Keine Angst vor der Wahrheit … Sommer-Kartoffelsalat
Sep 03

70 Pfund leichter und wieder glücklich … Alleine hätte ich das nicht geschafft

E. Schubert, 42 Jahre alt und Mutter von 8 Kindern, führt endlich wieder ein schönes und hoffnungsvolles Leben

Es ist erst ein Jahr her, da sah alles noch ganz anders aus. Schwarz, düster, ohne jede Hoffnung, so zeigte sich mir das Schicksal. Ich fiel in ein großes Loch und wußte nicht, wie ich da je wieder herauskommen sollte.

Doch ich will ganz von vorne anfangen. Ich war 20 Jahre lang, wie ich meinte, glücklich verheiratet. Mein Mann und ich sind durch dick und dünn gegangen, haben viele Lebenskrisen bewältigt und waren unseren 8 Kindern gute und hingebungsvolle Eltern.
Gewiß, die Finanzen waren oft mehr als knapp. Es mußten dafür manche Engpässe überwunden werden. Für 10 Personen galt es schließlich einzukaufen, zu kochen, Kleidung anzuschaffen und gelegentlich einen bescheidenen Urlaub zu ermöglichen.
Glauben Sie mir, wir haben manchmal gerechnet, daß uns die Köpfe rauchten. Aber irgendwie hat es immer gereicht. Und wir waren glücklich, wenn uns 8 Paar strahlende Augen angeschaut haben.
So hatte ich das jedenfalls empfunden. Für meinen Mann muß das in den letzten Jahren ganz anders gewesen sein. Hatte ich übersehen, daß er vielleicht vor lauter Kinder-Sorgen zu kurz gekommen war? Hatte ihn der Alltag einfach überrollt? Fühlte er sich den vielköpfigen Ansprüchen daheim nicht mehr gewachsen?

Hatte er Angst, vor lauter Pflichten das Leben zu versäumen?

Zugegeben, viel Zeit für uns selbst gab es nicht. Die Kinder kamen eines nach dem anderen, und wir selbst stellten die persönlichen Wünsche zugunsten des Nachwuchses immer wieder zurück.

Kino, Theater, mal alleine essen gehen, ein Wochenende zu zweit, einsame Spaziergänge: das alles kannten wir nur vom Hörensagen

Ich selbst lachte und vertröstete mich und meinen Angetrauten auf später. Wir waren ja noch jung. Das ganze Leben lag noch vor uns, und die Kinder wuchsen ja schon aus dem Gröbsten heraus.

Ich mache mir heute den Vorwurf, daß ich nicht rechtzeitig bemerkt hatte, daß im Herzen meines Mannes die Sehnsucht nach unbeschwertem Jungsein wuchs. Nach bunten Tagen und Nächten, die nicht sorgenbeladen und voller Pflichterfüllung waren.
So kam es dazu, daß der Mann, den ich liebte und von dem ich glaubte, daß wir bis zum Ende unserer Tage ein Ehepaar und glückliche Eltern bleiben würden, sich in eine andere Frau verliebte.

Wie gesagt: Es traf mich wie ein Blitz und es tat so weh!

Alle Stärke, die bisher so selbstverständlich mein Leben begleitet hatte, verließ mich völlig. Ich hatte das Gefühl, auf einem winzigen, schwankenden Boot ohne Ruder auf wildbewegter See zu sein. Ausgeliefert und ohne Hoffnung. So konnte es dann kommen, daß ich, um nicht mehr denken zu müssen, zur Flasche griff. Eine sinnlose Flucht, wie ich heute weiß.
Aber ich wollte nicht mehr denken, fühlen, ja auch nicht mehr leben.
Hinzu kam, daß ich mich 3 schweren Operationen unterziehen mußte und lange im Krankenhaus blieb. Viel länger, als dies ursprünglich geplant war. Danach wurde ich gleich in eine Reha-Klinik überwiesen, da ich körperlich und seelisch völlig am Ende war. Ich konnte einfach gar nichts mehr empfinden.

Nur Leere war in meinem Kopf und meinem Herzen

In dieser Zeit sah ich auch meine Kinder nicht, weil mein Mann ihnen den Zustand ihrer Mutter nicht zumuten wollte.2 Suizidversuche in dieser Zeit belegen meine Ausweglosigkeit.
Meine tapferen, armen Kinder haben sich in dieser Zeit komplett selbst versorgt. Die Großen vertraten so gut es ging die fehlenden Eltern, insbesondere die abwesende Mutter.
Noch heute mache ich mir Riesenvorwürfe, wie ich es soweit habe kommen lassen, daß von mir und meiner Seele fast nichts mehr vorhanden war.
Zum Glück begegnete mir in der Reha eine Frau, die ein ähnliches Schicksal hatte wie ich, und die sich auf beneidenswerte Weise wieder vom Dunkel ins Licht gekämpft hatte. Diese Frau war für mich ein leuchtendes Beispiel. Da wollte ich auch wieder hin. Ans Licht! Und zwar in erster Linie für meine Kinder, die so sehr unter dieser Situation und unter meiner Verfassung litten.

