Quälende Krämpfe Sehkrafttraining
Feb 09

Schon seit vielen Jahren weiß ich, dass fast alle Menschen, die kurz- oder weitsichtig sind, ihre Sehtätigkeit stark verbessern können

Es fing ganz harmlos an
Meine Mutter behauptete immer, ich hätte einen Blick wie ein Adler. Als Kind konnte ich extrem weit entfernte Gegenstände glasklar erkennen und auch auf große Entfernung Schriften mühelos entziffern.
Aber auch Kleingedrucktes in Büchern oder Magazinen las ich wie der Wind.
Ich war immer stolz gewesen auf meine guten Augen und hatte Mitleid mit allen Menschen, die nur mit Brille die Schärfe des Alltags wahrnehmen konnten.
Erklärend möchte ich anfügen, dass ich zwar Berlinerin bin, aber am Stadtrand in ausgesprochen dörflicher Gegend aufgewachsen bin.
Das zu erwähnen erscheint mir deshalb wichtig, weil ich in meiner gesamten Jugend unbewusst genau die Voraussetzungen schaffte, die für den Menschen wohl unerlässlich sind, um seine Augengesundheit zu bewahren.
Dazu gehörte, dass ich mich, neben der Zeit in der Schule, bevorzugt im Freien aufgehalten hatte und meine Augen sowohl in einem begrenzten Blickfeld einsetzte, nämlich bei der Sicht auf Bücher und Schulhefte, als auch auf wechselnde Ziele in Gärten, über Felder und Wiesen.


Diese guten Bedingungen in meiner Jugend zahlten sich noch viele Jahre lang aus. Meine exzellente Sehschärfe erhielt ich mir bis etwa zum 42. Lebensjahr.
Längst hatte ich mein Leben in Feld und Flur eingetauscht in reine Schreibtischarbeit, und die Hausarbeit mit drei Kindern ließ Blicke auf den Horizont auch nicht unbedingt zu. Eines Tages bemerkte ich, dass die Schrift vor meinen Augen mir nicht mehr so deutlich erschien. Ich musste die Augen etwas zusammen kneifen, wenn ich sie klar lesen wollte. Etwas besser funktionierte es, wenn das Papier mit dem Text von mir mit ausgestreckten Armen weggehalten wurde. Erst mal nahm ich die Sache nicht sonderlich ernst. Aber das Sehen fiel mir immer schwerer. Also suchte ich schließlich etwas besorgt einen Augenarzt auf. Der untersuchte mich gründlich, um dann lakonisch festzustellen, mir fehle gar nichts. Meine Beschwerden seien bloß Alterserscheinungen.

Bloß Alterserscheinungen …! Wie tröstlich!

Und das mit meinen jugendlichen 42 Jahren.
Der gute Mann verschrieb mir damals meine erste Brille und ich konnte wieder besser sehen.
Im Laufe der Jahre litt auch mein Adlerblick in die Ferne etwas und wurde, wie konnte es anders sein, ebenfalls durch eine Brille ausgeglichen.

So wie mir geht es den allermeisten Bürgern unseres Kontinents. Wir werden ein bisschen älter und finden es selbstverständlich, dass die Sehkraft mit jedem Jahr ein wenig weiter abnimmt.
Wie so viele andere auch, habe ich mich in dieses unabwendbare Schicksal gefügt und mir von Zeit zu Zeit Brillengläser zugelegt, die immer noch ein bisschen stärker waren als die vorangegangenen.
Längst konnte ich ohne Brille auch größer gedruckte Buchstaben nicht mehr lesen. Auch bei allerbester Beleuchtung nicht.

