Gefühle verändern Form und Funktion der DNA Wirkungsvolle Nasenreinigung
Nov 28

„Es ist mir peinlich, darüber zu sprechen, aber ich quäle mich schon lange damit. Gibt es irgendetwas, das bei Verstopfung wirklich hilft?“ Solche oder ähnliche Fragen werden mir bei Vorträgen öfter gestellt. Selten vor allen Zuhörern, eher in den Pausen oder nach Schluss der Veranstaltung.

Verstopfung ist ein Problem, über das auch Frau nicht gerne spricht, obwohl es sie ganz besonders betrifft.
Bei einer Befragung in internistischen Praxen klagten  beispielsweise 59 Prozent der Patientinnen über Verstopfung, aber nur 23 Prozent der Patienten.
Medizinisch unterscheidet man bei Verstopfung (Obstipation) zwischen einer akuten, d. h. vorübergehenden und  einer chronischen Obstipation. Eine akute Verstopfung kennt fast jeder. Im Urlaub, bei Ortswechsel oder nach Operationen, fällt der gewohnte tägliche Gang zur Toilette plötzlich schwer. Aber das gilt medizinisch noch nicht als Obstipation. Davon spricht man erst, wenn länger als drei Tage nichts mehr geht.
Wer unter chronischer Obstipation leidet, kennt das und auch Beschwerden wie harter Stuhl, Schmerzen beim Stuhlgang, Hämorrhoiden, aufgeblähter Bauch, Kopfschmerzen  bereits seit Jahren oder Jahrzehnten.


So individuell wie Menschen sind, so vielfältig können auch die Ursachen für langjährige Obstipation sein

zum Beispiel Funktionsstörungen des Dickdarms, die durch falsche Ernährung, Mangel an Flüssigkeit oder Dauerstress entstehen. Chronische Obstipation kann aber auch die Folge von Antibiotikabehandlungen, Schilddrüsenunterfunktion, blockierten Lendenwirbeln oder Störungen im Gallenfluss sein. Auch schwerwiegende Erkrankungen der Leber, des Herzens oder des Dickdarms selbst, wie Polypen, Tumoren, können von einer hartnäckigen Obstipation begleitet werden.

Wichtigster Partner für eine gute Passage ist der Dickdarm
Unser Dickdarm ist etwa 1,5 Meter lang und wie ein Bilderrahmen um den inneren Bauchraum drapiert. Er heißt so, weil er stabiler ist als der Dünndarm und weil es seine Aufgabe ist, den ankommenden Nahrungsbrei einzudicken und natürlich weiter zu transportieren, zu verwerten, zu verändern und schließlich auszuscheiden.

Der Transport
Dafür ist der Dickdarm gut ausgestattet, er verfügt zum Beispiel über relativ starke Längst- und abschnittsweise über Ringmuskeln, die so aussehen, wie bei einer Blutwurst im Naturdarm. Damit wird die Darmperistaltik ermöglicht, das sind wellenartige Förderbewegungen.

Ballaststoffe
Im Inneren des Dickdarms sorgt eine ganze Flora nützlicher Bakterien dafür, dass bisher unverdaute Quell- und Faserstoffe so zerkleinert werden, dass sie sich mit Verdauungssäften, Fett- und Giftstoffen voll saugen können. Damit wird die Darmpassage erleichtert und gleichzeitig der Körper entgiftet.

Nützliche Bakterien
Außerdem erbringt die Darmflora für unseren Stoffwechsel ähnlich immense Leistungen, wie die Leber. Cirka 400 verschiedene Bakterien  produzieren unermüdlich Aminosäuren und wichtige Vitamine, wie zum Beispiel K für die Blutgerinnung. Diese Biostoffe werden über  winzige Wasserkanälchen ins Blut gesaugt.

Der „geformte“ Stuhl
Durch den ständigen Wasserentzug dickt sich der Nahrungsbrei schließlich ein.
Schleimbildende Zellen sichern dann die Gleitfähigkeit beim weiteren Transport.

Die Logistik
In der Darmwand sitzen unzählige Rezeptoren, die wie an einem Laufband die Qualität des veränderten Nahrungsbreis prüfen und die weitere Beförderung freigeben. Sie werden vom Nervensystem gesteuert, reagieren aber vermutlich auch auf Informationen, die sie von Schilddrüsenhormonen oder der Gallensäure erhalten, denn das regt die Peristaltik an. Am Ende des Dickdarms, dem Mastdarm, befindet sich die so genannte Ampulle. Sie öffnet sich auf den Reflex des Stuhls und ermöglicht im günstigsten Fall, dass man ca. 300 g hinter sich lassen kann.

