Kräuterwandern Die Großmutter im Fitneßcenter
Apr 20

Die Königin der Heilpflanzen
Vor wenigen Tagen erst unterhielt ich mich mit einer Mitarbeiterin Frau R. über die Wirkungsweise von Aloe Vera. Ich fragte sie, was sie denn davon hielte, daß diese Heilpflanze jetzt so Furore machen würde. Viele Menschen schworen sogar auf sie als Allheilmittel. Meine Gesprächspartnerin lächelte und berichtete mir von ihrer eigenen Skepsis, die sie zu dem Thema gehabt hatte. Wohlgemerkt gehabt. Das betonte sie extra.

Dabei zeigte sie mir triumphierend ihre Stirn. Ich konnte daran nichts Außergewöhnliches feststellen. Dann erinnerte mich Frau R., die ich schon seit 12 Jahren kenne, daran, daß sie bis zu diesem Frühjahr doch einen großen, braunen Fleck neben dem Haaransatz gehabt hätte. Ja, jetzt entsann ich mich an ein daumennagelgroßes, flaches, mittelbraunes Muttermal. Aber wo war es geblieben? Die Stirn war jetzt gänzlich glatt. Meine Frau R. lächelte: „Aloe Vera, Aloe Vera…“, zitierte sie. Dazu war sie von einer Kollegin überredet worden. Also bestellte sie sich einen Saft, der AloelixiR-Vera-Saft hieß, und hatte versprochen, diesen als Kur über einige Wochen gegen ihre Magenbeschwerden einzunehmen.
Zu ihrer Überraschung löste sich nach zwei Monaten das Muttermal, das nach ärztlicher Aussage eine flache Warze war, vollständig ab.
Frau R. hatte sich mit deren Existenz eigentlich schon abgefunden. Aber nachdem die Oberfläche des Gewächses sich in letzter Zeit schartig verändert hatte, empfand sie es optisch doch als störend. Dies, zumal man nie weiß, ob sich ein solcher „harmloser“ Fleck nicht doch mal bösartig verändern könnte.
Ja, nachdem das Gebilde Frau R. ihr gesamtes Erwachsenenalter hindurch begleitet hatte, war es nun einfach weg.
Schuld daran konnte nur der täglich konsumierte Aleo-Vera-Drink sein.
Jetzt erst machte sich Frau R. die Mühe herauszufinden, welche Heilkräfte in dieser interessanten Pflanze stecken.
Ich fragte sie dann auch nach ihren Magenschmerzen. Frau R. schaute mich etwas irritiert an. „Ach, die sind natürlich weg…“, sagte sie.

Geschenk der Götter
Die Heilwirkung der Aloe Vera ist mindestens 6000 Jahre bekannt.
Zeichnungen dieser Pflanze fanden sich bereits an Tempelmauern und Grabstätten der Pharaonen.

  • Altägypthische Schönheiten, wie Nofretete und Cleopatra, pflegten ihren Körper mit frisch geernteten Aloe Vera-Blättern
  • Schon Hippokrates lobte die heilenden Eigenschaften der Aloe Vera
  • Der berühmte Dioskurides, Arzt aus Kaiser Neros Armee, hielt 800 verschiedene Krankheitsbilder, gegen die Aloe Vera wirken sollte, auf Pergament fest
  • Hildegard von Bingen, die Äbtissin und Naturheilkundlerin empfahl Aloe Vera ebenfalls in ihren Schriften
  • Überall, wo Aloe Vera wächst, wird es auch als Heilpflanze angewandt


Anwendung von innen und von außen

Aloe Vera fördert bei innerlicher Anwendung die Aufnahmefähigkeit des Verdauungssystems für Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme und andere wichtige Nährstoffe.
Sie wirkt stärkend auf das Immunsystem und schützt so vor krankmachenden Keimen  wie Bakterien, Pilzen und Viren. Sie hat entzündungshemmende Eigenschaften und pflegt die Schleimhäute.
Für die äußere Anwendung ist besonders die wundheilende, schmerzlindernde, entzündungshemmende, feuchtigkeitsspendende und zellregenerierende Wirkung ausschlaggebend.

