Rotkohl Die Haut – Spiegel der Seele?
Jan 04

Im Mittelalter wurde Augentrost bei geheimen Ritualen von Magiern und weisen Frauen verräuchert, um Hellsichtigkeit zu erlangen.

Die verschiedenen Namen dieser Pflanze deuten schon auf ihre Anwendung hin: Augentrost – ein Trost für die Augen oder Wegleuchte – die den Weg leuchtet. Der griechische Namensursprung bedeutet Frohsinn oder Wohlbefinden. Woher dieser Frohsinn dann allerdings kommt, aus dem hilfreichen Segen für kranke Augen oder aus der Freude, die einen beim Anblick der wunderschönen Blüten überkommt, darüber gibt es leider keine Aufzeichnungen.
Für den Heilkundigen Paracelsus mußte sie aufgrund der Signaturtheorie hilfreich und heilend für die Augen sein, denn die Blütenform erinnerte ihn in ihrem Aussehen an die Wimpern des menschlichen Auges.
Erst Jahrhunderte später sollte seine Annahme auch von Wissenschaftlern bewiesen werden. Pfarrer Kneipp war auch ein Freund des Augentrosts, allerdings schätzte er die Wirkung als magenstärkende Bitterpflanze.
Augentrost ist in ganz Europa zu Hause, besonders in Mittel- und Süddeutschland. Das niedrig wachsende Kraut mit den ovalen, schwach gezähnten Blättern wächst bevorzugt auf feuchten, sonnigen Wiesen, Weiden und an Wegesrändern.
Augentrost zählt zur Familie der Rachenblütler oder Braunwurzgewächse. Die besondere Schönheit der ansonsten unscheinbaren Pflanze macht die Blüte aus, die ein wenig an kleine Stiefmütterchen oder Orchideen erinnert. Sie besteht aus einer violetten Oberlippe und einer weißen Unterlippe, auf der sich ein hell leuchtender, gelber Fleck befindet.
Aber auch Schönheit hat manchmal ihre Tücken, und als Halbschmarotzer kann Augentrost andere Pflanzen am üppigen Wachstum hindern. Da Augentrost selbst keinen eigenen Stoffwechsel hat und keine Nährstoffe direkt aus der Erde entnehmen kann, zapft sie mit ihren unterirdischen Saugwurzeln Nachbarpflanzen an und saugt ihnen Nährstoffe und Flüssigkeiten ab. Daher rühren wohl auch die verschiedenen Volksnamen wie Milchdieb, Heuschelm oder Wiesenwolf, die die verärgerten Bauern dem Nährstoffräuber gaben.


Nichtsdestotrotz hat die Pflanze hervorragende Heilkräfte auf ganz unterschiedlichen Gebieten, sowohl innerlich als auch äußerlich.

Einmal natürlich als Augenmittel, aber auch als Stärkungsmittel für schwächliche, erkältungsanfällige und lichtempfindliche Menschen. Besonders Kinder mit diesen Beschwerden und mit feuchten Augen können von ihr profitieren, da sie den Körper umstimmt und das Immunsystem stärkt.

Inhaltsstoffe
Gerb- und Bitterstoffe, der blaue, entzündungshemmende Farbstoff Acubin, Ätherische Öle, Harze, Lignane und Flavoniode.