Der Verdauungsprozess im Dickdarm ist ein System, das logistisch gut aufeinander eingespielt, aber auch anfällig ist. Schon geringfügige Störungen können zu massiven Kettenreaktionen in Zellen und Organen, zu Dysregulationen im Ablauf und spürbar auch zu dem Zustand führen, in dem nichts mehr geht

Was den Darm stört
Fehlen zum Beispiel Ballaststoffe, weil jemand gerne und oft Kuchen isst, reicht die Menge des Nahrungsbreis nicht mehr aus, um die Rezeptoren in der Darmwand zu erreichen und die Muskulatur anzuregen. Der Transport verlangsamt sich und es wird zuviel Wasser entzogen.
Ähnliche Reaktionen sind bei Trinkmuffeln zu erwarten.
Wenn dazu noch Bewegung fehlt, die Bauch- oder Beckenbodenmuskeln schlaff sind und als Unterstützung ausfallen, sind Verstopfungsbeschwerden vorprogrammiert. Noch weitreichender sind die Folgen von Antibiotikagaben, durch die leider auch nützliche Darmbakterien abgetötet werden. Wird danach die Darmflora nicht wieder gezielt aufgebaut, überwiegen die für uns schädlichen Mikroorganismen. Dann fehlen nicht nur wichtige Biostoffe, auch die Darmzellen werden nicht richtig ernährt. Die Folge können fehlende Schleimbildung, zu großer Wasserentzug und letztendlich verhärtete Stühle sein.
Auch Dauerstress und psychische Probleme tragen zur chronischen Obstipation bei. Bei Stress reguliert das sympathische Nervensystem die Prozesse im Körper. Das bedeutet, wir sind voll auf eine Aufgabe oder Aktion konzentriert. Alles, was dabei stört, wie Verdauung und Ausscheidung, wird im Körper einfach ausgeblendet oder von uns nicht wahrgenommen. Erst in der Entspannungsphase kehrt sich dieser Mechanismus um, man kann wieder Ausscheidungsreflexe wahrnehmen und erfolgreich zur Toilette gehen. Dauerstress ohne Pause kann daher genauso zu hartnäckiger Verstopfung mit schmerzhaften Verkrampfungen im Darm führen, wie das ständige Ignorieren des Stuhlreizes.
Abführmittel sind kurzfristig hilfreich, aber keine Dauerlösung, weil sie eher das Problem verschlimmern. Denn beim normalen Stuhlgang wird nur ein kleiner Dickdarmabschnitt, die bereits genannte Ampulle, entleert. Bis zum nächsten Toilettengang dauert es also solange, bis dieser Abschnitt wieder gefüllt ist. Ein Abführmittel würde jedoch den gesamten Dickdarmbereich entleeren. Der nächste Stuhlreflex käme demzufolge wesentlich später. Wer das nicht weiß, greift in seiner Verzweiflung  erneut zum Abführmittel, was wieder eine völlige Entleerung nach sich zieht. Dabei gehen dem Körper aber viel Wasser und vor allem Kalium verloren.
Fehlt Kalium, wird der Darm noch träger und die nächste Verstopfung ist schon abzusehen.
Was wirklich helfen kann, muss sich auf die Schwachstellen konzentrieren, die jeder bei sich selbst feststellt.


Es gibt bei Obstipation auch kein Patentrezept, was einem hilft, muss nicht allen helfen

Ist die Obstipation Begleiterscheinung einer Erkrankung, sollte diese natürlich zuerst behandelt werden. Auch wenn Medikamente zur Verstopfung führen, ist das zunächst mit dem Behandler zu klären. Ansonsten empfiehlt es sich, vor allem für das akute Problem, bewährte Hausmittel oder naturheilkundliche Ratschläge auszuprobieren.

Die Naturheilkunde rät:

  • Auf nüchternen Magen eingeweichte Backpflaumen, getrocknete Feigen oder rohes Sauerkraut
  • Milchzucker, Aloe-Vera-Saft oder 1-2 TL Vitamin-C-Pulver
  • Strömen des Obstipationspunktes EP 8 am äußeren, rechten Kniegelenk (Japanisches Heilströmen)
  • Akupressieren des Obstipationspunktes 3-E 6 (mittig auf der Oberseite des Unterarms, 4 Finger breit von der Handgelenksfalte entfernt, auf dem Dreifach-Erwärmer-Meridian)

Eine bereits chronische Obstipation erfordert mehr, besonders einen gelasseneren Umgang mit Problemen, viel Bewegung und eine dauerhafte Ernährungsumstellung.

