Was ist dran am Lesen aus der Hand? Grüne Bohnen und Paprika-Gemüse
Jun 30

Die Blüten der Arnika haben die gleiche gelbe Farbe wie Wolfsaugen, deshalb vermutete man früher, daß das Wesen eines wilden Wolfes in der Pflanze steckte.
(Volksname: Bergwohlverleih, Fallkraut, Wolfsgelenga, Kraftwurz)

Über Arnika gibt es leider keine antiken Aufzeichnungen.
Als Heilpflanze mit einer sehr warmen Wirkung wird sie erstmals bei der klugen Hildegard von Bingen unter dem Namen Wolfsgelenga beschrieben.
Bekannter war Arnika davor allerdings als Kult- und Zauberpflanze. Im Mittelalter wurde sie bei der Sommersonnenwende (24. Juni) verbrannt, um die Kornfelder vor dem Korndämon zu schützen. Sie wird auch erwähnt im Zusammenhang mit dem nordischen Gott des Donners und des Blitzes Thor und der keltischen Göttin der Heilung Brigidh.

Bereits Johann Wolfgang von Goethe trank immer eine Tasse warmen Arnikatee gegen seine Herzbeschwerden, und im Augenblick seines nahen Endes verlangte er nach Arnika, die ihm dann noch eine kurze Frist gewährt haben soll.

Arnika ist eine Pflanze des Lichtes und der Sonne. Sie bringt dem Kranken neue Lebensenergie, daher rührt sicherlich auch der Volksname Kraftwurz her. Im Frühsommer von Juni bis August blüht sie leuchtend gelb auf nicht gedüngten Bergwiesen, in lichten Heidekrautfeldern oder ausgetrockneten Mooren.

Je höher die Arnika im Gebirge wächst, desto größer sind auch ihre Heilkräfte

Arnika ist das klassische Erste-Hilfe-Mittel
Arnika darf in keiner Hausapotheke fehlen.
Es kann äußerlich angewendet, bei vielen kleinen Notfällen sehr wertvoll sein.
Arnika kenne ich als eine der stärksten Heilpflanzen überhaupt. Mich beruhigt alleine schon ihr prägnanter Geruch. Sie nimmt die erste Panik.

ACHTUNG
Arnika kann starke Allergien und lebensbedrohliche Zustände auslösen. Deswegen darf sie innerlich nur nach Verordnung durch den Arzt oder Heilpraktiker angewendet werden, und auch besonders während der Schwangerschaft sollte diese blutbewegende Pflanze nicht eingenommen werden.
Einige Menschen bekommen allergische Reaktion auf die äußerliche Anwendung mit Arnikatinktur oder Teeumschlägen. In diesem Fall ersetzt man sie dann durch Arnikaöl, homöopathische Arnikamittel oder andere Heilkräuter, wie z.B. Ringelblume.

Erfahrungsberichte:

Schweres Gewicht fiel auf den Fuß
Ein Lehrling hatte Papierpakete auszuliefern, die naturgemäß sehr schwer sind. In diesem Fall wog ein Paket einen Zentner und mußte aus dem Lieferwagen auf eine Sackkarre gehieft  und dann ins Haus gefahren werden. In einem unachtsamen Moment rutschte ein Paket ab und fiel dem Lehrling auf den Fuß. Dieser schwoll schnell an und schmerzte heftig. Telefonisch um Hilfe gebeten, ließ ich Arnikatinktur aus der Apotheke besorgen und mit Wasser verdünnte Umschläge damit machen. Die schlimmsten Beschwerden ließen sobald nach und der junge Mann konnte danach noch 100 km nach Hause fahren.

Autounfall
Ich selbst konnte mich von der Heilwirkung von Arnika mehr als einmal im Leben überzeugen. So auch nach einem Autounfall, bei dem mir ein anderes Fahrzeug in meinen Wagen gerast war. Ich hatte Prellungen, ein blaues Knie, das sofort anschwoll, und zahl-reiche Blutergüsse. Außerdem vermutete ich, eine Gehirnerschütterung erlitten zu haben. Gottlob habe ich immer Arnika in meinem Erste-Hilfe-Täschchen. Nachdem die Polizei den Unfall aufgenommen hatte, fuhr ich zur nächsten Gaststätte. Dort rieb ich alle betroffenen Stellen am Körper mit Arnika-Öl ein und legte mir einen Umschlag aus Tinktur (im Wasser verdünnt) auf das malträtierte Knie. Von den Arnika-Globoli C30 nahm ich 3 Kügelchen ein. In Ruhe trank ich dann einen Tee. Meine Unfallkontrahenten ließen sich von mir auf die gleiche Weise  versorgen.
Im übrigen ist mir kein bleibender, körperlicher Schaden aus dem Unfall entstanden.

