Dez 02

Claudia wischt sich den Schweiß von der Stirn. Sie ist mitten im Hausputz, die Kinder quengeln unzufrieden. Besuch hat sich angemeldet, drei Personen für eine Woche. Oh Gott, und sie muß noch die Fenster putzen, das Obergeschoß saugen, abstauben, den Einkauf planen, Kuchen backen, sich um die Kinder kümmern und, und, und. Wie soll sie das bloß alles schaffen? Jedes Bauklötzchen, das ihr im Weg herumliegt, ärgert sie. Gestreßt faucht Claudia ihren Mann an, weil er mit Straßenschuhen das gewienerte Wohnzimmer betritt. Als der Besuch endlich eintrifft, ist Claudia fix und fertig und zudem noch schlecht gelaunt.

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Dez 02

Hätten Sie gedacht, daß Neid eine wichtige Gefühlserregung ist? Neid gehört zu unserem Leben und ist die Voraussetzung für energievolles Vorwärtsstreben
Haben Sie diesen Satz öfter mal gehört oder gesagt, ernsthaft und nicht als scherzhafte Äußerung? Das wäre erstaunlich, denn wenige Menschen geben freimütig zu, daß sie neidisch sind oder irgendwann einmal waren. Neidisch sind immer nur die anderen. Verwunderlich ist das nicht, denn Neid ist keine beliebte und auch keine angenehme Gefühlsäußerung - nicht umsonst sagt man schließlich, jemand, immer der andere natürlich, sei blaß vor Neid oder gelb oder grün. Dann ist der Neid schon so groß, daß er jemanden förmlich auffrißt und schon ins Gesicht geschrieben steht. In den meisten Fällen äußert sich Neid aber nicht so kraß, und vielleicht wird er deshalb gar nicht erkannt.

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Jun 17

oder:

Wie macht man aus einer Mücke einen Elefanten

„Mittwoch, 18.15 Uhr, da geschah es wieder. Ein kleiner Klick genügte, eine Situation, so alltäglich, daß sie sich gar nicht zu er-zählen lohnte, wenn nicht,  ja, wenn sie nicht dazu geführt hätte, daß ich 5 Minuten später eine Furie war.
Was war geschehen?
Christians Spielkamerad sollte in einer Viertelstunde abgeholt werden, und ich ging ins Kinderzimmer, um ihnen zu sagen, daß sie noch schnell aufräumen sollten, da Stefans Mutter gleich käme. Schon auf dem Flur rief ich: „Aufräumen, Martina kommt gleich!“ und dachte dabei, sie haben so schön zusammen gespielt, da helfe ich beim Aufräumen.
Doch als ich ins Zimmer trat, traute ich meinen Augen nicht. Die Legokiste lag ausgekippt auf dem Boden und das Schiff, an dem wir gestern so lange gebaut hatten, war kaputt. Mitten in dem Durcheinander lagen Bücher und Puzzlesteine.   Über zwei Stühlen hing die Wolldecke von Christians Bett. Das Deckbett lugte darunter hervor und einige Stofftiere. Das Kopfkissen und noch ein paar Tiere lagen rechts in der Zimmerecke.
„Wir haben Arche Noah gespielt“  riefen die beiden mit erhitzten Gesichtern, strahlend. „Laß die Tür zu, hier ist die Sintflut, sonst läuft das Wasser raus!“
„Wie sieht es denn hier aus ,“schrie ich,
„Wir räumen gleich auf, Mama! “
Ich hörte nicht.
„Dieses Chaos, könnt ihr denn nicht wie normale Kinder spielen, warum räumt ihr nicht erst die Legos ein und außerdem warum ist das Schiff kaputt? Wir haben so lange daran gesessen! Müßt ihr denn immer alles kaputtmachen? Außerdem weißt du ganz genau, daß du das Bettzeug nicht zum Spielen nehmen sollst, du hast doch extra die Spieldecken und Kissen!

