen sagte er zu mir: „Aber jetzt hast Du sie doch voll in ihrem Leid allein gelassen.“ Ich bestätigte das und erklärte ihm, daß es für seine Frau besser sei, wenn ich meine Aufmerksamkeit auf ihre wachsende Kraft und Selbstheilungsenergie richte.

Sie war ja nicht in mein Haus gekommen, um mich mit ihren Problemen zu beeindrucken, sondern um sie zu lösen

Wann immer sie etwas sagte oder tat, daß also der Problemlösung förderlich war, gab ich ihr sofortige Aufmerksamkeit darauf, ignorierte es jedoch, wenn sie mich durch Gejammer zu erpressen versuchte.
Oh, ich weiß, wie grausam das klingt. Und ich verstehe es auch, wenn einige Leser jetzt von mir denken, ich sei eine ganz hartherzige Person. Ich nehme das nicht übel. Aber in Wirklichkeit ist diese Härte ein Gnadenakt der Liebe – und nebenbei bemerkt, es fällt mir auch sehr schwer, das durchzuhalten. Ich ertrage das nur, weil ich weiß, daß das die einzige Chance für meine Klienten darstellt.
Jeder, der schon mit solchen Menschen zu tun hatte, weiß, daß alle Hinwendung, alles Mitgefühl und alles Auffangen nichts bewirkt. Natürlich sagen die Opfermenschen immer, es hätte ihnen sehr geholfen.

Aber unter Hilfe verstehe ich, daß die Dinge sich auch ändern. Und das tun sie nicht, wenn wir uns immer wieder mit der Schwäche unserer Mitmenschen verbrüdern, anstatt sie in ihrer Kraft zu stärken.

Bei der Seminarteilnehmerin Inge, von der ich oben sprach, bin ich schließlich sogar so weit gegangen, sie anzuschreien. Es war innerhalb einer Übung, bei der die Teilnehmer lernen, sich zu wehren und „nein“ zu sagen. Inge saß weinend auf dem Fußboden und weigerte sich aufzustehen. „Nein, nein, ich kann nicht“, jammerte sie. Ich erklärte ihr, daß sie selbst für ihr Leben verantwortlich sei, daß es an ihr läge, ob sie weinend in der Ecke sitzen oder sich aufrichten will. Als sie immer noch weiter jammerte, schrie ich sie an:

„Steh auf! Wenn Du jetzt nicht aufstehst, wirst Du Dein ganzes Leben lang sitzen bleiben!“

Sie wäre vermutlich trotzdem nicht aufgestanden, aber die anderen Teilnehmerinnen umringten sie und halfen ihr auf die Beine. Und endlich am Abend sagte Inge: “Ich glaube, ich kann es doch schaffen.“
Und das kann sie auch. Es ist ihre Entscheidung. Sobald sie sich entschließt, kein Opfer mehr zu sein, sondern eine aktive Rolle in ihrem eigenen Leben zu spielen, beginnen die Dinge sich zu verändern. Natürlich muß sie noch vieles lernen, und es wird auch noch einiges schief gehen, bevor es ganz geschafft ist, aber der Entschluß ist entscheidend. Wenn wir aber unsere Mitmenschen immer wieder mit Liebe überschütten, weil es ihnen so schlecht geht, werden sie diesen Entschluß niemals fällen.

Wenn jemand immer Pech hat, ist das nicht sein Schicksal, sondern sein geliebtes Muster

Aber nun gut, wann sollen wir das tun? Woran erkennen wir die notorischen Opferlämmer und können sie von denen unterscheiden, die wirklich nur einfach mal Pech gehabt haben?
Ich plädiere hier nicht dafür, alles Mitgefühl aufzugeben. Manchmal brauchen wir Mitgefühl, manchmal wollen wir auch schwach sein und nur Trost erfahren.
Aber das läßt sich leicht unterscheiden, denn solche Momente sind nur kurzfristig.

Jeder hat mal Pech, aber nicht jeder hat immer nur Pech. Das ist verdächtig

Wenn Sie auf jemanden treffen, der nichts als Unglück hat und mit Ihnen nur über sein Leid sprechen kann, dann haben Sie vermutlich so ein „Opferlamm“ vor sich. Im Zweifelsfall befragen Sie einfach ganz ehrlich Ihr Gefühl. Da gibt es nämlich einen großen Unterschied zwischen den beiden. Wenn Sie jemanden treffen, den eben gerade ein Unglück ereilt hat, vielleicht eine Freundin, die gerade von ihrem Partner verlassen wurde und nun ganz traurig ist, dann werden Sie in ihrem Herzen nur Mitgefühl finden. Dann lassen Sie es fließen. Seien Sie eine liebe Freundin oder ein guter Freund. Wenn Sie jedoch auf ein professionelles Opfer stoßen, egal welchen Alters, dann werden Sie sich nur genervt fühlen. Ihr Gefühl ist da weiser als Sie. Das Gefühl spürt, daß dieser Mensch leiden will, um Ihnen Energie abzuziehen. Das fühlt sich nicht gut an. Sie müßten sich zwingen, Mitgefühl zu entwickeln. Tun Sie das nicht. Vertrauen Sie lieber Ihrem Gefühl. Beuteln Sie kein Mitleid aus sich heraus, wo Sie sich nur genervt fühlen. Fragen sie diesen Menschen lieber nach seiner Kraft.
Und was ist, wenn Sie selbst so ein Mensch sind? Vielleicht haben Sie immer nur Pech gehabt und immer geglaubt, das sei eben Schicksal und nun lesen Sie diesen Artikel und fragen sich, ob das womöglich auch noch alles Ihre Schuld war. Was dann? Dann sage ich Ihnen eines:

