Moxa Wunderpflaster bekämpft Schmerzen Ist das wirklich nur Zufall?
Sep 29

Chronisch krank dennoch ein gutes Leben
Immer wenn ich einer Patientin erklären muss, dass ihre Erkrankung chronisch ist, erzähle ich gerne von Frau Fröhlich, einer Frau, die heute ihrem Namen alle Ehre macht und die trotz ihrer Krankheit für sich eine wunderbare Lebensqualität entwickelt hat.

Als sie vor mehr als drei Jahren in meine Praxis kam, war sie eher mutlos, traurig und verzweifelt. Sie litt an Blasenkrebs.
In einer komplizierten Operation war ein großer Tumor mitsamt dem Blasengewebe entfernt und die Harnausscheidungen nach außen verlegt worden. Die Operationsnarbe war nicht richtig abgeheilt, sie schmerzte und nässte noch.
Das ständige Austauschen der Urinbeutel und das Gefühl eingeschränkt zu sein, belastete sie sehr. Durch die Chemotherapie hatte sie jeglichen Appetit verloren und dazu kam noch die Angst, alles könne vielleicht umsonst gewesen sein, wenn sich bereits Metastasen gebildet hätten.
Frau Fröhlich erwartete von mir keine Heilung ihrer chronischen Erkrankung. Ihre Ärztin aber habe ihr geraten, mehr für ihre Ernährung zu tun und die Chemotherapie homöopathisch begleiten zu lassen.
Sie selbst suche nach jemandem, mit dem sie über ihre Ängste sprechen könne. Vielleicht würde noch die eine oder andere Anregung auch helfen, um ihre Situation zu erleichtern, aber mehr habe sie doch vom Leben nicht mehr zu erwarten, oder?


Dass sie selbst sich heute als geheilt betrachtet und ihre Ärzte das mit aller Vorsicht auch bestätigen, beweist wieder einmal, wie viel möglich ist, wenn jemand tief in sich den Wunsch nach Heilung entwickelt und sein Denken, sein Fühlen und sein Verhalten darauf ausrichtet

Es war kein leichter Weg. Frau Fröhlich durchlief  alle Phasen, durch die Menschen gehen, wenn sie sich mit der Diagnose „chronisch“ konfrontiert sehen.
Von der Bedeutung des Wortes her versteht man darunter  „langsam sich entwickelnd, langsam verlaufend“.
Entzündliche Vorgänge stuft man dann als chronisch ein, wenn sie nicht ausheilen, sondern in Abständen wieder aufflackern, wenn das Immunsystem zu schwach ist und eine Art friedlicher Coexistenz zwischen dem Immunsystem und den Krankheitserregern herrscht.
Wie so viele Menschen, hörte Frau Fröhlich bei den Einschätzungen „chronisch“ allerdings nur die Beurteilung „unheilbar“.

Das Problem verdrängen
Sie versuchte erst einmal, einfach nicht daran zu denken. Anfangs mit dem Kinderglauben: „Was ich nicht wahrnehme, geht irgendwann von ganz alleine weg.“
Dann hoffte sie, die Ärzte würden das schon wieder hinkriegen.
Es brauchte viele verständnisvolle Gespräche bis zur Erkenntnis, dass diese Entwicklung etwas mit ihr zu tun hatte, etwas mit ihrer Verantwortung für sich.
Erst das ermöglichte es ihr, diese Krise als Chance für sich zu nutzen.

