Was ist Gesundheit? Für immer jung?
Aug 26

Es geht auch ohne Hormone oder andere Medikamente
In meiner Praxis habe ich schon vielen Patientinnen beigestanden, wenn sie meinen Rat gesucht hatten, für die schwierigsten Jahre, die eine Frau durchzumachen hat. Es geht hier um nichts Geringeres als den „Wechsel“ aus der Zeit der Fruchtbarkeit in die für viele Frauen „undefinierbare“ Zeit danach.
Bange fragt man sich: „Was kommt nun? Bin ich als Frau unattraktiver? Ist die Zeit der Weiblichkeit vielleicht sogar vorbei? Beginnt jetzt das Alter?“
Viele von diesen Ängsten lassen sich durch gute Gespräche, für die ich mir grundsätzlich viel Zeit nehme, lösen.
Das „Frau-Sein“ der Empfängnis-Jahre war schließlich ebenfalls reichlich befrachtet. Ewig plagte man sich mit der Frage nach der Möglichkeit der Schwangerschaft. Auch die monatliche Phase der Menstruation ist für viele Frauen kein Spaziergang. Erst recht nicht die Tage davor (Prämenstruelles Syndrom).


Ein Mann wird nie ahnen, was ein Teil meiner Geschlechtsgenossinnen an solchen Tagen mitmachen

Urplötzlich, ohne erkennbaren Grund, ist der weibliche Mensch „vor seinen Tagen“ in Weltuntergangsstimmung. Winzig kleine Probleme erhalten nun riesige Dimensionen. Man sieht nichts mehr in leuchtenden Farben. Der Alltag und seine Themen erscheinen hellschwarz und dunkelschwarz.
Und dann, kaum haben die Blutungen eingesetzt, ist alles, wie durch Zauberhand wieder verwandelt. Depressive Stimmungen sind verflogen. Kaum eine Erinnerung bleibt an das düstere Gestern, für das es ohnehin keine logische Erklärung gab.

Ja, und nun die Wechseljahre. Einer großen Anzahl von Frauen zeigen sie sich, wie eine Aneinanderreihung des Prämenstruellen Syndroms

Niedergeschlagenheit, Mißstimmung und körperliches Unwohlsein werden noch verstärkt durch Hitzewallungen und unangenehme Schweißausbrüche.
Nur wenige seelische Lichtblicke zeigen sich in einer solchen Zeit.
Andere Frauen wiederum haben nur wenige Beschwerden.
Ich konnte sogar Patientinnen beobachten, für die Wechseljahre nicht einmal ein Thema waren, das der Erörterung bedurft hätte. Diese eher kleinere Gruppe spürt noch nicht einmal, daß hier ein „Wechsel“ stattfindet.

Die Frage ist, weshalb Frauen diese für sie so bedeutungsvolle, ja regelrecht einschneidende Zeit ihres Lebens so sehr unterschiedlich erleben

Schließlich finden im Körper dramatische Umstellungen statt. Hormonauschüttungen, die bislang viele Regelkreise der Frau bestimmt hatten, fallen innerhalb kurzer Zeit regelrecht aus oder werden auf ein Minimum reduziert.

Die Fortpflanzungsorgane bereiten sich darauf vor, ihre Funktion völlig einzustellen

Körper und Seele gleichermaßen sind von diesen Vorgängen betroffen. Sind es doch ebenfalls weitgehend die Hormone, die für geschlechtsbezogene Empfindungen bestimmt sind.

Voll Mitgefühl mit meinen Patientinnen beschäftigte ich mich also mit einschlägiger Literatur und befragte aktuell Betroffene nach ihrem Erleben. So rundete sich für mich im Laufe der Zeit das Bild ab. Aber auch Diskussionen mit anderen interessierten Heilpraktikern und Ärzten für Naturheilkunde gaben einigen Aufschluß.

So kam ich zunächst zu folgenden Ergebnissen:
1. Die genetische Konditionierung spielt allem Anschein nach eine nicht geringe Rolle. Haben die eigene Großmutter und die Mutter schon Wechseljahrsbeschwerden gehabt, kann man erwarten, ebenfalls nicht verschont zu bleiben. Die Prägung durch die erlebte „Anschauung“ ist dafür wohl ebenfalls maßgebend. Leider ist diese Erfahrung durch Bewußtmachen der auslösenden Mechanismen nicht ohne Weiteres auszuschalten. Auch ich gehöre wohl zu diesen Typen und machte mich diesbezüglich „auf Einiges gefaßt“.

2. Viele Frauen nehmen Wechseljahrsbeschwerden nicht recht wahr, weil sie einfach keine Zeit haben, oder gar nicht daran denken, nichts Negatives erwarten oder für sich voraussetzten.

3. Oftmals trifft es berufstätige, besonders aktive Frauen, insbesonders Karrierefrauen extrem hart. Sie signalisieren dem eigenen Körper durch ihre Lebensführung laufend: „Ich bin jung, stehe mitten im Leben“. Dadurch fällt die Umstellung auf eine leisere Phase des Lebens besonders schwer. Für viele dieser Frauen sind die Wechseljahre eine grausame Zeit, in der sie heimgesucht werden von plötzlich aufbrechenden Schweißströmen, heftigem Blutandrang im Kopf, von Schwäche- und Schwindelanfällen, unkontrollierbaren Depressionen, Lebensangst und Panikanfällen, die vorher niemals aufgetreten waren.
Der Körper reagiert „wunschgemäß“ mit Hitze und Aktivität.