Ich begab mich also auf die Suche nach geeigneter Hilfe
Erst einmal wollte ich gründlich aufräumen bei mir selbst. Das sollte seinen Anfang damit nehmen, daß ich wieder auf mein Äußeres achtete. Dazu gehörte es, mich von ganzen 70 Pfund Übergewicht zu befreien. Das ist soviel, wie manche Teenager wiegen. Und ich trug diese Last zusätzlich mit mir herum.

Ich machte mir bewußt, daß ich mit damals erst 41 Jahren noch richtig jung war und ein langes, erfülltes Leben vor mir haben konnte. Wenn, ja wenn…
War es Zufall? Ich hörte von Frau Feikus, einer Trennkost-Seminarleiterin. Und mir kamen die Erfolge zu Ohren, über die Teilnehmer und Teilnehmerinnen ihrer Gruppe berichteten.
Also ließ ich mich von Frau Feikus ausführlich beraten. Besonders gefiel mir, daß sie mir unmißverständlich klar machte, daß mit der Trennkost keine Diät gemeint sei, die man mal eben vorübergehend absolvieren könne. Ich müsse schon die ernsthafte Absicht haben, meine Lebensweise, meine Ernährung dauerhaft umzustellen. Nur dann könne sie mir behilflich sein. Etwas skeptisch begann ich also nach dem Konzept der Schule für Fitneß und Ernährung zu leben.
Zu meinem Erstaunen fiel mir das von Anfang an leicht. Hunger oder Entbehrungen waren nicht meine Begleiter. Dafür wuchsen Lebensfreude und eine völlig neue Zuversicht.

Heute, nur ein Jahr später, bin ich wieder ein neuer Mensch. Im übrigen ein Mensch, der sich leichten Herzens von den kompletten 70 Übergewichtspfunden verabschiedet hat, die so sehr auf Seele und Körper gelastet hatten.
Jetzt passe ich sogar wieder in knackige Jeans, die zu tragen ich so viele Jahre peinlichst vermieden hatte. Schließlich zeigten sie doch genau meine Schwachpunkte.
Auch wenn es noch nicht ganz reicht für eine neue schicke Garderobe, denn die Cents müssen in unserer großen Familie noch lange gezählt werden, die Freude an schöner Kleidung ist wieder da. Ich betrete wieder gern eine Boutique. Oder ich begleite mit Freude meine großen Töchter, wenn sie sich einmal etwas kaufen dürfen.
Ein kleines T-Shirt, ein knapper Pulli, das kann mich wieder glücklich machen.
Und damit ich die unförmigen Zeiten auf keinen Fall vergesse, habe ich noch eine Großraumhose und einige massige Pullover aufgehoben. Als textile Mahnungen sozusagen.

Das Idealgewicht war keineswegs das einzige Ziel, das ich erreichen durfte
Ich bin seelisch jetzt so gefestigt, daß ich wieder der Kräftepool unserer lebhaften Familie sein kann. Die Energie wächst mir nur so zu. Kinder, Küche, Garten, Auto, Hund – die Arbeit geht mir wieder leicht von der Hand. Aber auch mit meinem Mann, der ja längst nicht mehr bei uns wohnt, bin ich wieder im Gespräch. Er hilft mir nach seinen Möglichkeiten als Bezugsperson für die Kinder.

Ja, ich bin wieder ein glücklicher Mensch. Dabei hatte ich mich doch beinahe schon aufgegeben.

Alleine aber hätte ich das alles nicht geschafft

Deshalb möchte ich mich für die liebevolle Unterstützung bei meiner Seminarleiterin während meines ganzen Weges herzlich bedanken. Sie und die ganze Gruppe waren und sind noch immer für mich da, haben mich aufgefangen, ermutigt und immer wieder motiviert, wenn es mir mal nicht so gut ging. Frau Feikus hat mich auf so herzliche Weise begleitet, daß Sie mir heute ein besonders wichtiger Mensch geworden ist. Sie war es, die mich regelrecht emporgezogen hat – ans Licht.

Aber auch meine wunderbaren Kinder haben mich gestützt und getragen, als ich Hilfe brauchte.
Nun bin ich froh, daß ich wieder so für sie da sein kann, wie sie es verdient haben. Wenn wir gemeinsam zum Schwimmen gehen, Federball spielen, Fahrrad fahren oder einfach nur beisammen sind, empfinde ich das große Glück, eine solche Familie zu haben.

Die Zukunft ist vorn, das weiß ich jetzt.
Und ich kann mich von Herzen darauf freuen.
Elisabeth Schubert

Artikel: Bioline-Magazin (Regine Feikus)


Verwandte Beiträge:
  • Über zwei Zentner abgenommen
  • Das Traumgewicht erreichen
  • Mein Weg zur Trennkost
  • Abnehmen? Nicht wirklich nötig
  • Trennkost-Märchen für Erwachsene

  • \\ tags: , ,

    Kommentar abgeben

    Bitte Einloggen um einen Kommentar abzugeben.