Die Großmutter im Fitneßcenter Der hohe Blutdruck
Apr 23

„Am Anfang war das Wort (…) und das Wort war das Licht der Menschen“.
Dieses Zitat aus dem Johannesevangelium besitzt weit mehr Bedeutung, als es auf den ersten Blick scheint, denn tatsächlich dreht sich in dieser Welt alles um das Wort.
Wem ist nicht schon einmal aufgefallen, welche Macht das Wort, sei es nun gesprochen oder geschrieben, besitzt? Nehmen wir zum Beispiel einmal den Bau eines Hauses. Wie viel würde hier geschehen ohne Worte? Gar nichts.
Gleichzeitig können wir in diesem Beispiel die seltsame Fähigkeit des Wortes erkennen, nicht Materielles in Materie zu verwandeln.
Zunächst besitzt das zukünftige Haus noch keinerlei Materie. Es ist nur eine Idee im Kopf eines Menschen. Aus dieser Idee werden konkrete Gedanken und schließlich Worte.
Der Mann, der die Idee hatte ein Haus zu bauen fängt an, darüber zu sprechen, vielleicht zunächst erst einmal mit seiner Ehefrau. Auf diese Weise verwandelt sich die Idee in einen Plan. Nun werden weitere Worte gesprochen, mit Finanzberatern, Banken, Behörden, Architekten, Handwerkern, Zulieferfirmen und vielen anderen.
Worte setzen all diese Menschen in Bewegung, und am Ende steht das Haus da, ein Haus aus Stein, aus fester Materie und wir können es mit unseren Händen anfassen.


Worte haben die Idee in Materie verwandelt

Ist das nicht faszinierend?
Wenn wir diese Worte lediglich denken, wenn ich zum Beispiel denke: „Herr Tapezierer, bitte tapezieren Sie jetzt mein Wohnzimmer“, dann würde sich nichts ereignen. Spreche ich diese Worte jedoch laut aus, setzen sie den Handwerker in Bewegung und er vollzieht die gewünschten Tätigkeiten.
Genau das ist es, was beim Besprechen auch passiert.
Das plattdeutsche Wort für besprechen lautet „böten“, aber das hochdeutsche Wort „besprechen“ drückt es noch besser aus, weil der Ausdruck „sprechen“ bereits darin enthalten ist.

Die Böterin oder weise Frau spricht Worte laut aus, die sich jedoch nicht so sehr an den Verstand des Klienten richten, als vielmehr an dessen Seele

Diese Worte entfalten ein hohes Maß an Kraft und erzeugen die gewünschten Veränderungen.
Mein Leben lang war ich fasziniert von der erstaunlichen Macht des Wortes.
Es gibt in der Geschichte viele Beispiele dafür, wie Menschen nur durch Worte die Geschichte beeinflußt haben (nicht immer nur zum Guten, wie wir wissen).

Die Macht des Wortes kann auch zu dunklen Zwecken mißbraucht werden.

Dazu verwenden weise Frauen sie aber nicht.
Eine Besprecherin spricht oder bötet laut für den jeweiligen Klienten. Die Worte kommen direkt aus ihrer Seele. Sie bringt sich selbst dafür in eine Art Halbtrance und lauscht nach innen. Wenn die Worte machtvoll genug sind, öffnen sie ihr die Tür zu der Seele ihres Klienten. Und dort findet nun etwas ganz Ähnliches statt wie in dem Beispiel mit dem Haus. Während nur gedachte Worte nichts bewirken, nimmt das gesprochene Wort einen direkten Einfluß. Die am Boden liegenden Selbstheilungskräfte des Klienten richten sich wieder auf, werden wieder stark.

Aber nicht nur die Selbstheilungskräfte kehren zurück, auch wichtige Kraft transportierende Gefühle wie Mut, Zuversicht, Liebe oder Motivation werden wieder wach

Als Besprecherin habe ich eine nicht ganz alltägliche Sichtweise auf den Menschen. Für mich ist der Mensch nicht eine Einheit aus Körper, Verstand und Gefühl. Der Mensch ist mehr, viel mehr.
Jeder Mensch ist ein ganzes Universum an Möglichkeiten, ein tiefes Geheimnis.

Sitzt mir ein Mensch gegenüber, dann sitzt vor mir ein ganzes menschliches Schicksal, ein Leben mit seinen Höhen und Tiefen, Siegen und Niederlagen.

In jedem Menschen steckt ein gewaltiges Potential und eine Kraft, die wir in unserem Leben nie ganz ausschöpfen. Im Gegenteil, meistens erleben wir nur ein kleines Rinnsal der Kraft, die uns eigentlich innewohnt.
Und wenn ich mit einem Menschen spreche, dann habe ich auch nicht nur einen Ansprechpartner im anderen, sondern eigentlich ganz viele. Ich kann zum Beispiel den Mut des anderen ansprechen, oder seine Liebe, seine Begeisterung wecken oder mich mit seinem Zorn unterhalten. Wenn der Zorn lange unterdrückt wurde, ist es mitunter sehr wichtig, diese Energie von Zorn auch einmal zu Wort kommen zu lassen.
Ich kann mich an das innere Kind wenden oder die innere Frau, an die Sexualität oder die Selbstheilungskräfte.
Ich kann aber auch mit den Zellen direkt sprechen.
Viele Besprecher wenden diese Methode mit Erfolg an.