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Mai 12

Viele Menschen sind stolz darauf, daß sie anderen immer ehrlich ihre Meinung sagen
Kritik üben dürfte das nachteiligste Mißverständnis unserer Gesellschaft sein

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Feb 05

„Können Sie mir helfen, meinen Mann zum Reden zu bringen. Ich weiß mir keinen Rat mehr.“
Die junge Frau, die in meiner Praxis anrief, war den Tränen nahe. „Mein Mann und ich haben schon seit längerem Probleme miteinander und nun meint der Hausarzt, dass auch seine starken Rückenschmerzen damit zusammenhängen können. Aber ich kann mit meinem Mann einfach nicht darüber sprechen. Er weigert sich, solche Zusammenhänge zu sehen Unser ganzes Familienleben leidet inzwischen darunter. Sie bieten in Ihrer Praxis doch beides an, die physische und psychische Behandlung. Gibt es vielleicht irgendwelche naturheilkundlichen Therapien, die uns weiterhelfen können?“

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Nov 10

„Ich habe große Angst, dass meine Freundin mich verlässt, und ich weiß einfach nicht mehr, was ich jetzt machen soll. Ehe wir vor einem halben Jahr zusammengezogen sind, konnten wir uns beide sehr gut vorstellen, eine Familie zu gründen, aber jetzt habe ich den Eindruck, sie wendet sich immer mehr von mir ab. Sie möchte häufig etwas ohne mich unternehmen und trifft sich z.B. regelmä-ßig mit Freundinnen, um Sport zu machen oder ins Kino zu gehen. Ich weiß nicht, warum sie diese Aktivitäten nicht mit mir macht, sondern andere Menschen vorzieht. Inzwischen überlegt sie sogar, sich wieder eine eigene Wohnung zu nehmen. Vielleicht hat sie aber auch einen neuen Freund. Wenn ich sie diesbezüglich anspreche, meint sie nur, ich lasse ihr keine Luft mehr zum Atmen. Wie kann das nur kommen? Ich glaube inzwischen, dass sie gar nicht zu einer festen Bindung fähig ist. Wie konnte ich mich nur so in ihr täuschen? Bei ihr dachte ich wirklich, dass sie die Richtige sei. Lernt man einen Menschen eigentlich erst wirklich kennen, wenn man mit ihm zusammenlebt?“

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Okt 30

Vergilt nicht Gleiches mit Gleichem
Im Augenblick kommt es mir gelegentlich so vor, als gäbe es nur noch ein einziges Thema. Jede meiner Klientinnen scheint an der gleichen Sache zu arbeiten. Etliche dieser Klientinnen, alles ausnahmslos sehr sympathische, starke und liebenswerte Frauen, die stets für andere da waren, die vielen Menschen bei vielen Problemen geholfen haben, die darin auch wirklich effektiv und erfolgreich waren, ringen jetzt gerade darum, mehr an sich selber zu denken. Das aber fällt ihnen schwer. Obwohl ihr kluger Verstand ihnen bereits deutlich sagt, dass es wirklich „richtig“ ist, auch einmal nein zu sagen, obwohl sie genau wissen, dass es „richtig“ ist, auch etwas für sich selber zu tun, verfallen sie doch immer wieder in die alte Gewohnheit, erst an die anderen zu denken und dann an sich. Woran liegt das eigentlich?
Wenn ich diese Klientinnen beobachte, dann fällt mir eine Gemeinsamkeit zwischen all diesen Frauen auf. Unabhängig davon, in welchem Alter sie sind, sie sind alle Menschen, die aus ihrem Herzen heraus leben und nicht aus dem Kopf.
Da ist zum Beispiel die alte Dame, die schon als Kind von ihrer Mutter abgelehnt wurde. Bei jeder Gelegenheit bekam sie Prügel und heute pflegt sie ihre alte Mutter. Der Verstand würde sagen: „Warum soll ich mich um diese Frau kümmern, die mich nie geliebt und so oft geschlagen hat?“ Das Herz aber fühlt, dass es falsch ist, Gleiches mit Gleichem zu vergelten und dehnt seine Liebe selbst auf die Lieblosen aus.

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Sep 18

„Liegt es an mir oder gibt es keine vernünftigen Männer mehr?“ Dieser Stoßseufzer kam von meiner Freundin Elke, die während einer Beratung wieder einmal ihr Single-Dasein beklagte.

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