Lauch - Porree Richtiges Atmen
Jun 27

„Ade Traurigkeit“, so könnte das Johanniskraut auch genannt werden

Johanniskraut empfehle ich den Interessenten für Kräuterkunde oft. Ich kenne kaum eine Pflanze, die bei den verschiedenen Leiden so gut „paßt“, wie diese. Johanniskrautpräparate und Tee sollten in keinem Haushalt fehlen. Sie sind derart vielseitig einsetzbar, daß sie schon so manches Mal „erste Hilfe“ leisten konnten.


Depressionen sind verschwunden und kehrten nicht zurück
Eine Dame bat mich wegen ihrer tiefen Niedergeschlagenheit um Hilfe. Sie hatte schon alle möglichen Medikamente ausprobiert und verschiedene Therapien absolviert. Nach anfänglichen Erfolgen, war die Traurigkeit dann immer wieder neu aufgetreten. Sie hatte schon gar keinen Lebensmut mehr. Oftmals empfand sie den Alltag als eine nicht zu überwindende Last und war sogar oft des Lebens überdrüssig.
Ich riet ihr dringend, ab sofort über den Tag verteilt mehrere Tassen Johanniskraut-Tee in kleinen Schlucken zu trinken.
Es hat eine Weile gedauert, bis die Dame sich wieder bei mir gemeldet hat. In ihrer Verzweiflung hatte sie eigentlich nicht damit gerechnet, daß dieser unscheinbare Tee, den sie ohne Zucker nun regelmäßig trinken sollte, ihr auch wirklich helfen könne. Besonders, da sich nach mehreren Wochen noch keine bemerkenswerte Verbesserung ihres Zustandes einstellen wollte. Aber da sie mir versprochen hatte, mit der Einnahme nicht nachzulassen, behielt sie diese Regelmäßigkeit bei. Und genauso, wie ich es ihr anfänglich gesagt hatte: Die Gemütsaufhellung begann genau nach etwa 6 Wochen. Es dauerte dann nur noch kurze Zeit und meine Dame verfügte wieder über eine stabile Seelenlage. Nichts war mehr zu spüren von ihrer ehedem unüberwindlich scheinenden Depression.
Sie ist bis heute vergnügt und munter und kann sich kaum noch vorstellen, daß es noch gar nicht so lange her ist, daß sie die Welt nur noch in Grautönen wahrnehmen konnte.

Gelenkschmerzen wurden überwunden
Ein entfernter Bekannter betrachtete mein Pflanzenkundewissen als letzten Ausweg. Er hatte seit vielen Jahren starke Gelenkschmerzen. Besonders in den Schultern, Ellenbogen und Knien. Verschiedene Medikamente, Salben, Tinkturen und Spritzen hatten nicht gewirkt. Die Ärzte sprachen von Verschleißerscheinungen. Der Mann war aktiver Sportler gewesen und hatte seine Knochen und Gelenke ganz sicher in der Jugend überbelastet. Nun war guter Rat teuer. Denn mein Kandidat war erst Anfang 40 und hatte panische Angst davor, einmal künstliche Gelenke haben zu müssen. Ähnliches hatten ihm Orthopäden bereits in Aussicht gestellt.
Ich beruhigte ihn und riet ihm, sich die schmerzenden Stellen von nun an regelmäßig mit Johanniskrautöl einzureiben. Desgleichen sollte er Johanniskrautöl-Kapseln einnehmen.
Voll Vertrauen hörte mein Besucher auf meine Anweisungen. Er hielt mich über die Ergebnisse auf dem Laufenden und konnte mir schon nach kurzer Zeit berichten, daß die Schmerzen erheblich nachgelassen hätten und er nun wieder viel beweglicher sei. Nach wenigen Wochen war er gänzlich schmerzfrei und kann sich heute als völlig wiederhergestellt bezeichnen. Bei den kleinsten Anzeichen von wiederkehrenden Beschwerden, beginnt er sofort wieder eine mehrwöchige Kur mit den Johanniskrautpräparaten.
Seitdem schwört mein „Patient“ auf diese Heilpflanze und hat sie schon oft an andere Leute gegen vielerlei Beschwerden weiter empfohlen.