Es ist immer möglich, in ein Gespräch mit der jeweiligen Krankheit zu gehen.
Beispielsweise kam einmal eine Klientin mit einem immer wieder verstopften Ohr zu mir. Ich fragte ihr Ohr, was es nicht hören wolle. Die Antwort kam prompt. So konnte die Klientin sich eine Lösung überlegen und das Verstopfungsproblem tauchte nie wieder auf.

Wenn wir glauben, der Mensch hätte in seinem Innern nur eine Adresse, an die wir alle unsere Eingaben richten müssen, nämlich den Verstand, dann übersehen wir die wesentlichsten Möglichkeiten.
Die Methode, nicht den Verstand eines Klienten anzusprechen, sondern einzelne Seelenanteile, wird heutzutage in zunehmendem Maße auch von Psychologen und Therapeuten angewendet, so beispielsweise in der Gestalttherapie.
Sogar Siegmund Freud erkannte schon, daß der Mensch doch zumindest aus drei verschiedenen Anteilen besteht, die er das „Ich“, das „Es“ und das „Über-Ich“ nannte.
Das war immerhin ein Ansatz, sich der Vielfalt einer Persönlichkeit anzunähern.
Nur sehen weise Frauen, Besprecher und Geistheiler noch wesentlich mehr als nur drei Anteile.

Wenn körperliches oder seelisches Leid entsteht, liegt die Ursache sehr häufig darin, daß einer der inneren Anteile über einen längeren Zeitpunkt zu kurz gekommen ist

Vielleicht rutschen wir im Zuge unserer täglichen Arbeit zu sehr in die Pflichterfüllung, sehen nur noch unsere Aufgaben und vergessen den Spaß am Leben. Dann ist das innere Kind, das sich auch mal amüsieren will, zu kurz gekommen. Und es reagiert darauf möglicherweise mit einer psychosomatischen Krankheit.

Das Besprechen kann hier auf das innere Kind sowie den Erwachsenen gleichermaßen einwirken und eine Versöhnung herbeiführen.

Vielleicht entschließt sich der erwachsene Mensch, sich gelegentlich etwas Vergnügen zu gönnen und mal „alle Fünfe“ gerade sein zu lassen, und dafür hört das innere Kind auf zu rebellieren.
Das ist nur ein Beispiel dafür, wie Besprechen sich auswirken kann. Es gibt tatsächlich unendlich viel mehr Möglichkeiten.
Jeder Seelenanteil, der sich nicht entfalten kann, weil die Umstände es nicht zulassen, wird sich irgendwann melden und „protestieren“.
Unser heutiges Leben ist nicht auf Ganzheit ausgerichtet, eher im Gegenteil. Zumeist wird von uns erwartet, daß wir ein und denselben Anteil unserer Persönlichkeit wieder und wieder zeigen. Wir haben das so gelernt, sind in diesem System erzogen worden und arbeiten nicht selten noch freiwillig an unserer eigenen Unterdrückung mit.

Sehr viele Menschen berichten mir, daß sie nicht mehr allein sein können, sondern sich unentwegt beschäftigen müssen und sofort zum Telefon greifen, um eine Freundin anzurufen, wenn sich eine unerwartete Zeitlücke öffnet. Auf diese Weise kommen sie jedoch nicht in Kontakt mit sich selbst. Die vernachlässigten Seelenanteile halten es irgendwann nicht mehr aus und sorgen durch Krankheit, Depression oder plötzliche Angstzustände dafür, daß sie bemerkt werden.

Wenn durch das Besprechen hier der Kontakt wieder hergestellt werden kann, hilft das den Menschen nicht nur, das gesundheitliche Problem zu lösen, sondern bewirkt auch mehr Ganzheit. Sie versöhnen sich wieder mit der Person, vor der sie die ganze Zeit davon gelaufen sind – sich selbst.

Dies alles geschieht durch das Wort. Johannes hatte Recht als er schrieb „das Wort war das Licht der Menschen“, denn das Wort bringt Licht in die Sache. Oben schrieb ich in meinem Beispiel, daß der Tapezierer nicht mit seiner Arbeit beginnen würde, wenn ich ihn nicht anspräche.

So ist es hier beim Böthing auch. Unsere inneren Anteile reagieren darauf, daß sie angesprochen werden. Wenn die Besprecherin das Wort an sie richtet, werden sie sich so deutlich bemerkbar machen, daß sie nicht mehr überhört und übersehen werden können. So findet der Mensch heraus, was nicht in Ordnung ist, was vergessen wurde, und kann sich darum kümmern.