Schuldzuweisung
Irgendwer muss die Verantwortung für das Geschehen übernehmen. Solange eine Patientin oder ein Patient dazu noch nicht bereit ist, wird Schuld gerne bei anderen gesucht, beim Partner, der zu wenig Verständnis hat, bei der ständig fordernden Familie, bei missgünstigen Kollegen oder Nachbarn, bei unfähigen Behandlern usw..
Es wird gehadert mit Gott und der Welt.
Und bei Frau Fröhlich gab es viele, denen sie nicht vergeben konnte. Ihre Mutter hatte sie als Kleinkind zur Adoption freigegeben und trotz netter Pflegeeltern fühlte sie sich ungeliebt. Da sie sich selbst nicht annehmen konnte, unterstellte sie das anderen auch. So blieben auch ihre Partnerbeziehungen nur kurze Episoden und sie lebt heute allein und kinderlos.
Frau Fröhlich pflegte die Ansicht, dass man sich Zuwendung verdienen müsse. An ihrem Arbeitsplatz war sie daher die ständig perfekte und immer anwesende Sekretärin eines cholerischen Chefs, der ihren stillen Einsatz kaum würdigte und sie ständig mit neuen Forderungen überhäufte. Sie wehrte sich nie dagegen, forderte ihre Rechte nicht ein, grübelte aber abends häufig über die Ungerechtigkeiten dieser Welt. An alle diese „Schuldigen“ dachte Frau Fröhlich mit Bitterkeit. Es ist also nicht verwunderlich, dass sie so krank wurde.

Um die Gesundheit feilschen
In dieser Phase sucht man immer noch Hilfe von außen, einen Wunderheiler beispielsweise, der verspricht, „es wegzumachen“ oder man versucht auch mit Gott zu handeln. Nach dem Motto: „Lieber Gott, wenn du mich gesund machst, werde ich …“ und man verspricht das Blaue vom Himmel.

Resignation und Angst vor dem Sterben
Irgendwann kommt ein Zeitpunkt, an dem man zu müde ist, um sich weiter aufzubäumen. Frau Fröhlich begann nun hinzunehmen, dass ihre Erkrankung nicht rückgängig zu machen war und dass ihr niemand eine Überlebensgarantie geben konnte. Sie resignierte schließlich und ließ sich zum ersten Mal von Gedanken an den Tod übermannen. Das machte ihr fürchterliche Angst, vor allem, wenn sie an die qualvollen Schmerzen dachte, die sie vielleicht würde erleiden müssen.

Annehmen der Krankheit
Diese Phase erreichten wir erst im Verlauf der Behandlung. Sie ist sehr wichtig, denn das Überwinden der Resignation und das Annehmen der Krankheit öffnet das Tor zur Hoffnung.
Chronisch krank zu sein bedeutet nicht unheilbar, wenn ein starker Wunsch nach Heilung vorhanden ist und auch die Verantwortung für die eigene Heilung übernommen wird.

Erst jetzt ist man in der Lage, nach Alternativen in der Behandlung zu suchen, notwendige Veränderungen im eigenen Denken, Fühlen und Verhalten anzugehen

Natürlich sind die Folgen mancher Krankheiten unumkehrbar. Ein entferntes Organ oder amputierte Gliedmaßen wachsen nicht wieder nach; beeinträchtigte Organe können Einschränkungen im täglichen Leben mit sich bringen.
Die Lebensqualität wird jedoch viel stärker von den Dingen bestimmt, die unbeschädigt geblieben sind oder wieder in Ordnung gebracht werden können.
Voraussetzung ist Klarheit darüber, was das eigene Leben lebenswert macht. „Was genau erwarte ich vom Leben, was trage ich selbst dazu bei?“
Für Frau Fröhlich bestand der Schlüssel zu ihrer Gesundung darin, sich den Problemen zu stellen, genau hinzusehen, zu reflektieren, wie es dazu kommen konnte. „Was will mir mein Körper, meine Seele mit dieser Krankheit sagen?“ „Was kann ich ändern, um mich wohler zu fühlen?“
Denn um das Ändern kommt man nicht herum.
Schon Hippokrates mahnte:

„Wenn du nicht bereit bist dein Leben zu ändern, kann dir nicht geholfen werden“

Die Krankheit ist auch eine Chance
Frau Fröhlich lernte ihre Krankheit als Chance zu erkennen, denn diese zwang sie, darüber nachzudenken, warum sie bisher so und nicht anders gelebt hatte. So begann sie zu verstehen, dass sie sich annehmen und ihr Leben selbst bestimmen musste.
Ein Leben, das von anderen bestimmt oder nur für andere gelebt wird,  verursacht ständig Spannungen, die das Immunsystem zermürben.