Sie sind nicht schuld, denn um Schuld geht es dabei gar nicht

Sie sind kein schlechter Mensch und wollten niemandem bewußt Schaden zufügen, auch nicht sich selbst. Sie sind verstrickt in ein selbstzerstörerisches Muster, aber Sie können daraus ausbrechen.
Suchen Sie sich Hilfe. Nehmen Sie die Verantwortung an. Ohne es zu merken, haben Sie sich wieder und wieder für die Schwäche entschieden, haben wieder und wieder die Opferrolle gespielt und Ihre Kraft verleugnet. Vielleicht können Sie sich schon gar nicht mehr vorstellen, daß es wirklich Kraft in Ihnen geben soll. Aber ich versichere Ihnen, die Kraft ist noch da. Sie ist nur verschüttet und kann wieder aufgedeckt werden.

Geben Sie nicht länger anderen die Schuld, weder ihren Eltern noch ihren Ehepartnern, noch dem Schicksal. Hören Sie einfach auf, Schuld zu verteilen und befassen Sie sich mit Ihrer Kraft

Vielleicht merken Sie gar nicht, daß Sie anderen die Schuld geben. Wenn Sie sagen: „Du hast mir so weh getan“, dann bezichtigen Sie den anderen, er sei die Ursache Ihres Leids. Dann geben Sie dem anderen die Schuld.
Der andere hat zwar gesprochen, aber Sie treffen die Entscheidung, ob Sie sich von seinen Worten weh tun lassen wollen, oder ob Sie ihn einfach nicht ernst nehmen.
Wenn Sie sagen: “Mein Mann hat mich runtergezogen“, geben Sie Ihrem Mann die Schuld an Ihrer Depression. Er kann nicht überall und bei jedem Satz Rücksicht auf Ihre Zustände nehmen. Er muß frei leben dürfen. Sie aber können woanders hingehen, wenn Sie sich zu schwach fühlen, mit ihm zu sprechen. Wenn Sie sagen: „dieser Artikel hat mir geschadet,“ geben Sie mir die Schuld an Ihrem Zustand. Es ist aber Ihre Entscheidung, ob Sie mir glauben wollen oder nicht.

Übernehmen Sie die Verantwortung für Ihre inneren Entscheidungen, erkennen Sie diese Entscheidungen als Ihre an. Das ist der erste und der wichtigste Schritt

Viele Menschen sagen auch solche Dinge wie: „Ich habe nie gelernt zu vertrauen, daher kann ich es heute nicht.“ Ehrlich, das ist Quatsch. Meine Eltern haben mir nie gestattet, einen Ballettkurs zu machen, obwohl ich mir das als kleines Mädchen so sehr wünschte. Als ich mein Elternhaus verließ, um zu studieren, war das Erste, was ich tat, einen Ballettkurs zu besuchen. Meine Eltern konnten das vielleicht verhindern, solange ich bei ihnen wohnte, aber sobald ich ausgezogen war, gehörte mein Leben mir.
Und so ist es auch bei Ihnen. Vielleicht sind Ihre Eltern tatsächlich verantwortlich für Ereignisse in Ihrer Kindheit, aber jetzt sind Sie erwachsen und Sie können noch heute anfangen, die Dinge zu verändern.

Wenn Sie als Kind kein Vertrauen gelernt haben, dann lernen Sie es doch heute

Glauben Sie das geht nicht?
Kinder, die ihr Zimmer aufräumen sollen, sagen oft: „Das da räume ich aber nicht auf, das hat mein Bruder da hingetan.“ Und wir Eltern antworten dann normalerweise: „Es ist egal, wer es da hingetan hat, du kannst es trotzdem aufräumen.“

So ist es auch mit der Schuld. Es ist egal, wer Ihnen das angetan hat. Sie können es trotzdem selbst aufräumen.
Und wenn Sie es nicht tun, tut es niemand.
Sie haben also nur die Wahl, entweder selbst daran zu arbeiten, daß Sie ein glückliches Leben bekommen, oder weiter unglücklich zu bleiben und anderen die Schuld dafür zu geben.

Autorin: Kim Barkmann
Lebensberaterin, Altensalzwedel
Bücher von Kim Barkmann


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