Streiten ist gesund? Rotkohl
Jan 04

Der Mensch ist in der Tat ein Gewohnheitstier. Angestammte Muster werden immer weitergelebt. Oft ein ganzes Leben lang. Das gilt auch für die Farben, die er für sich und seine Umwelt wählt

Immer die gleichen Farben spielen in unserem Alltag eine Rolle. Haben wir ein beiges Haus, werden wir uns kaum dazu überwinden, es bei der nächsten anstehenden Renovierung lila zu streichen.
Auch die Wohnfarben, in denen wir uns seit Jahren aufhalten, ändern wir allerhöchstens ein ganz kleines bißchen.


Bei der Kleidung entscheidet man sich sehr früh für sogenannte Lieblingsfarben und behält sie in den allermeisten Fällen für immer bei

Woher aber kam es ursprünglich zu genau dieser Farbwahl? Nun, die Mode wechselt. Und mit ihr die Farben. Da ist in dem einen Jahr ein auffallendes pink angesagt, im nächsten Jahr tendiert man zu beige und braun. Dann wieder ist kiwi bevorzugt. Oder eine ganze Generation definiert sich über grau und schwarz.
So hangelt sich die Modeindustrie nach dem Diktat der großen Designer von Knallfarbe zu eher gedeckt, von neonbunt zu multicolor. Das alles ohne jede Rücksicht auf den Typ der jeweiligen Trägerin.
Ja, und bei einer dieser einmal getragenen Farben bleibt dann die Mode-Kundin „hängen“.
Weil sie ihr gefällt, oder es ist vielleicht eine angenehme, oft nur unbewußt gespeicherte Erinnerung daran gebunden.
Der ursprüngliche Grund dafür ist kaum noch auszumachen.

Empfinden wir eine Erscheinung als besonders attraktiv und harmonisch, dann „stimmen“ die Farben, die sie für Kleidung und Make-up gewählt hat. Sie passen zu ihr.

Die meisten Menschen jedoch haben nicht die geringste Ahnung davon, welche Farben wirklich zu ihnen passen und welche ihren speziellen Typ vorteilhaft hervorheben.
Sie wissen auch nicht, welche Nuancen es sind, in deren Gegenwart sich ihr Wohlgefühl steigert

Rassiges Signalrot
Ich selbst bin immer wieder erstaunt, zu welchen Ergebnissen es kommt, wenn die „richtigen“ Farben für eine Person gefunden werden können.
Die Chefredakteurin der BIOLINE hatte an mich den Wunsch herangetragen, einmal den Typ der rassigen Carmen in Szene zu setzen. Dazu sollte ein signalroter Lippenstift Akzente geben und schwarze Haare mit dunklen Augen die feurige Ausstrahlung bekräftigen. Gemeinsam hielten wir Ausschau nach einem „Opfer“, das man farblich effektvoll verschönern könnte.
Wir fragten im Kollegenkreis herum. Es sollte auch jemand sein, dessen optisches Charisma noch nicht so recht festläge.
Unsere Wahl fiel schließlich auf eine nette Ernährungsberaterin der Schule für Fitneß und Ernährung, die wir schon lange kannten, Ihre KollegInnen wünschten sich für sie, daß deren ziemlich zurückhaltendes Äußeres ein wenig aufgepeppt würde.
Und ich konnte mir durchaus vorstellen, daß sich hier eine glutvolle Schöne „herstellen“ ließe.
Schwarze Haare, blasse Haut, das paßte.
Die Augen waren allerdings hell statt braun. Dafür böten sie aber einen schönen Kontrast.