Ohne Ziel
In seiner Arbeit mit Krebspatienten fand der amerikanische Psychotherapeut LeShan heraus, dass die meisten von ihnen sich mit ungeliebten Tätigkeiten beschäftigten. Im Interesse der Familie oder der Konventionen hatten sie resigniert, ihren Lebenstraum aufgegeben und damit kein lebenswertes Ziel mehr


Auch Frau Fröhlich hasste ihre Arbeit als Sekretärin und hätte sich lieber mit Blumen beschäftigt. Wenn sie erzählte, wie oft sie für ihren grünen Daumen bewundert worden war, leuchteten ihre Augen. Sie war sofort begeistert, als ich ihr vorschlug, möglicherweise einen Tag in der Woche im Blumengeschäft einer Bekannten mitzuhelfen.
Die Krankheit gab ihr auch die Möglichkeit, zum ersten Mal seit Jahren Zeit für sich zu haben, sich wichtig zu nehmen, sich Gutes zu tun.
Es mussten noch einige traumatische Erinnerungen gelöscht und mit Meridiantechniken viel aufgestauter Ärger, Groll und stille Wut bearbeitet werden, bis sie ihren Frieden mit ihrer leiblichem Mutter machen konnte.

Blasenerkrankungen haben oft mit Festhalten, nicht Loslassen wollen zu tun

Erst als sie die Verbitterung, die Vorwürfe, die Frustrationen loslassen und vergeben konnte, kam sie auch innerlich zur Ruhe.

Bildhafte Vorstellungen der Heilung
Schon die erste Heilungstrance betrachtete Frau Fröhlich als eine gute Möglichkeit, selbst Einfluss auf ihren Genesungsprozess zu nehmen und dabei nicht nur den Körper, sondern auch die Seele anzusprechen.
Der amerikanische Psychoonkologe Simonton hat mit seinen Arbeiten überzeugend nachgewiesen, dass unsere Vorstellungskraft Einfluss auf das Immunsystem, selbst bei Krebserkrankungen hat. Er lies seine Patienten visualisieren, wie weiße Blutkörperchen die Krebszellen vernichten.

Bilder als Heilsymbole sind eine gute Möglichkeit, mit unserem Unbewussten zu kommunizieren, die Selbstheilungskräfte anzuregen

Frau Fröhlich wählte ein Symbol, das ihr vertraut war. Sie stellte sich einen wunderschönen Garten vor, in dem alles, von ihr gepflegt, grünte und blühte. Den Krebs symbolisierte ein dorniges Gestrüpp, das sie jeden Tag während ihrer Heilmeditation mit Inbrunst aus dem Boden riss und zerstörte.

Den Tod als Teil des Lebens akzeptieren
Dazu ist notwendig, Leben und Tod miteinander in Einklang zu bringen. Zu dem Willen “ich möchte leben“ gehört auch die Bereitschaft zu sterben.
Meine Überzeugung, dass wir beim Sterben nur die körperliche Hülle ablegen, unsere Seele und unser Geist aber weiterleben, habe sie sehr erleichtert, bestätigte Frau Fröhlich. Auch dass wir nicht unbedingt beim Sterben leiden müssten, sondern eher friedlich hinübergehen  ins Licht, habe ihr sehr geholfen.

Umstellung der Ernährung
5 mal täglich frisches Obst und Gemüse waren unser Ziel, hauptsächlich wegen der krebsbekämpfenden Antioxidantien und zur Stärkung gegen die Chemotherapie. So begannen wir zunächst mit 4 Esslöffeln Brokkoli oder Spargelpüree täglich. Beide enthalten Substanzen, die das Wachstum von Krebszellen hemmen können. Außerdem unterstützten wir das Immunsystem mit frischem Gerstengrassaft, homöopathischen Mitteln und Enzympräparaten. Mehrmals täglich gab es eine kleine Portion Soja, wegen der antitumoralen Wirkstoffe und des wertvollen Eiweißes.