Ich kam gar nicht auf die Idee, diesen Zustand in Frage zu stellen

Aber zu meinem Glück lernte ich einen klugen Heilpraktiker kennen, der mir gehörig den Kopf wusch. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich heute wieder recht gut sehe.
Wie ich die Besserung meiner Sehfähigkeit erreichte?
Die Bemühung dafür war klein und umfasste täglich nur wenige Minuten. Ich sollte dafür eine einfache Augengymnastik absolvieren.
Erst einmal etwas skeptisch dachte ich doch: „Nützt es nichts, so schadet es auch nicht!“ Und ich legte los. Meine Augenübungen gehörten damals zu meinem Tagesablauf wie Zähneputzen.
Nach wenigen Wochen bereits erfuhr ich eine deutliche Steigerung meines Sehvermögens.
Zu der damaligen Zeit betreute ich über viele Jahre hin Kurgäste mit einem Ernährungskonzept und einem Sportprogramm. Es versteht sich, dass ich die Augengymnastik als tägliche Übung auf der Stelle mit in mein Konzept nahm. Viele meiner Gäste berichteten mir nach den drei bis vier Kurwochen, dass sie ebenfalls eine deutliche Veränderung ihrer Sehschärfe verzeichnen konnten. Und sie versicherten mir, dass sie die Gymnastik auf jeden Fall auch weiter daheim ausführen wollten.
Für mich selbst hatte ich mit Hilfe dieser wenigen Maßnahmen erreicht, dass ich bei gutem Licht ohne Brille wieder mühelos Zeitungen und Büchertexte lesen konnte.
Aus Bequemlichkeit trug ich zum Arbeiten jedoch weiter eine Brille.


Irgendwie war mir der Zusammenhang zwischen sich verschlechterndem Sehvermögen und der Brille noch immer nicht klar

Heute erst weiß ich, dass das Auge sich an die Sehhilfe gewöhnt. Ändert man nicht die Lebensumstände, die zu schlechterem Sehen geführt haben, so braucht man in regelmäßigen Abständen immer noch stärkere Gläser.
Dann erhielt ich von meinem Schicksal die Lehre, die mich endlich offen sein ließ für weiteres Wissen auf diesem Gebiet. Vor über acht Jahren nämlich siedelte ich nach Spanien über, damit ich wetterbedingt meine überwiegend schreibende Tätigkeit im Freien erledigen konnte.
Davor hatte ich mir noch eine Brille für das Autofahren zugelegt. Mit ihr konnte ich meine damals schwindende Fähigkeit des Weit-Sehens ausgleichen. Und sie war gegen Blenden durch entgegenkommende Scheinwerfer ausgerichtet und ihre Gläser färbten sich bei Sonneneinstrahlung dunkel.
Noch jetzt stockt mir der Atem, wenn ich an den Preis denke, den dieses High-Tech-Ding gekostet hat. Sagenhafte 850,00 DM musste ich dafür hinblättern.
Ich aber motivierte mich mit dem Gedanken, dass es ja eine Anschaffung für immer sei und meiner Gesundheit dienen soll.

Ob ich das teure Stück noch habe? Ja klar, aber in der Schublade. Denn ich erfuhr das Wunder, dass sich diese Brille regelrecht erübrigt hat

Dabei habe ich die Augenübungen, die zu besserem Weit-Sehen führte, gänzlich unbewusst täglich absolviert.

Wie gesagt, ich sitze im Freien. Bei Wind und Wetter. Dabei habe ich manchmal Mengen von Papieren, ja auch Ordnern, um mich herum ausgebreitet.
Wichtig dabei ist, dass ich immer wieder zwischendurch meinen Blick auf Büsche und Bäume richte, auf die Berge und in die Weite, über das Meer.

Dieser „Blick-Wechsel“ zwischen nah und fern hat unmerklich meine Augen trainiert. Hinzu kam die andere Qualität des Lichtes

Heute brauche ich keine Brille mehr für das Autofahren und die Schilder lese ich von weitem fast genauso gut wie in alten Zeiten.
Durch mein eigenes Erleben an diesem Thema brennend interessiert, folgte ich den Empfehlungen meines Buchverlages, der mir eines der bei ihm erschienenen Bücher ans Herz legte. Es heißt „Rechtes Sehen ohne Brille“ von Dr. med. W. H. Bates. In diesem Werk fand ich alles bestätigt, was ich über Augentraining bisher am eigenen Leib erfahren hatte. Endlich erklärte mir nun jemand, was genau man unternehmen muss, um wieder zu gesundem Sehen zu kommen, aber auch, weshalb die empfohlenen Übungen wirken.
Ich gebe zu, erst einmal blätterte ich mit wenig Begeisterung in diesem Buch. Hatte der Autor nicht zu viel Fachliches darin beschrieben?
Aber nach dem Überwinden einiger Seiten, die tatsächlich etwas langatmig ausgefallen sind, konnte ich das Buch kaum zur Seite legen, so sehr interessierte mich das Geschriebene.
Der Autor ruft darin seine Leser auf, sich nicht damit abzufinden, für immer ein Brillengestell auf der Nase zu tragen.

Autorin: Ingrid Schlieske


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