Wirkungen für die Gesundheit

  • Überanstrengte und müde Augen - lauwarme Kompresse mehrmals täglich auflegen oder abends ein Augenbad mit Tee
  • Gerstenkorn - heiße Kompresse 3-5x täglich bis zur Besserung
  • entzündete Augen (Lidrand- oder Bindehautentzündung) – täglich 2 Tassen Tee trinken und 2-3 x lauwarme Kompressen auflegen bis zur Besserung
  • Lichtempfindlichkeit, vermehrter Tränenfluß, Augenbrennen – Augenbäder mit Tee 2 x täglich
  • Reizhusten, Husten mit Schleimauswurf oder mit Stirnkopfschmerz – homöopathisches Mittel nach Verordnung
  • Verdauungsstörungen, Magenbeschwerden – morgens, mittags und abends je 1 Tasse lauwarmen Tee 1/4 Stunde vor den Mahlzeiten
  • Rheuma, Gicht, Prostatabeschwerden - homöopathisches Mittel nach Verordnung
  • Erkältungsanfälligkeit – Teekur über 3 Wochen, 2-3 Tassen täglich
  • Schnupfen – Augentrostspülung: Flüssigkeit durch die Nase hochziehen 2 x täglich, zusätzlich homöopathisches Mittel nach Verordnung
  • Halsentzündung – Homöopathisches Mittel und mehrmals täglich gurgeln


Zubereitung/Dosierung
Zum Gurgeln oder Spülen:
40 g getrocknetes Kraut mit Blüten mit 1 l Wasser 10 Minuten kochen lassen. Nach 5 Minuten abgießen und lauwarm anwenden

Tee:
1 TL Kraut mit einer Tasse kaltem Wasser ansetzen, zum Kochen bringen und 5 Minuten ziehen lassen. Abgießen und in kleinen Schlückchen lauwarm trinken
Der Tee eignet sich auch für ein Augenbad mit der Augenbadewanne

Umschläge, Kompressen:
3 TL Augentrost mit 3 TL Kamille mischen und mit 1/4 l kochendem Wasser übergießen, nach 5 Minuten abseihen
Aus der Naturapotheke:
Augentrost-Tonikum nach Gebrauchsanleitung verdünnen und anwenden

Homöopathie:
Euphrasia officinalis als Urtinktur oder D-Potenz nach Anweisung des Heilpraktikers einnehmen

Das Augenbad:
Hierzu eignet sich am besten eine kleine Augenbadewanne aus der Apotheke. Sie wird 1/2 bis 3/4 voll mit lauwarmem Tee gefüllt und dann an den unteren Rand des Auges gehalten. Nun beide Augen schließen und die Augenbadewanne gefühlvoll gegen den Rand der Augenhöhle drücken. Den Kopf leicht zurücklegen und dann beide Augen blinzelnd öffnen und schließen. Mehrmals wiederholen und dann die Flüssigkeit auswechseln, um das andere Auge zu spülen

Eine alte Bauernregel besagt:
Wachsen die ersten Augentrostblüten an der Sprossen-Spitze, dann droht ein früher Wintereinbruch.

Erfahrungsberichte:

Bindehautentzündung
In einem Urlaub auf Mallorca hatte ich urplötzlich rot unterlaufene Augen: eine Bindehautentzündung. Ich sah aus wie ein weißes Kaninchen mit rubinfarbenen Augen. Da meine Reiseapotheke Augentrost enthielt, konnte ich mir daraus Tee kochen, den ich tagsüber trank, und ich konnte mir auch Tee-Kompressen auflegen. Dadurch brachte ich die unangenehme Entzündung rasch zum Abklingen – der Urlaub war gerettet.

Unangenehmes Gerstenkorn
Darunter leiden Kinder nun mal häufig, aber auch Erwachsene sind gelegentlich betroffen.. Bei meinen eigenen Kindern gehörten in solchem Fall heiße Augentrost-Kompressen zum Standardprogramm. Mit diesem guten Rat versah ich selbstverständlich auch meine Nachbarn, die ebenfalls auf die gute Wirkung von Augentrost schworen.

Vorbeugung in der Erkältungszeit
Gerne koche ich in der Vorwinterzeit Augentrosttee. Als Kur über 3 Wochen stellt das eine wirkungsvolle Vorbeugungsmaßnahme gegen drohende Erkältungen und Grippeviren dar.

Autorin: Hidelgard Kita (Kräuterfrau)

Buchtipps zu diesem Artikel:
Dr. Küche und Dr. Gaten


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