Vor allem die vollwertige Trennkost ermöglicht durch das Trennen optimale Verdauungsprozesse, weniger belastende Säuren und eine schnellere Durchlaufzeit

Das schont den Darm und lässt mit der Zeit das Wort Verstopfung vergessen. Bei hartnäckigen Fällen kann auch eine Darmkur mit Schüssler-Salzen (siehe Kasten) dem überlasteten Dickdarm helfen.

Ordnung muss sein
Unser Dickdarm hat die Tugenden eines preußischen Beamten. Er ist zuverlässig, fleißig und pünktlich. Allerdings stören ihn zuviel Durcheinander, Ablenkung und Missachtung. Er mag es überhaupt nicht, wenn er gedrängt wird und wenn man seine Zeiten nicht einhält. Und wenn er könnte, würde er uns seine genauen Regeln vorgeben.

Was dauerhaft hilft

Genügend Zeit und Geduld
Täglich zur gleichen Zeit die Toilette aufzusuchen, konditioniert die Stuhlreflexe am besten, besonders günstig ist das morgens, in der Ausscheidungsphase des Körpers. Wenn dafür auch etwas mehr Zeit und Geduld eingeplant wird, macht das nicht nur den Dickdarm zufriedener.

Mehr Ballaststoffe
Es ist mehr als ein Wortspiel, bei Obstipation Obst zu empfehlen, denn Äpfel, Pflaumen, Kirschen, Papaya und alle Beeren enthalten die notwendigen Quell- und Faserstoffe in Massen. Feigen verfügen außerdem noch über das Enzym Ficin, das wie ein Weichspüler im Darm wirken kann. Bei Gemüse sind es vor allem die Kohlsorten, die gesäuert oder gedünstet eine angegriffene Dickdarmschleimhaut wieder aufbauen können. Auch Haferkleie, Weizenkleie und Leinsamen lassen den Nahrungsbrei besonders gut aufquellen und bringen damit einen trägen Darm auf Trab. Solche Ballaststoffe und häufig Naturjoghurt mit lebenden Bakterienkulturen sind die beste Voraussetzung, um mit einer gut funktionierenden Darmflora die Verdauung zu fördern.

Reichlich Flüssigkeit
7 Gläser Wasser bis zum Mittag, empfahl schon die Kosmetik-Ikone Helena Rubinstein für eine straffe Haut. Und die hat sehr viel mit einem gesunden Darm, einer guten Verdauung und regelmäßiger Ausscheidung zu tun. 35 ml pro Kilo Körpergewicht, Wasser, Tee oder verdünnte Säfte, sollten täglich mindestens getrunken werden, bei hartnäckiger Obstipation noch mehr.

Muskeltraining
Das gilt besonders für erschlaffte Muskeln im Bauchraum. Morgens fünf Minuten  Crunches, Beckenbodenübungen oder der 6. Tibeter, kosten  möglicherweise etwas Überwindung aber wenig Zeit, dafür sorgen sie aber nicht nur für straffere Muskeln, sondern können bei einem trägen Darm wahre Wunder bewirken.

Regelmäßig entspannen
Das kann ein Spaziergang sein, der Blick ins Grüne, das Werkeln im Garten, das Klopfen des Schlüsselbeinpunktes, Musikhören im Lieblingssessel, eine schnurrende Katze auf dem Schoß oder etwas ganz anderes. Entscheidend ist, den Leistungsstress oder unangenehme Gedanken wenigstens für kurze Zeit zur Seite zu schieben und sich auf sich zu konzentrieren.
Weniger verkrampft zu sein und „unverdaute“ Gefühle loszulassen hilft, wieder zum natürlichen Rhythmus des Körpers zurückzufinden.

Darmkur mit Schüssler-Salzen
- Vor dem Frühstück: Kalium phosphoricum D6
- Vor dem Mittagessen: Natrium phosphoricum D 3
- Vor dem Schlafengehen: Magnesium phosphoricum D 6
4 bis 6 Wochen lang jeweils 5 Tabletten auf der Zunge zergehen lassen oder die Tagesration in 1/2 Liter heißem Wasser auflösen und über den Tag verteilt schluckweise trinken.

Artikel:Bioline-Magazin (Efi Sinn)


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