Aber wieviel ist da möglich und wo liegen die Grenzen?
Allgemein kann ich sagen, daß sehr viel mehr möglich ist, als sich die meisten Menschen vorstellen. Traditioniellerweise besprechen die weisen Frauen und auch Männer Hautkrankheiten wie Rose, Flechte und Warzen. Aber auch offene Beine lassen sich in drei bis sechs Sitzungen oftmals erfolgreich besprechen, selbst wenn sie schon seit vielen Jahren offen sind. Das selbe gilt für Krankheiten wie Migräne, Schlaflosigkeit, WeißfleckenKrankheit und viele andere. Dabei läßt sich sagen, je höher der psychosomatische Anteil einer Krankheit ist, desto größer die Chance auf ein erfolgreiches Besprechen.

Der Zusammenhang zwischen Streß und Magengeschwüren ist inzwischen hinlänglich bekannt. Streß kann aber unterschiedliche Ausprägungen haben. Der eine kommt vielleicht in Streß, weil er mehr Arbeiten zu erledigen hat, als Zeit dafür vorhanden ist, der andere wird durch seine vielen Sorgen gestreßt. Ebenso bewirkt es Streß für einen Menschen, wenn auf seinem Arbeitsplatz ein schlechtes Betriebsklima oder gar Mobbing herrscht. Die vielen drückenden Geldsorgen, welche uns die momentane wirtschaftliche Lage beschert, sind ein weiterer nicht eben geringer Streßfaktor.

Wenn ein Mensch über längere Zeit großem Streß ausgesetzt ist, wird der Körper immer versuchen abzufangen, was er kann. Aber irgendwann wird es dem Körper zuviel, und es findet dann an der einen oder anderen Stelle ein Einbruch statt. Genau genommen kann fast jede Krankheit ihre Ursache im Streß haben.

Und genau hier liegen auch die Grenzen des Besprechens. Eine Besprecherin kann helfen, die Kraft des Menschen wieder aufzurichten, aber der Streß muß auch abgebaut werden. Leider sind die Menschen hierin nicht immer sehr vernünftig. Wenn durch den Akt des Besprechens das Wohlbefinden zurückkehrt, und neue Kräfte freigesetzt werden, dann sollten diese eigentlich nicht dafür verwendet werden, sich gleich noch mehr Arbeit aufzuladen. Sonst wird entweder die Krankheit zurückkehren oder sich ein neues Problem einstellen.
Aus diesem Grunde ist es wichtig, daß beim Böthing auch die Selbstliebe und Selbstachtung des Menschen aufgebaut werden, denn ein Mensch mit einer gesunden Selbstachtung ist bereit, sich gegen bestimmte Überforderungen zu wehren. Wenn der Chef erwartet, daß Sie nicht nur jeden Tag Überstunden machen, sondern auch noch am Wochenende auf der Matte stehen, brauchen Sie eine gesunde Selbstliebe, die Sie stark macht und Ihnen den Mut gibt, nein zu sagen. Das gleiche gilt für viele andere Lebenssituationen, in denen Ihnen Unzumutbares zugemutet wird. Das ist einer der Pluspunkte des Bötens.

Nicht nur die Selbstheilungskräfte werden aufgerichtet, sondern mehr als das. Es stärkt und heilt den ganzen Menschen

Die Arbeit der weisen Frauen hat in Deutschland eine sehr alte Tradition. Bereits bei Tacitus, einem römischen Schriftsteller, der etwa ein Jahrhundert nach Christus lebte, kann man einiges über weise Frauen in Germanien nachlesen. So erwähnt er beispielsweise zwei weise Frauen namens Albruna und Veleda, die Beraterinnen von Königen waren.
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Arbeit verändert und erweitert. Jedes neue Wissen über den Menschen wurde aufgenommen und in die Arbeit integriert, so daß das Böthing heutzutage sowohl sehr alt als auch sehr modern geworden ist. Einige wenige bilden mittlerweile auch Interessierte AnwärterInnen in der Kunst des Besprechens aus.
Interessant ist vielleicht noch folgender Aspekt: Zu der alten Tradition des Böthing gehört auch die Bezahlung in Form einer Geldspende. „Gib mir, was es dir wert ist,“ ist die Formel, die die Besprecherin verwendet. Ebenso wie diese Formel ist es Tradition, daß eine Besprecherin niemals nein sagt, wenn sie um Hilfe gebeten wird. Sie kümmert sich um Arme und Reiche gleichermaßen. Jedem steht ihre Tür offen. Die weise Frau lebt in der geistigen Welt ebenso wie in der Welt des Alltags und es gibt kein Problem, das sie nicht verstehen kann. Sie kritisiert nicht, sondern stärkt das Gute im anderen und baut es auf.

Es gibt keine unlösbaren Probleme. Ein typischer Satz aus dem Munde einer weisen Frau lautet: „Es gibt immer einen Weg“

Autorin: Kim Barkmann
Lebensberaterin, Altensalzwedel
Bücher von Kim Barkmann


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    Ein Kommentar zu “Besprechen die Heil-Kunst der weisen Frauen”

    1. Birgit Hümmer schreibt:

      Hallo,
      ich hab ihre Seite gefunden und finde diese Beschreibung super gut geschrieben.
      Ich arbeite auch mit diesen Skript Kunst des Besprechens.

      Liebe Grüße
      Birgit Hümmer

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