Mangold-Reis-Mozzarella-Auflauf Gesund alt werden
Mrz 22

Das dicke Kind hat eine schlanke Zukunft
Ein großer Teil unserer Kinder ist heutzutage besorgniserregend dick. Schon jedes 3. Kind ist leicht übergewichtig, jedes 5. Kind wiegt deutlich zuviel und jedes 7. Kind ist schon krankhaft übergewichtig.
Betrachtet man diese Entwicklung, liegt die Frage nahe, wohin sie noch führen kann. Haben unsere Kinder, ganz ähnlich wie ein Großteil der Bevölkerung Amerikas, eine fette Zukunft? Was ist die Folge? Können Kinder bei diesen Aspekten, die sie erwarten, mit einem gesundheitlich unbelasteten Schicksal rechnen?
Oder ist ihre Zukunft befrachtet mit all den Nebenwirkungen und Langzeitfolgen, die starkes Übergewicht mit sich bringt?

Was ist schiefgelaufen?

Und vor allen Dingen – welche Auswege gibt es?


Kinderernährung früherer Zeiten
Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie meine eigene Ernährung als Kind aussah, bevor es nach Kriegsende so gut wie gar nichts mehr zu essen gab.
Kinder erhielten früher ihr Hafermilchfläschchen, sobald ein Kind jedoch mit dem Löffel gefüttert werden konnte, gab es zerdrücktes Gemüse mit Kartoffeln und ein kleines bißchen Fleisch-Soße dazu. Später wurden diese Mahlzeiten mit zerkleinerten, oftmals gekochten Früchten und Dickmilch angereichert.
Mit den ersten Zähnchen begann das Kleinkind, weiche Obststücke und vor allem gekochtes Gemüse selbst zu essen.
Die Ernährung in meiner Kindheit war bestimmt durch Gemüse-Eintöpfe, Obst, rohes Gemüse, etwas Dickmilch und etwas Milch. Auch selbstgemachten Quark bekam ich hin und wieder.
Wenig Fleisch, kaum Wurst und selten einmal ein Reisbrei mit Zucker und Zimt standen auf dem Tisch.
Nur Sonntags gab es Kartoffeln, Braten, Gemüse, davor eine klare Suppe mit Eierstich und als Dessert ein winzig kleiner Pudding mit Kirschen, Erdbeeren oder aber ein Kompott aus Pflaumen oder Birnen.

Die heutige Kinderernährung
Fläschchen werden angerührt aus einem Pulver, das uns die Industrie als einzig wahre Babynahrung verkauft. Gesüßte „Kindertees“ sorgen dafür, daß die Sucht auf Süßes möglichst früh entsteht und eine spätere Fluorbehandlung für die Zähne unabdingbar wird. Weiter geht es mit Babygläschen & Co.

„Aber schließlich sind doch alle Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau?!“

Keine Rede davon, daß eine Konserve eben nur zweite Wahl ist. In Labors ist dem Vernehmen nach doch alles untersucht und die Inhaltsstoffe sind garantiert babygerecht…
Ja, und wenn das Kind dann selbst bestimmen kann, was auf den Tisch kommt, dann sind Nudeln angesagt. Nudeln, nochmals Nudeln und gleich danach Pizza. Aber auch Milchschnitten, Kinderschokolade, Frühstücks-Cerealien und alle möglichen Sorten von Cornflakes, gesüßt selbstverständlich, die mit Milch übergossen werden, gehören nun zum Ernährungsalltag des Kindes.
Außerdem gibt es doch auch so praktische Fertigpuddings, süße Joghurts, die „wertvoll wie ein kleines Steak“ sind, cremige Cremes und vieles andere mehr. Kindern ist es längst zur Gewohnheit geworden, nach solchen „leckeren Zwischenmahlzeiten“ zu verlangen.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, daß die heutige Kinderernährung bevorzugt aus Kohlenhydraten besteht?