Die Körperabwehr braucht dringend Eiweiß, um Abwehrzellen zu bilden, jedoch nur mageres. Fettreiche Produkte können die Aktivität der Killerzellen einschränken

Nach Abschluss der Chemotherapie begann Frau Fröhlich mit der vollwertigen Trennkost, die den gesamten Organismus stabilisierte und vor allem Übersäuerungen entgegensteuerte.
Um eine Hautreizung bei externer Ausleitung zu vermeiden, sollte der Urin nicht im sauren Bereich liegen und nicht zu konzentriert sein. Deshalb empfahl ich mindestens 2 Liter Flüssigkeit pro Tag, z.B. grünen Tee, Mineralwasser, Möhrensaft, Rote-Bete-Saft, Moosbeerensaft.

Genussvoll leben – Spaß haben
Das war für Frau Fröhlich die schwierigste Forderung. Sie begann zunächst damit, für sich ein schöneres und gesünderes Zuhause zu schaffen. Nach einer geobiologischen Analyse stellte sie ihr Bett um und richtete sich einen Platz ein, an dem sie ihre Heilmeditation machen, sich wohlfühlen und Kraft schöpfen kann. Das führte zur Beschäftigung  mit Feng Shui und Edelsteinen.
Über diese Interessen kam sie zu einem Volkshochschulkurs und fand so zum ersten Mal Kontakt zu Menschen außerhalb ihrer Arbeitsstelle.
Sie belegte sogar einen Lachkurs, der ihr viel Spaß bereitete.
Inzwischen hat sie noch Anschluss an eine Frauen-Walkinggruppe gefunden. Die regelmäßige Bewegung an frischer Luft kräftigt ihr Immunsystem und hat ihr wieder rote Wangen verschafft.
Zur Stärkung ihrer Selbstheilungskräfte trugen noch homöopathische Wundheilmittel, das Balancieren der Operationsnarbe mit Body Talk und heilende Berührungen bei.

Vor kurzem war Frau Fröhlich wieder einmal in der Sprechstunde, zur Behandlung eines banalen Schnupfens, wie sie sagte. Aber eines habe sie sich gut gemerkt:

Bei der natürlichen Ausheilung von Erkältungen und anderen Krankheiten müsse die Abwehr trainiert werden. Dabei entstehen tumorzerstörende Wirkstoffe

Und davon könne man nie zu viel haben.
Inzwischen arbeitet meine Patientin halbtags in einer Gärtnerei, in der sie jetzt auch Teilhaberin ist und ihre Vorstellungen verwirklichen kann.
Durch die neue Blasenplastik aus Darmgewebe ist sie jetzt unabhängiger und kann öfter mit ihrer Frauengruppe verreisen. Heute lacht sie:

„Irgendwie ist es verrückt, ich musste erst krank werden, um mich so wohl zu fühlen“

Frau Fröhlich ist dem Begriff nach immer noch chronisch krank, aber eigentlich geht es ihr blendend. Natürlich gibt es manchmal noch bange Momente, wenn sie an die Zukunft denkt. Aber sie hat nicht mehr wirklich Angst davor. Sie weiß, wo und wie sie Hilfe findet und ist überzeugt davon, dass sie es schaffen kann.

Das Beispiel von Frau Fröhlich beweist, dass sich niemand von der Nachricht „chronisch krank“ niederknüppeln lassen muss. Vielmehr sollte jeder Patient, jede Patientin sich auf seine/ihre Kraft besinnen und mit Hilfe von engagierten Therapeuten herausfinden, welche Möglichkeiten es für ihn/sie gibt und wie der Körper und die Seele sich stärken lassen.

Artikel: Bioline-Magazin (Elfi Sinn)


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