Arnikaprodukte
Sie sind im Reformhaus oder der Natur-Apotheke erhältlich.
Arnikatinktur kann innerlich und äußerlich angewandt werden, muß aber immer (!!!) verdünnt werden
Arnikaöl wird äußerlich angewandt für Einreibungen
Homöopathie: Globuli, Tropfen, Salbe: aus der Apotheke
Anthroposophische oder spagirische Zubereitungen (Weleda, Heidak)

Die Nährstoffe und Wirkstoffe
Arnika enthält neben den bekannten Inhaltsstoffen noch viele Wirkstoffe, die zur Zeit noch nicht erforscht sind. Neben den ätherischen Ölen, die desinfizierend und entzündungshemmend sind, sowie wundheilungsfördernde Wirkungen haben, unterstützen die Flavonoide die Herz-Kreislauftätigkeit. Cholin zum Beispiel senkt den Blutdruck.
Arnika ist ein hervorragendes schmerzstillendes und blutbewegendes Mittel, das besonders auf Nerven- und Blutgefäße wirkt.

Zubereitung/Dosierung
Arnika-Öl
Eine weithalsige Flasche mit Arnika-Blüten füllen. Ein gutes Öl (Oliven-, Sonnenblumen- oder Distelöl) einfüllen, so daß die Blü-ten bedeckt sind. Die Flasche gut verschließen und an einen warmen Ort (oder in die Sonne) stellen. Nach 3 Wochen durch ein Leinentuch geben. Das gewonnene Öl in eine dunkle Flasche füllen, fest verschließen und kühl stellen.
Teeaufguß aus Blüten:
1 geh. EL Arnikablüten mit 1/2 l Wasser überbrühen und 10 Minuten ziehen lassen, 3x täglich trinken (Madaus) oder zum Gurgeln verwenden.
Tinktur (innerlich): 2 Handvoll frische Arnikablüten in eine saubere Flasche füllen, mit 70%igem Alkohol übergießen. Ab und zu schütteln. Nach 14 Tagen durch ein Tuch filtern. Die Blüten gut auspressen.
Innere Anwendung: (auf Anraten des Arztes) 2-3 Tropfen auf 1 Glas warmes Wasser (Madaus) zum Gurgeln bei Halsentzündungen
Äußerlich: 1 Eßlöffel auf 1/2 Liter Wasser für Umschläge und Kompressen. Bei Gehirnerschütterungen mit Arnikatinktur getränk-tes Tuch auf die Stirn legen

Arnika hilft bei
Herz-Kreislaufstörungen, Arteriosklerose, Angina pectoris, Durchblutungsstörungen des Gehirns, Lähmungen nach Schlaganfall, inneren Blutungen, Thrombose, Herzinfarkt
!!! Verordnung und Dosierungsanleitung bei ernsthaften Erkrankungen nur durch Arzt oder Heilpraktiker !!!

Arnika in der Hausapotheke

  • Lumbalgie, Ischias, Schulter-Arm-Syndrom, Tennisellenbogen:
    Einreiben mit Arnikaöl, innere Anwendung durch homöopathische Mittel (nach Einnahmevorschrift)
  • Hautentzündungen, Furunkel, Abszesse, Wunden, Venenschmerzen:
    Umschläge mit verdünnter Tinktur oder Tee, Arnikasalbe bis zur Ausheilung
  • Kräftigungsmittel nach Infektionskrankheiten:
    Homöopathische Mittel (nach Verordnung), abends die Füße mit Arnikaöl einreiben
  • Hexenschuß, Muskelschmerzen, Prellungen, Verstauchungen:
    Einreiben mit Arnikaöl, morgens und abends
  • Rheuma, Gicht, Gelenkschmerzen:
    Umschläge mit verdünnter Arnikatinktur, innere Anwendung durch homöopathische Arnika nach Verordnung
  • Kalte Füße:
    Abends vor dem Zubettgehen die Füße mit Arnikaöl einreiben
  • Entzündungen im Mund- und Rachenraum, Heiserkeit:
    Gurgeln mit verdünnter Tinktur oder Tee 3-5 mal täglich

Wissenswertes:
Da Arnika vom Aussterben bedroht ist, steht sie unter Naturschutz.

Arnika ist eine besonders kraftvolle Heilpflanze, die oftmals sehr rasch ihre Wirkung zeigt. Für mich ist sie eine unverzichtbare Universal-Heilpflanze, die besonders als “Erste-Hilfe-Mittel” unerreicht ist.

Artikel: Bioline-Magazin (Hidegard Kita)


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