Risotto mit Rosenkohl und Safran Faulpelze haben weniger Milben
Mai 27

Das Labkraut kennen wir alle. Es breitet sich auf Äckern, Wiesen und an den Zäunen aus und gilt als eines der zähesten Unkrautarten. Dabei teilt es sich in unterschiedliche Sorten: Das Klettenlabkraut hat grün-weiße Blütendolden, das Wahre Labkraut  trägt goldgelbe Blüten und das Weiße Labkraut hat gelblich-weiße, zarte Blümchen, ähnlich dem Schleierkraut.
Alle drei Sorten haben einen honigartigen, herben Duft und bestimmen oftmals das Bild der Naturwiesen.

Leider wird dieses Heilkraut nur noch von wenigen Kräuterkundigen angewandt, das ist sehr bedauerlich, denn es besitzt beachtliche Heilkräfte.

Es reinigt Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse und Milz von toxischen Stoffen. Die Lymphdrüsen werden mit Hilfe von Labkraut bestens entgiftet.
Aus der Volksheilkunde ist überliefert, daß Labkraut auch bei Epilepsie, Nervenleiden, Urinverhalten und Steinbeschwerden beste Ergebnisse erzielte.
Aber auch auf die Schilddrüse hat das Labkraut eine gute Wirkung.

Ernte
Die Blütezeit ist von Juni bis September. Labkraut wächst fast in ganz Europa sowie in Kleinasien.
Geerntet wird das ganze Kraut während der Blütezeit. Dazu wird es über der Wurzel abgeschnitten und gebündelt an einem schattigen Ort zum Trocknen aufgehängt.

Geschichtliches
Labkraut wurde von unseren Vorfahren als Labferment zur Käsezubereitung benutzt. Dies war auch bis vor nicht allzu langer Zeit in bäuerlichen Gegenden Bayerns noch Sitte.
Die Labkrautarten galten als stopfendes und Geschwulst zerteilendes Mittel, das auch bei Krätze, Milchschorf und anderen Hautkrankheiten  angewandt wurde.

Inhaltsstoffe des Labkrauts
Gerbstoffe, etwas ätherisches Öl, Flavonoide, Glykoside

Zubereitung
Tee: 1 geh. TL Labkraut auf 1/4 l Wasser, brühen, kurz ziehen lassen.
Saft: Frisches Labkraut waschen und noch in feuchtem Zustand mit der Saftzentrifuge entsaften.

Anwendung als Heilkraut
Hier muß betont werden, daß die Heilkraft frischer Pflanzen besonders hoch ist. Auch im Winter kann man unter schneefreien Stellen, unter trockenem Gras frische Triebe des weißen Labkrauts finden.
Labkraut hilft bei allen Hauterkrankungen, fördert Wundheilung und mindert Mitesser. Es wird deshalb auch als Schönheitsmittel eingesetzt.
Bei alternder Haut sollten warme Waschungen mit Labkraut-Tee vorgenommen werden. Es strafft die welke Gesichtshaut und beugt Alterung vor. Weiter soll Labkraut Kropfleiden lindern helfen und bei Stimmbandproblemen eingesetzt werden.
Besonders aber bei Nierenleiden kann Labkraut unterstützend wirken.
Bei unerklärlichen Schmerzen in Armen und Beinen sollten Einreibungen mit Labkrautsalbe versucht werden.

Erfahrungsberichte

Blutarmut
Eine meiner Nichten, aber auch meine Tochter zeigen oft ein kalkweißes Aussehen. In einem solchen Fall kann mit Labkraut-Tee geholfen werden. Man kann regelrecht darauf warten, daß die rosige Gesichtsfarbe zurückkehrt.

Schuppenflechte

Bei weitläufigen Bekannten litten sowohl die Mutter als auch ihre vier Kinder stark unter Schuppenflechte. Sie entstellte das Aussehen dieser jungen Menschen auf unerträgliche Weise. Außerdem veranlaßte ein starker Juckreiz ewig zum Kratzen, so daß die Haut oftmals aufplatzte und sogar blutete. Die ganze Familie traute sich nicht mehr ins Schwimmbad, aber auch im Sommer kaum mit luftiger Kleidung unter Menschen zu gehen. Sie hatten das Gefühl, daß sie von den Leuten argwöhnisch gemustert würden, so als stecke die Schuppenflechte an. Jeder vermied es auch, sie zu berühren.
Es läßt sich denken, wie unangenehm das für die Kinder im Teenager-Alter war.
Hilfe brachte eine Schuppenflechte-Salbe. Dazu ließ ich die ganze Pflanze in Öl sieden, gab das Öl durch ein feines Haarsieb und dickte es mit 13 % Bienenwachs an, so daß eine feste Salbe entstand. Gleich nach dem ersten Auftragen konnten die Betroffenen die lindernde Wirkung spüren. Nachdem jahrelang diverse Salben, Cremes und Medikamente zum Einnehmen angewandt wurden und ohne Erfolg geblieben waren, konnte die Familie kaum fassen, daß sie nun dem Abheilen der gesamten Schuppenflechte entgegensehen konnte. Heute übrigens ist von dem ganzen Spuk nur noch wenig zu sehen.

Autorin: Hidelgard Kita
Kräuterfrau

Weiterführende Links hierzu:
Selbstanwenderseminar Kräuterkunde

Buchtipps zu diesem Artikel:
Dr. Küche und Dr. Gaten


Verwandte Beiträge:
  • Tormentill (Potentilla erecta)
  • Die Birke (Betula alba)
  • Die Artischocke Cynara scolymus L.
  • Die Eberraute
  • Kräuterwandern

  • \\ tags: ,

    Kommentar abgeben

    Bitte Einloggen um einen Kommentar abzugeben.