Auf einen Blick: Die Wirkungen der Aloe Vera

  • Stärkung des Immunsystems; positiver Einfluß auf alle im Zusammenhang mit Immunschwäche stehende Prozesse
  • Erweiterung der feinen Blutgefäße (Haargefäße oder Blutkapillaren) und Blutreinigung
  • Harmonisierung des Leber-, Nieren- und Darmstoffwechsels
  • Hilfe bei Darmträgheit
  • Harmonisierung des Säure-Basen-Haushalts
  • Hilfe für die Haut: gibt trockener Haut Feuchtigkeit, beschleunigt die Zellregeneration nach einer Operation und erhöht den Zellerneuerungsrhythmus um das Sechs- bis Achtfache
  • Verbesserung und Stabilisierung der Sehkraft
  • Kräftigung des Organismus und Steigerung des Wohlbefindens vor allem bei älteren Menschen


Auf die Verarbeitung kommt es an

Nur die schonende Verarbeitung der geernteten Aloe Vera-Blätter gewährleistet die Unversehrtheit der kostbaren Inhaltsstoffe, die durch langes Erhitzen zu Wirkverlusten führen würden.

Mischt ein Hersteller billige Füller wie Traubenzucker unter seine Produkte, kann er schnelle Profite erzielen. Ob und wie die Wirksamkeit seines Produktes damit infrage gestellt ist, ist für den Laien kaum nachprüfbar. Rückschlüsse auf die Qualität kann er nur auf folgende Weise ziehen:

  • Purer Aloe Vera Saft ist leicht gelblich und hat einen bitteren Geschmack
  • Probieren Sie bei Gelegenheit etwas frisches Aloe Vera Gel von der Pflanze, um Ihren Gaumen zu schulen. Denn wer den Geschmack kennt, weiß ob das gekaufte Produkt noch etwas mit Aloe Vera zu tun hat
  • Wenn der Saft nach Essig riecht, ist er verdorben. Die beigemischten Konservierungsstoffe halten zwar den bakteriellen Zersetzungsprozeß auf, können aber nicht verhindern, daß sich Teile von Acemannan in Essigsäure umwandeln
  • Lesen Sie die Inhaltsstoffe auf der Flasche, und achten Sie auf einen möglichst hohen Anteil von Aloe Vera. Wenn die Mengenangaben fehlen gelten folgende Richtlinien: was an erster Stelle steht, ist der Hauptbestandteil. Steht „Aqua“ an erster Stelle, dann zahlen Sie viel Geld für viel Wasser mit wenig Aloe Vera
  • Machen Sie einen Bogen um Billigangebote. Der Rohstoff Aloe Vera ist sehr teuer. Preiswerter Saft läßt sich nur herstellen, wenn man ihn kräftig streckt

Die Kosten
Gute Aloe Vera Präparate haben ihren Preis. Ein Liter Aloe Vera kostet je nach Hersteller und Verfahren zwischen 25 und 50 Euro. Bei der empfohlenen Einnahmemenge von 20 ml (2-3 EL) reicht eine Flasche etwa ein bis zwei Monate.

Inhaltsstoffe der Aloe Vera

Mineralstoffe und Spurenelemente

  • Eisen - regt die Blutbildung an
  • Kalzium - für Knochen und - Zähne
  • Magnesium - ist Muskelmineral und reguliert Energie
  • Mangan  - hilft bei Entgiftung
  • Selen - hilft gegen Infekte
  • Zink - stärkt das Immunsystem

Vitamine

  • Vitamin B1 - Enregiegewinnung
  • Vitamin B2 - Entgiftung
  • Vitamin B6 - Blutbildung
  • Vitamin B12 - Zellteilung
  • Vitamin C - Vitalstoffe
  • Vitamin E - Jungbrunnen
  • Vitamin A - Augstärkung

Sekundäre Pflanzenstoffe

  • Ätherische Öle - antibakteriell
  • Lignine - Ballaststoffe
  • Salizylsäure - gegen Schmerzen, Entzündungen
  • Sterole - Cholesterinsenkung
  • Tannine - antimikrobiell


Der Arzt hilft, aber die Natur heilt
(Hippokrates)
Mit der Aloe Vera hat der heutige, moderne Mensch ein natürliches Mittel zur Verfügung, um den ständig wachsenden Belastungen durch Umwelt und Streß zu begegnen.

Autorin: Ingrid Schlieske
Ernährungsberaterin

Buchtipps zu diesem Artikel:
Dr. Küche und Dr. Garten.


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