Zimt-Apfeltorte mit weihnachtlicher Zimt-Sahne Orgon-Energie
Dez 29

Irgendwie ist mir gar nicht recht aufgefallen, dass ich so ungemein zugenommen hatte, bis, ja bis der Zeiger der Waage auf 100 kg losmarschierte. Jetzt spätestens musste ich ernsthaft etwas unternehmen, wollte ich nicht völlig aus den Fugen gehen und womöglich auch meine Gesundheit aufs Spiel setzen.




Verwöhnter „Spätling“

In meiner Kindheit ist die „mollige Neigung“ wohl schon in meinem Körper angelegt worden. Ich war ein so genannter „Spätling“. Meine Mutter zählte schon stolze 42 Jahre, als ich das Licht der Welt erblickte. So ist es sicherlich verständlich, dass ich so dermaßen verwöhnt wurde. Da sich ja Zuwendungen oftmals darin ausdrücken, dass das geliebte Wesen mit Leckereien aller Art quasi überschüttet wird, ist erklärlich, dass ich ein ganz schön molliges Kind war.
Leider konnte das auch durch Sport nicht ausgeglichen werden, weil in unserer Familie Sport gar nicht vorkam. Meine Eltern gingen nicht mit mir zum Eislaufen oder fuhren im Winter zum Skifahren.
Erst viel später entdeckte ich meine Freude am Volkstanz und machte sogar bei einer Aerobic-Gruppe mit. Entsprechend reagierte mein Körper. Durch Wachstum und eben die gezielte und regelmäßige Bewegung nahm ich doch wirklich ab. Ich war als Teenager wohlgerundet, aber der Baby-Speck war tatsächlich weg.
Nach dieser erfreulichen Zeit jedoch holten die Pfunde mich wieder ein. Sie schlichen sich nach und nach wieder auf mich, ohne von mir daran gehindert zu werden. Die Gewohnheiten meiner Kindheit hatten mich fest im Griff.
Aber wie das so ist bei einer jungen Frau, die noch dazu schwer verliebt war und heiraten wollte – die Eitelkeit war groß genug, dass ich unbedingt etwas unternehmen wollte. Für mich stand vor allem fest, dass ich so mollig nicht im Brautkleid neben meinem Mann hergehen wollte.

Ich wollte eine schöne und schlanke Braut sein, so, wie sich das wohl jede Frau wünscht. Aber wie sollte ich das bloß anstellen? Ganz auf Essen verzichten, erschien mir zu brutal. Der Gedanke alleine daran machte mir Panik. Dazu esse ich einfach viel zu gerne

Meine zaghaften Versuche, die Pfunde mit Hilfe der durch Werbung ständig angepriesenen Pülverchen aufzulösen, scheiterten kläglich. Die angerührten Drinks, die ich dafür täglich konsumierte, kamen mir fast „oben heraus“. Ich konnte sie nicht mehr sehen. Mein Körper rebellierte regelrecht dagegen. Meine Überlegung war, das eine so „künstliche Ernährung“, gegen die mein Unterbewusstsein sich derart zur Wehr setzte, einfach nicht gut für mich sein konnte. Und mochten noch so fantastische Inhaltsstoffe darin sein, wie die Packung vollmundig verhieß.
Eine kurzfristig durchgeführte Zwieback-Diät brach ich auch wieder ab, weil sich schnell Mangelerscheinungen einstellten. Immerzu Zwieback, das konnte ja auch nicht gesund sein.
Was jetzt? Ich entschloss mich zu einer fettreduzierten Ernährung mit Light-Produkten. Noch heute wundere ich mich, dass diese von mir wirklich über einen so langen Zeitraum eingehalten werden konnte.


