Schlafen wie gewiegt Die Rache des Darms
Mrz 07

Wie wäre es mit ein wenig Mut. Überraschen Sie sich und Ihre Lieben mit hinreißenden Gerichten, deren Hauptdarsteller der – Chicorée ist
Ja, Sie lesen richtig. Auch als Gemüse bietet Chicorée schier unerschöpfliche Zubereitungsmöglichkeiten.
Klar doch, als Salat kennen wir diese hellen, gelblichen, am Strunk manchmal heftig bitteren Kolben schon längst. So ragen die spitzen Blätter, abgelöst, aus so manchem Salatteller, oder sie garnieren, als dekoratives Bett, das eigentliche (kalte) Gericht.
Auch zu pikanten Dips dürfen sie gelegentlich die Rohkostplatte erweitern.


Urgesund ist der knackige Chicorée
Aber seine wirklichen Qualitäten, besonders im Hinblick auf Geschmacksvielfalt, zeigt er erst, wenn er gekocht, gebraten oder gegrillt wurde. So kann er im ganzen serviert, halbiert, in Scheiben geschnitten oder gar püriert werden.
Zu anderen Gemüsesorten paßt er und gibt ihnen eine besondere Note. Aber auch Kartoffeln oder Reis gehen gerne eine Verbindung mit ihm ein. Dazu serviert man Tofu, Soja, Fisch oder Fleisch.
Unser Freund läuft zu leckerer Hochform auf, paniert man ihn mit Semmelbröseln, geriebenen Mandeln, Sesam oder überbackt ihn mit einer knusprigen Käsekruste. Aber auch in einer Bechamelsoße badet er gerne oder findet sich wieder in einer feinen Suppe.
An Gewürzen liebt er Muskat genauso wie Knoblauch, Mediterranes oder Scharfes, fühlt sich aber auch vereint mit Tomaten und Paprika sehr wohl.
Höchst bedauerlich ist, daß dieser Tausendsassa hierzulande so phantasielos und einseitig zubereitet, die Küche bisher nicht wirklich bereichern konnte.

Die unerwünschten Bitterstoffe entfernt man übrigens, indem man am Wurzelansatz einen tiefen, kegelförmigen Keil ausschneidet
Holen Sie dieses köstliche Gemüse aus dem Dunkeln. Dort nämlich fristet es seinen Entwicklungs-Weg.

Chicorée – ein Leben im Dunkeln
Chicorée gehört zu den wenigen Gemüsearten, deren Ursprung nicht bis in die Antike zurück reicht. Ein Monsieur Brezier, Obergärtner des Botanischen Gartens in Brüssel, entdeckte durch Zufall Zichorienwurzeln, die in einem dunklen Keller zu treiben begonnen hatten. Er kostete von den Trieben und sie schmeckten ihm. Nun experimentierte er so lange, bis sich aus der Zichorienwurzel der Chicorée entwickelte.
Die Chicorée-Pflanzen werden im Mai ausgesät, bis Oktober bleiben sie im Beet. Die Blätter, im Tageslicht  gewachsen, sind für den Verzehr zu bitter.
Die Wurzeln werden nun ausgegraben und an einen heizbaren Ort gebracht, an dem sie vor Lichteinfall geschützt sind. 14 Tage lang läßt man sie nachreifen, dann schneidet man das Laub über der Rübe ab. Die Rüben werden dicht beieinander in ein mindestens 25 cm tiefes Gefäß geschichtet, die Zwischenräume werden mit einem lockeren Erdgemisch aufgefüllt und angegossen.
Kleine Mengen für den Hausgebrauch kann man in einem Eimer treiben, sogar in einem nicht allzu warmen Wohnraum (16 Grad C).


Es gibt Chicorée-Sorten, bei denen die Sprossen mit Deckerde getrieben oder mit einem schwarzen Eimer abgedeckt werden, andere wachsen in einem dunklen Raum (zum Beispiel Heizungskeller) ohne Erdbedeckung.

Das Treiben mit Deckerde bringt zwar eine bessere Qualität (feste Sprossen, weiße Blätter) hervor, ist aber arbeitsaufwendiger und wird kaum noch durchgeführt.
Ohne Deckerde sind die Spitzen lockerer und gelblich. Nach drei bis fünf Wochen und gelegentlichem Gießen kann geerntet werden. Nach dem ersten Schnitt der Sprossen kann man die Wurzeln noch weiter treiben lassen, sie bringen dann immer noch gut eßbares, lockeres Blattwerk hervor.

Chicorée gibt es zwischen Oktober und Mai

Belgien ist auch heute noch der weltweit größte Exporteur, vor Frankreich und den Niederlanden. In der Bundesrepublik wird er seit einigen Jahren vor allem in Südbaden, Bayern, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen angebaut.
Es werden nur Sorten kultiviert, die aus der Zichorien-Wurzel, einer veredelten Art der Kaffee-Zichorie, stammt.

Wie gesund ist Chicorée?
Durch das Heranziehen der Salatpflanze im Dunkeln wird verhindert, daß sich Chlorophyll (Blattgrün) entwickelt.
Denn besonders begehrt ist dieses Gemüse wegen seiner hellen Farbe mit zartgrünem Rand.
Im Chicorée ist immer etwas Intybin enthalten, weshalb er einen herben, leicht bitteren Geschmack hat, an den man sich erst gewöhnen muß.
Wer sich aber mit dem Geschmack angefreundet hat, verzehrt mit dem Chicorée einen Salat oder ein Gemüse, der/das besonders kalorienarm, aber reich an Mineralstoffen (Kalium, Phosphor und Kalzium) ist.
Chicorée ist auch ein wichtiger Vitaminspender mit den Wirkstoffen Provitamin A, Vitamin B1, B2 und C trägt er dazu bei, lebenswichtige Körperfunktionen in Gang zu halten.

Chicorée regt die Verdauung an

Seine harntreibende Eigenschaft hilft dem Körper bei seiner Entgiftung und Entschlackung. Chicorée ist daher bei Diabetes und Rheuma sehr zu empfehlen.
Chicorée wirkt sich positiv auf die Blutgefäße aus.
Er eignet sich zur Diät und für die Schlankheitskost.
Das Provitamin A fördert außerdem eine glatte Haut.
Ernährungsphysiologisch ist er wie Kopfsalat einzustufen.

Artikel: Bioline-Magazin


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