4. Nur wenige, vom Glück begünstigte unserer Schwestern, erleben die Wechseljahre als Geschenk. Sie freuen sich darüber, eine durchaus wichtige, aber pflicht- und verantwortungsbeladene Zeit hinter sich gebracht zu haben. Sie sind erleichtert, weil sie wissen, daß sie ab sofort nur noch für sich dazusein brauchen.

Ja, ich interessierte mich brennend für die Wechseljahre und ich war meinen Patientinnen so gut es ging dabei behilflich, sie zu überwinden. Und ich war fest entschlossen, diese Zeit, wenn ich einmal so weit war, zu einer guten Zeit zu machen


Bis, ja, bis es mich selbst traf
Hochengagiert hielt ich gerade einen Vortrag über Vollwertige Trennkost, als mich eine Hitzewelle überrollte. Ich sah mich um, war den anderen auch heiß? Als ich das Fenster öffnen wollte, wurde das von lautstarkem Protest meiner Zuhörer begleitet. Im Raum sei es eher kühl, wurde ich belehrt.
Etwas ratlos fuhr ich fort mit meiner Rede. Die Hitze verging und kam nach einer Weile wieder. Meine Seidenbluse zeigte verräterische Flecke. Schwitzflecke nämlich.
Niedergeschlagen packte ich meine Sachen und ging heim. Wurde ich vielleicht krank?
Eine typischer Fall von Betriebsblindheit.
Plötzlich kam mir die Erkenntnis. Ich kam in die Wechseljahre
Was also tun?
Denn Rat meines Gynäkologen folgen und Hormone schlucken?
Für mich als Verfechterin der Naturheilkunde kam das ohnehin nicht in Betracht.
So entschloß ich mich dazu, an mir selbst ein Experiment zu praktizieren, von dem ich bisher nur vom Hörensagen wußte.

Ich wollte diese, für eine Frau so wichtige Zeit ganz bewußt erleben und das ohne jedes Medikament

Ich hatte schon oft über die segensreiche Wirkung der Sojabohne referiert. Die Japanerinnen, zu deren wichtigster Eiweißquelle die nährstoffreiche Bohne gehört, kennen überhaupt keine Wechseljahrsbeschwerden. Aber auch Brustkrebs und Gebärmutterkrebs sind in Japan nahezu unbekannt.

Der Sojabohne wird diese positive Wirkung zugeschrieben. Das beruht auf ihren deutlichen Gehalt an pflanzlichen Östrogenen

„Was die Japanerin kann, das soll auch mir gelingen!“ So sah mein Vorsatz aus. Also setzte ich kurzerhand eine tägliche Sojamahlzeit auf meinen Speiseplan.
Anfänglich kochte ich daneben für meine Familie noch des öfteren Fleischgerichte. Zunehmend jedoch interessierten sich Mann und Kinder auch für meine Menüs und „aßen bei mir mit“.

Ich selbst war überrascht, wie schnell ich auf diese einfache (und schmackhafte) Weise die „Wechsel“ -Beschwerden überwinden konnte. Nach nur 14 Tagen gab es tatsächlich kein einziges Schweißtröpfchen mehr. Jedenfalls zeigten sie sich bei mir nicht heftiger als bei meinen Mitbürgerinnen, wenn draußen große Hitze herrschte.

Hitzewallungen? Waren und sind absolut Vergangenheit

So bin ich wegen des prompten Erfolges auch ein wenig nachlässiger mit meinen Soja-Rationen geworden. Nicht mehr zwingend jeden Tag müssen sie auf meinen Tisch kommen.

Das Wohlbefinden jedoch hält an
Ich darf erleben, daß es mir heute tatsächlich so sensationell gut geht, wie selten in meinem Leben. Eine „Soja-Östrogen-Dröhnung“ mehrfach in der Woche spielt dafür sicher die entscheidende Rolle.
Es versteht sich, daß ich mich auch sonst gesund ernähre und ein bewußtes Leben führe. Von kleinen „Sünden“ einmal abgesehen. Aber die müssen eben auch mal sein.

Begeistert über das eigene Erleben, leiste ich heute viel Überzeugungsarbeit in Sachen Wechseljahre. Das „Verschreiben“ von Sojaprodukten gehört jetzt selbstverständlich dazu.

Ich weiß es heute durch meine Patienten, und weil ich es eben gerade vergnügt durchlebe:
Wechseljahre können eine wunderbare Zeit sein. Frau ist noch jung genug, ganz Frau zu sein. Sie kann heute kraftvoll und selbstbewußt in eine schöne und ausgefüllte Zukunft gehen. Für unsere Großmütter hörte in dieser Zeit das Leben auf. Für uns gibt es einen neuen Anfang, wenn wir das wollen.

So wie ich es bei mir gerade bestätigt sehe

Was ich mir (fast) täglich aus Soja bereite
Verschiedene Sorten von knusprigen Bratlingen, Sahnegeschnetzeltes, Szegediner Gulasch, indisches Ragout, Soße Bolognese, Steinpilztasche, gefüllte Paprikaschoten, Kohlrouladen, Aufläufe und viele andere Köstlichkeiten…
Aufs Brot kommt
Vegetarischer Schmalz, Tofu-Brotaufstriche, gebratene Tofu-Scheiben auf Tomaten und vieles andere mehr…

Artikel: Bioline Magazin (Conny Fies)

Buchtipps zu diesem Artikel:
Kochbuch zur Trennkost
Soja, Tofu und Co


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