Aber ich nahm tatsächlich 25 kg ab. Fragen Sie jedoch nicht, wie schwer das war. Ich begann meinen Tag mit Hunger und ging abends hungrig ins Bett. Die Light-Produkte sättigen einfach nicht. Man könnte essen und essen und essen …

Nur der Gedanke an mein schönes Brautkleid, das für eine schlanke Taille geschneidert war, ließ mich durchhalten.
Aber, das muss ich schon sagen, es war sehr, sehr viel Disziplin dafür nötig – und die brachte ich auch nach der Hochzeit noch weitere zwei, drei Jahre auf. Keinesfalls wollte ich zu den Frauen gehören, die, kaum verheiratet, sich gehen ließen und völlig die Kontur und das attraktive Aussehen verlieren.
Aber das sagt sich so einfach. In der ersten Schwangerschaft nämlich nahm ich wieder zu.
„Das vertanzt sich“, dachte ich, „schließlich nehmen alle werdenden Mütter zu. Wenn ich erst einmal stille und den Stress mit dem Säugling mit Schlafdefizit und so absolviere, dann verliere ich die Überpfunde gewiss wieder.“
Dem war leider nicht so. Ganz im Gegenteil: Bei Schwangerschaft Nummer zwei und Nummer drei stapelten sich weitere Kilos hinzu.

Ich hatte mit meinen drei Kids nun reichlich zu tun. Der Wunsch nach einer schlanken Linie trat dabei gänzlich in den Hintergrund. Dies, zumal ich bald wieder in meinem Beruf als Sekretärin arbeitete. Hier im Büro war es egal, ob jemand eine Wespentaille hatte oder eher ein Schwergewicht wie ich war

Natürlich war im Hinterkopf, aber nur immer in der hintersten Ecke, durchaus der Wunsch, modisch mithalten zu können mit den anderen jungen Frauen, die sich für wenige Euros einkleiden konnten. Ich aber musste immer gleich eine teure Anschaffung tätigen, brauchte ich eine neue Hose, ein T-Shirt oder einen Pullover. Wirklich kleidsame Klamotten in Übergröße kosten nämlich reichlich. Und mich mit den madamigen Angeboten zufrieden zu geben, kam auch nicht in Betracht. Schließlich war ich noch nicht einmal Mitte 30. Viel zu jung, um modisch nicht mehr interessiert zu sein. Aber frustriert und auch ein bisschen resigniert war ich schon. Was aber sollte ich machen?

Den „heilsamen“ Schock erlebte ich endlich, als ich mich auf meine Waage traute. Lange nämlich habe ich sie mit schlechtem Gewissen regelrecht gemieden. Fast 100 Kilo! Jetzt ist Schluss!

Wie das so ist mit den Zufällen, entdeckte ich das Angebot einer Trennkost-Info-Veranstaltung. „Da gehst du jetzt hin und hörst dir das an“, befahl ich mir ohne große Hoffnung.
Die 30 Leute, die, wie ich, dort saßen, trugen wenig zu meiner Motivation bei. Aber was diese Seminarleiterin, Frau Knüttel, über die Trennkost berichtete, klang gut. Auch das, was die zwei Seminarteilnehmerinnen von ihren Erfahrungen erzählten, die sie mit der Trennkost gemacht hatten, ließ etwas Hoffnung in mir aufkommen.
Ich verhielt mich erst einmal ruhig. Zwar hatte ich mich auf der Anwesenheitsliste eingetragen, aber das Angebot eines unverbindlichen, persönlichen Beratungsgespräches,nahm ich erst einmal nicht an. Nachdenklich ging ich heim: „Sollte ich? Sollte ich nicht?“ Ich war gänzlich unentschlossen.
Frau Knüttel aber rief mich innerhalb der nächsten Tage an. Sie fragte mich, ob ich mich nicht doch einmal von ihr beraten lassen wolle. Ich könne danach immer noch entscheiden, ob ich ein Seminar besuchen wolle oder nicht.
Mir schien ihr Anruf wie ein Wink des Himmels. Sollte ich eine Entscheidungshilfe erhalten? Zu dem Gespräch mit Frau Knüttel nahm ich meinen Mann mit. Er konnte 10 kg Gewichtsreduktion auch gut vertragen.