Verrenkungen und Zerrungen
Ohne Johanniskraut existiert für mich keine Hausapotheke. Ich lebe auf dem Land und habe drei, heute schon erwachsene Kinder. Diese waren früher recht wilde Rangen, denen kein Baum zu hoch und kein Sprung zu tief war. Was Wunder, daß es laufend zu Zerrungen und Verstauchungen gekommen war. Mein Mittel der Wahl war in einem solchen Fall dann das Johanniskrautöl. Sanft die betroffenen Stellen damit massiert, ein fester Verband und nach kurzer Zeit war die „Behinderung“ dann wieder vergessen. Wenn es bei besagten „Unfällen“ dann auch noch zu Abschürfungen oder Wunden gekommen war, behandelte ich sie gleich mit. Immer war ich mit dem Ergebnis zufrieden.

In erster Linie ist uns die Heilpflanze Johanniskraut heute wegen seiner nervenberuhigenden Eigenschaft bekannt. Man nimmt sie bevorzugt bei Schwermut, Melancholie und tiefer Niedergeschlagenheit.
Sein Wirkungsort sind dann die Hirnzentren, die für die Reizverarbeitung zuständig sind.
So kann Johanniskraut bei Ängsten und Streß ebenfalls mit Erfolg eingesetzt werden.
Wichtig ist zu wissen, daß Johanniskraut, z.B. als Tee getrunken, seine Wirkung nicht kurzfristig entfaltet. Nur der geduldige Patient, der die Einnahme der Präparate brav über 5 bis 6 Wochen und dann laufend weiter absolviert, kann von den beruhigenden Ergebnissen profitieren.
Auch Schlaflosigkeit kann hier günstig beeinflußt werden.
In den früheren Jahren war Johanniskraut auch als Blutkraut bekannt. Es fand bei inneren oder äußeren Wunden seine Anwendung. Selbst Paracelsus lobte diese Heilpflanze als beste Arznei, die man in allen Ländern finden kann.
Berühmt ist die Heilwirkung von Johanniskraut auch bei Ischias, Hexenschuß, Rheuma und Gicht. Fand aber auch seine erfolgreiche Anwendung bei Verrenkungen und Zerrungen.
Auch als Frauenkraut hat das Johanniskraut einen großen Namen. Es ist empfehlenswert als Tee-Einnahme bei Menstruationsbeschwerden, in den Wechseljahren und bei Gebärmutterschmerzen.


Johanniskraut wächst fast überall in Europa und in Westasien. Es mag trockene Waldränder, Brachflächen und Waldwiesen.
Mit seinen leuchtend gelben, doldenartig angeordneten Blüten ist die bis zu 1 m hohe Pflanze nicht zu übersehen.

Die Wirkstoffe im Johanniskraut
Ätherische Öle, Gerbstoffe, Flavanoide, Hypericin

Zubereitung

Tee - 1 Teelöffel getrocknete Johanniskrautblüten werden mit 1/4 l kochendem Wasser überbrüht. Nur 2 Minuten ziehen lassen und durchsieben
Johanniskraut-Öl - Die Blüten werden locker bis zum Rand in eine weithalsige Flasche gefüllt. Bestes Olivenöl so einfüllen, daß alle Blüten vollständig bedeckt sind. Gut verschlossen 14 Tage in die Sonne oder an einen warmen Ort stellen. Durch ein Tuch gießen und in eine dunkle Flasche gießen, an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahren (Öl nimmt eine rote Farbe an)
Tinktur - Eine weithalsige Flasche wird bis zum Hals mit Johannisblüten gefüllt. Diese mit gutem Branntwein bedecken. Diese Tinktur bleibt 2 Wochen in der Sonne oder einem warmen Ort stehen, wird durch ein Tuch gegeben und kühl aufbewahrt
Bäder - Dazu wird ein Kaltansatz hergestellt. In einen Eimer werden bis unter den Rand Blätter, Blüten und  Stiele eingefüllt. Diese werden mit kaltem Wasser bedeckt und über Nacht stehen gelassen. Das durchgesiebte Wasser wird zum Kochen gebracht und dem Badewasser zugesetzt

Anwendung

bitte wie folgt gestalten: linke Seite die Beschwerden, rechte Seite die empfohlene Anwendung

Nervöse Beschwerden, Depressionen, Schlaflosigkeit, Streß, Frauenkrankheiten
– 1 l Tee in eine Thermoskanne füllen und den Tag über trinken oder Johanniskrautkapseln einnehmen

Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Zerrungen, Prellungen, Verstauchungen, Ischias, Rheuma, Bauchschmerzen – Johanniskrautöl auf die betroffenen Stellen auftragen und  warmhalten
oder
regelmäßig mit Tinktur einreiben oder
Kaltansatz für Bäder verwenden

Wunden, Abschürfungen – Johanniskrautöl auftragen

Artikel: Bioline-Magazin (Hildegard Kita)


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