Was aber ist die logische Folge solcher anerzogenen Gewohnheiten?
In den allermeisten Fällen wird aus einer Kohlenhydratsucht eine Überernährung, und die endet in Frust und ewigem Diät-Auf-und-Ab.
Gewiß, Eltern haben für ihre Kinder die allerbesten Absichten. Sie wollen ihnen eine gute Gesundheit mit auf den Lebensweg geben, sie möchten ihnen eine gute Ausbildung angedeihen lassen, aber – die Kleinen sollen auch verwöhnt werden. Schließlich hatte man selbst es schwer genug.

Heutzutage ist es deshalb üblich, mit Süßigkeiten zu trösten.

Der kleine Mensch gewöhnt sich zwangsläufig an diese Art von Zuwendung und ist ihr später rettungslos ausgeliefert.
Genau aus diesem Grund konnte es kommen, daß ein Großteil unserer Kinder heute schon mit den Überpfunden kämpft und mit einer gesundheitlich belasteten Zukunft rechnen darf.

  • Muß ein Kind nun Diät machen?
  • Kalorien zählen?
  • Wiegen, messen und genaue Ernährungspläne einhalten, damit es diese überzähligen Pfunde wieder los wird?

Wie soll es weitergehen? Droht nun der berühmt berüchtigte Jo-Jo-Effekt: Gewicht rauf, Gewicht runter?

Im Rahmen meiner Trennkost-Seminare bin ich vielen Eltern begegnet, die sich Sorgen darüber machen, weil ihr Kind in diesem Teufelskreis der Überernährung gelandet ist.

Daraus aber gibt es nur einen Ausweg:
Das ist die behutsame Umstellung der angestammten Ernährungsgewohnheiten.

Hierfür ist es ratsam, sich erfahrene Hilfe an Bord zu holen.
Ein Vorschlag ist, daß sich Eltern betroffener Kinder beispielsweise mit einer/m erfahrenen Ernährungsberaterin/Ernährungsberater treffen, mit ihr/ihm gemeinsam ein Konzept erarbeiten, das für Kinder, und das ist genauso wichtig, aber auch für die Eltern anwendbar ist.
Dabei ist absolut notwendig, daß keine Gewichtsabnahme geplant wird, die doch nur kurzfristige Ergebnisse bringen würde und die Gier auf Essen nur noch vergrößert.

Wichtig ist vielmehr, daß das Kind nicht allein gelassen wird, sondern die gesamte Familie an seinem Programm teilnimmt.


Ein sicheres Geländer bietet die Trennkost
Ein oder beide Elternteile sollten ein Seminar besuchen, in dem Trennkost nicht nur gelehrt wird, sondern auch Gewohnheiten umgewöhnt werden. Gelegentlich kann das Kind mitgenommen werden, damit es die anderen Zuordnungen der Lebensmittel ebenfalls versteht. Eltern sind immer wieder überrascht, wie schnell Kinder dieses System begreifen.

Keine Diät
Kinder nehmen automatisch ab, weil sie wachsen.
Zunächst soll das gesamte Augenmerk darauf gerichtet sein, daß die Gewichtszunahme gestoppt wird, und das geschieht automatisch durch die Ernährungsumstellung.

Es ist dabei nicht angebracht, Kalorien zu zählen, vielmehr sollte es sich hier nur um eine Ernährungsumstellung handeln, die für die gesamte Zukunft geplant ist. Da die Trennkost nichts mit Verzicht zu tun hat, fällt eine solche Umstellung, die in der Verzehrmenge für das Kind nicht begrenzt ist, nicht allzu schwer. Für alle Nahrungsmittel, die aber limitiert werden müssen, gibt es leckere Alternativen.