Uns gefiel, was Frau Knüttel uns präsentierte. Sie sagte uns offen, dass die Trennkost keine Wunderdiät sei, sondern ein Ernährungskonzept, in das man wie selbstverständlich hineinwachsen würde. In der Zeit der Gewichtsreduktion aber würden wir uns auf 1000 kcal am Tag beschränken

Was uns sehr ansprach war, dass wir auf gutes Essen von Anfang an nicht verzichten mussten. Schließlich haben wir auch bestimmte Vorlieben, die wir nicht einfach streichen möchten. Auch, dass unsere Kinder von dem Ernährungskonzept würden praktizieren können, sagte uns zu. Denn keineswegs wollte ich an ihnen die (Verwöhn-)Fehler meiner Eltern wiederholen.
So richtig glauben an einen Erfolg vermochte ich noch nicht. Dabei habe ich Frau Knüttel auf ihr Befragen hin mutig gesagt, ich wolle ganze 30 kg abnehmen. Und tatsächlich habe ich in vier Monaten 25 kg abgenommen, mein Mann hat in dieser Zeit sein Zielgewicht ganz erreicht.

Leider hatte ich in der Weihnachtszeit etwas geschludert. Und schon waren 5 kg wieder drauf. Jetzt weiß ich, dass es die Kohlenhydrate sind, die mir den Garaus gemacht hatten. Nächstes Weihnachten werde ich mir alles gönnen, was die Küche hergibt, aber ich will ein besseres Kohlenhydrat-Management machen. Plätzchen gibt es dann nur am Backtag, dann werde ich sie bis Heiligabend wegschließen, und Kuchen serviere ich mir und meinem Mann nur am ersten und zweiten Weihnachtsnachmittag. Sonst nicht!
Ich weiß jetzt schon, dass mir die Feiertage dann kein einziges zusätzliches Pfund einbringen werden.

Anfänglich konnte ich nur schwer auf Kartoffeln, Nudeln, Klöße oder Reis zu den Fleischmahlzeiten verzichten. Heute koche ich so fantasievoll, dass es zu Fleisch und Fisch oder Soja nur Gemüse und Salat gibt, und zu Kartoffeln Quark, Matjes oder Tofu, zu Reis und Nudeln Pilze, rohe Tomatenwürfel, Schafskäse, Mozzarella, Sahne- oder Crème-fraîche-Soßen u.a.. Auch Pizza wird bei uns entsprechend belegt.

Auch die Kinder sind an solche Zusammenstellungen schon gewöhnt und bestehen längst nicht mehr auf alte Gewohnheiten. Für sie gibt es nur noch ausnahmsweise Spaghetti mit Soße Bolognese

Aus Begeisterung über unseren Erfolg habe ich mich auch zur Kollegin von Frau Knüttel ausbilden lassen. Ich arbeitete über einen längeren Zeitraum als Trennkost-Seminarleiterin in einer Stadt, die leider 40 km von meinem Wohnort entfernt war. Schweren Herzens gebe ich diese Tätigkeit nun auf und betreue meine Teilnehmer nur noch bis zum Ende ihrer Seminarzeit. Alle sind mir sehr ans Herz gewachsen und konnten mit Hilfe des ausgereiften Konzeptes der Schule für Fitneß und Ernährung allesamt ihre eigenen Ziele erreichen. Darüber freue ich mich sehr und bin super stolz, dabei mitgewirkt zu haben. Schließlich weiß ich selbst nur zu gut, wie wichtig es ist, auf die Unterstützung einer engagierten Seminarleiterin und einer netten Gruppe zählen zu können.

Größe 40 statt Zeltgröße 48

Jetzt habe ich meine Idealfigur. Nicht mehr Zeltgröße, wie mein Sohn damals kess kommentierte. Und genauso bleibe ich! Mein Mann und ich freuen uns, dass wir rechtzeitig ausgestiegen sind aus dem Karussell der Überernährung, dem Unwohlsein und dem Beginn von allerlei Beschwerden.
Wir sind froh, dass wir auf diese Weise auch unseren Kindern die Basis für ein gesundes und vitales Leben bieten können.

Artikel: Bioline-Magazin (Gerlinde S.)

Buchtipps zu diesem Artikel:
Kochbuch zur Trennkost
Soja, Tofu und Co


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