Die Steckrübe Gesundheit
Apr 12

Champignon  auch Egerling genannt (Agaricus campestris)
Ich gehe vorsichtig Schritt für Schritt über die saftige Wiese, den Kopf gesenkt und mit suchendem Blick. Verflixt, das kann doch nicht wahr sein, wo ist denn wohl einer?
Von überall um mich herum dröhnen freudige Schreie: Ich hab einen, ruft Heike! Hey, ich auch, sogar 2, kommt es aus der anderen Richtung. Nur aus meinem Mund kommt nicht mehr als ein knurrendes: Zeig dich, wo bist du? Hab’ ich denn gar kein Glück heute?
Da, ich kann es kaum glauben, nur noch einen halben Meter entfernt, entdecke ich endlich eine kleine Ansammlung und verkünde fröhlich: Juchhu, eine ganze Gruppe! Plötzlich kommen alle zu mir und wir sammeln es gemeinsam ein – unser Mittagessen.


Na, Sie wissen bestimmt wovon ich rede, oder etwa nicht? Von Champignons, diesen herrlichen kleinen runden weißen Köpfchen, die uns hier zu Füßen liegen und anscheinend nur darauf warten, gepflückt zu werden.
Wir stehen einen Moment schweigend und genüßlich träumend da, alleine bei dem Gedanken an all die herrlichen Gerichte, die wir in Kürze daraus zubereiten werden, läuft uns allen das Wasser im Munde zusammen.
Das ging schon vor langer Zeit den alten Römern bestimmt auch so, die tauschten für diese Delikatesse nämlich sogar Gold und Silber ein.
Im Mittelalter hatte sich der Wert der Champignons aber gewandelt, da galten Pilze aufgrund des hohen Nährwertgehalts nur als das „Fleisch des armen Mannes“. Hildegard von Bingen lobte die hohe Heilkraft von Pilzen, besonders die von Baumpilzen.

Sie können Champignons von Juni bis September auf feuchten Wiesen selber sammeln, aber auch den Rest des Jahres gibt es bei uns immer Zuchtchampignons zu kaufen.
Beim Zubereiten ist Ihrer Kreativität übrigens keine Grenze gesetzt, roh oder gedünstet, überbacken oder mariniert, durch den herrlich feinen Geschmack lassen sie sich auf vielerlei Arten zubereiten und gut mit anderen Lebensmitteln kombinieren. Wenn Sie erst einmal den Mut gefaßt haben und diese weißen (mild im Geschmack), rosafarbenen oder beige-braunen (würziger) Gesellen besser kennen, dann werden sie bestimmt zum festen Bestandteil Ihrer Kochkunst. Würzen können Sie die Champignons mit etwas schwarzem Pfeffer direkt aus der Mühle, einer Prise Salz und mit frischer Petersilie, aber auch mit vielen anderen Kräutern.


Zucht und Verwendung
Der Züchter „impft“ Weizenkörner mit dem Champignonsamen (Mycelium) und vermischt es mit Kompost. In klimatisierten Räumen (dunkel, feucht-warm) können dann die Champignons während ca. 3 Wochen heranwachsen. Nach der Ernte werden Champignons verpackt und bei 2-3 Grad Celsius sofort zum Verbraucher gebracht. Im Gegensatz zu vielen Waldpilzen enthalten Zuchtchampignons keine Schwermetalle und können ohne Einschränkungen gegessen werden. Pilze bestehen zu ca. 90% aus Wasser, sie enthalten kein Fett (und auch kein Cholesterin), pflanzliches Eiweiß, Vitamine und verschiedene Mineralstoffe. Für unseren Stoffwechsel sind Champignons zu empfehlen, sie machen Fleisch- und Eierspeisen besser verdaulich und sind somit ein Grund, öfter zuzugreifen.
Tip: Einige wenige Menschen können Champignons abends schlecht verdauen und sollten dann lieber mittags ein leckeres Pilzmahl verputzen.

Küchentip:
Frische Champignons haben die Köpfe noch geschlossen, so daß keine Lamellen zu sehen sind. Sie können sie mit einem feuchten Tuch abwischen oder mit der Gemüsebürste abbürsten, um evtl. kleine Erdreste oder Steinchen zu entfernen. Auf keinen Fall unter fließendem Wasser reinigen, denn so verlieren die Champignons erheblich an Geschmack und Biß und das wäre sehr schade. Das Wurzelende wird abgeschnitten, die Stiele können mitgegessen werden.
Damit die frischen Champignons ihre Farbe behalten, sollten Sie sie bei der Salatzubereitung mit Zitronensaft beträufeln oder direkt unter die Marinade geben.

Autorin: Ingrid Schlieske

Buchtipps zu diesem Artikel:
Dr. Küche und Dr. Garten.


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