Ohne Bewegung geht gar nichts
Trennkost-SeminarleiterInnen, die nach dem Konzept der Schule für Fitneß und Ernährung arbeiten, empfehlen dafür den Besuch von Turnvereinen, Ballettgruppen, Kampfsportgruppen, Schwimmbädern oder anderen Aktivitäten.
Dem stark übergewichtigen Kind wird empfohlen, in ein Fitneßcenter zu gehen. Dort allerdings muß der Trainer vorbereitet sein auf die Arbeit mit Kindern.
Bei starkem Übergewicht nämlich ist der Körper in der Regel nicht so beweglich. Man sieht nach gemäßigtem Krafttraining allerdings nach kurzer Zeit schon positive Veränderungen. Solches Erleben bedeutet für das Kind einen großen Motivationsschub. Schon nach einem viertel Jahr hat sich zumeist der Körper von den Proportionen her günstig verändert. Trennkost-SeminarleiterInnen kennen die sportlichen Möglichkeiten innerhalb ihrer Region und überlassen den betroffenen Familien entsprechende Listen, oftmals mit Preisermäßigung für Mutter/Vater mit Kind.

Gemeinsam ist man stark

Empfohlen wird, daß Eltern, gerne auch mit den betroffenen Kindern, sich zu Tagesmeetings und Kongressen zwecks Erfahrungsaustausch treffen. Solche Veranstaltungen ermutigen in der Regel alle Teilnehmer sehr und helfen beim Durchhalten. (Beispielsweise: Seminarhaus Hoher Vogelsberg, Hessen)

Nicht so viel Fleisch und Fett
Von der ernährungspsychologischen Seite her ist es ratsam, den Fleischkonsum und den von tierischen Fetten einzuschränken. Die Alternative dafür ist Soja. Aus wertvollem Sojafleisch lassen sich herrliche Rezepte kochen. Diese stehen in ihren Geschmacksvarianten dem Fleisch in nichts nach. Allerdings handelt es sich bei Soja um ein Produkt, mit dem man lernen muß umzugehen. Aber wer konnte schließlich von Anfang an ein leckeres Steak braten?
Ein einziger Tag oder ein ganzes Schlemmer-Wochenende genügt vollkommen, um Experte in der Soja-Küche zu werden. Es ist deshalb angebracht, diese Bereicherung des Speisezettels zu planen und zu lernen, abwechslungsreich damit zu kochen. Soja macht satt, hat wertvolles Eiweiß ohne Cholesterine und viele Nährstoffe.
Die ganze Familie und der Freundeskreis werden von den leckeren Rezepten begeistert sein.

Ein bißchen Spaß muß sein
Kinder sollten niemals das Gefühl haben, daß sie hungern müssen, eine Diät machen, und daß dies und das eigentlich alles verboten ist.
Essen soll höchster Genuß sein. Der Hunger muß wieder die Sättigungsgrenze bestimmen.

Mit einer gesunden Ernährung ist diese oftmals verlorengegangene Sättigungsgrenze bald wieder erreichbar

Wer Kinder großzieht, gibt ihnen die wertvollste Mitgift auf den Weg, wenn der Erhalt der Gesundheit ein wichtiges Thema ist.
Schlanke und gesunde Menschen haben ein besseres Lebensgefühl. Sie haben eine andere Lebensqualität.
Für einen Heranwachsenden ist es besonders wichtig, in der Teenagerzeit Modetrends mitmachen zu können und sich der eigenen Attraktivität zu erfreuen. Genau das jedoch ist empfindlich eingeschränkt, wenn ein Mensch sich in seinem Körper nicht wohlfühlt.

Wer sich als Kind nicht daran gewöhnt, was zu einer gesunden Ernährung gehört, wird sein Leben lang mit den Pfunden und mit Gesundheitseinbrüchen kämpfen. Dabei geht es nicht nur darum, ob hier 5 Kilo oder 50 Kilo zuviel auf den Rippen sind. Das ewige Jo-Jo ist qualvoll und überschattet alles Denken. Ganz zu schweigen davon, daß dicke Menschen eine verkürzte Lebenserwartung haben.
Aber dazu muß es nicht kommen.

Jawohl, das dicke Kind hat eine schlanke Zukunft, wenn Eltern und die gesamte Familie bereit sind, dafür den richtigen Rahmen zu gestalten und den Weg mit ihrem Kind gemeinsam gehen.

Autorin: Ingrid Schlieske

Buchtip:
So wirst Du schlank für immer
Kiddy-Speck - Endlich weg!


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