Und dann erlebte ich wieder einmal, wie so oft vorher schon,  d i e  Überraschung in Sachen Farbwahl. Unsere Einschätzung in Bezug auf Lippenstift, Augen-Make-up, Rouge, Haarfarbe und Kleidung lag voll daneben. Sie paßte auf unsere Christine Pütz-Ehlert, so hieß unsere Hübsche, in keiner Weise.
Nach der ersten Enttäuschung analysierte ich mit meiner Farbpalette und den Tüchern, die ich als Grundausrüstung für meine Farb- und Stilberatung immer mit mir führe, alle Nuancen an meinem Modell.
Wir wurden schließlich bei äußerst seltenen Farben fündig. So ermittelten wir für Frau Pütz-Ehlert Rottöne, die zwischen apricot, orange und rost lagen. Dazu kamen Farben, die dafür eine Ergänzung darstellten


Die Frisur
Beim anschließenden Friseurtermin legten wir mit der Chefin des Salons gemeinsam eine leicht rötliche Tönung für das schwarze, volle Haar fest.
Die bisherige brave Frisur sollte durchaus verändert werden. Keineswegs aber durften dafür die schönen Haare abgeschnitten werden.
Mit dem Ergebnis dann waren wir hoch zufrieden.

Die Kleidung
Nun ging es an die Wahl der Garderobe. Sämtliche mitgebrachte Kleidung wurde von mir gnadenlos ausgemustert. Farblich war einfach nichts passendes dabei.
Endlich kramte Frau Schlieske aus ihrem Kleiderschrank einen Seidenrolli, der genau die Farbe hatte, nach der wir so krampfhaft Ausschau hielten. Einer Kollegin zogen wir eine olivgrüne Lederjacke aus, die bestens ins Bild paßte.

Originalton Christine Pütz-Ehlert:
„Nie im Leben hätte ich mir diese Teile gekauft. Und erst recht nicht in diesen Farben!“

Das Ergebnis aber war einfach überwältigend.
War diese Traumfrau wirklich die nette, eher unauffällige junge Frau von heute morgen?
Ja gewiß, sie sah schon immer sehr nett aus. Aber (verzeih Christine) eher belanglos.
Nun aber würde sich jedermann nach ihr umdrehen. Und mit jedermann meine ich nicht nur jeden Mann.

Wieso war früher nicht zu bemerken gewesen, welche intensiven hellen Augen hier hinter dunklem (jetzt betonten) Wimpernkranz hervorstrahlten?
Völlig neidlos, ja sogar super stolz registrierte ich, daß mit einer gekonnten (verdientes Eigenlob!) Farb- und Stilberatung wieder einmal eine gelungene Unterstreichung der Persönlichkeit gelungen war.

Hier präsentierte sich ein echter Hingucker!

Ich wünsche unserem Model, daß sie diesen Mut zur eigenen Attraktivität beibehält und daß sie künftig konsequent nach „ihren Farben“ Ausschau hält.
Bei der Fotosession bestätigte sie dem ganzen Team mehrfach, daß sie die ausgesuchten Nuancen nicht nur wunderschön fände, sondern daß sie sich in den Farben auch äußerst wohl fühlen würde.

Und Sie, liebe Leserin, ja auch Sie, lieber Leser,
kennen Sie Ihre ganz persönlichen Farben auch wirklich?
Die Farben, mit denen Sie mehr Selbstbewußtsein ausstrahlen, und die Ihren privaten oder auch geschäftlichen Auftritt wirkungsvoll unterstützen?
Ich möchte Sie dazu ermutigen, eine/einen Farb- und StilberaterIn zu konsultieren.
Ich verspreche Ihnen schon jetzt ein überzeugendes Ergebnis.
Und wenn Sie die daraus resultierenden Kosten für eine neue Garderobe fürchten, möchte ich tröstend anmerken, daß Sie hier eine äußerst lohnende Investition vornehmen. Denn das Projekt sind Sie selbst.

Fehleinkäufe erübrigen sich für die Zukunft. Sie kennen nun genau Farbe und Stil für laufende kleine Ergänzungen, die Ihrem Outfit jeweils ein neues Gesicht verleihen werden.

Artikel: Bioline-Magazin (Angelika Rauh)


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